Friseurgeschäft in Varrel schließt zum Ende des Jahres

Aus für den Salon

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Renate Renzelmann aus Varrel schließt ihren Friseursalon zum Ende des Jahres.

Varrel - Alle halbe Jahre eine neue Mode. Welche war schlimm? Renate Renzelmann zögert mit der Antwort, wohlwissend, dass mancher mit seiner Haarpracht in einer der Moden hängen geblieben ist. Was ab kommendem Jahr modern ist –  die Friseurmeisterin aus Varrel wird es verfolgen, allerdings legt sie selbst zum Ende des Jahres die Schere aus der Hand.

1967 ist sie in den Beruf gestartet, als 15-Jährige mit viel Lust auf diesen Beruf. Nicht nur, weil die Eltern einen Friseursalon in Kirchdorf hatten. 1947 hatte den Helmut Hornig eröffnet. Vater und Tochter leiten den Familienbetrieb nach der Ausbildung der Tochter, die 1974 auch ihre Meisterprüfung absolviert.

Nach der Hochzeit mit Walter Renzelmann aus Varrel zieht die junge Friseurin dorthin um, eröffnet hier eine Filiale.

Früher sei es so gewesen, dass die älteren Mitarbeiter die älteren Kunden bedient haben und die jüngeren die jungen Kunden. „Das habe ich nie“, sagt Renate Renzelmann. Mit den jungen Burschen, die Bilder ihrer Fußballidole mitbringen und den „Style“ gerne auf dem eigenen Schopf umgesetzt haben wollen, führt Renzelmann gerne Fachgespräche von Kickerfan zu Kickerfan.

Keines der Kinder tritt in die Fußstapfen der Mutter

Mit den Damen wird nicht nur über Haare gesprochen, sondern auch über Kosmetik – das zweite Standbein, das ab 2001 das Angebot des Friseurgeschäftes an der Bahnhofstraße in Varrel komplettierte. Nach der Geburt des vierten Kindes wird das Geschäft in Kirchdorf geschlossen, Vater Helmut Hornig hatte sich bereits 1978 zurückgezogen. Der Fokus liegt ab da auf dem Varreler Salon.

Keines der vier Kinder folgt in den Fußstapfen der Mutter, zwei sind Lehrer, einer Elektrikermeister, eine Physiotherapeutin. Drei Enkelkinder gehören heute zur Familie – es sieht nicht nach Ruhestand aus, wenn der Salon Renzelmann zum Jahresende schließt.

Stammkunden in der Kosmetik werden auch weiterhin behandelt – doch der Alltag zwischen Dauerwelle und Kurzhaarschnitt endet. Kunden zwischen Varrel, Diepholz und Osnabrück finden das nicht wirklich lustig – müssen sich aber nun einen neuen Coiffeur suchen.

Die zahlreichen Pokale im Salon zeugen von vielen Erfolgen der Meisterin und ihrer Schüler. Renate Renzelmann war auch in der Friseurinnung aktiv und Vorsitzende im Prüfungskomittee. „Ausbilden, das hat immer Spaß gemacht“. Alle Zöglinge hätten gut bestanden.

Der Freitag, 30. Dezember, wird vormittags ein ganz gewöhnlicher Freitag sein. Doch nachmittags sind Kunden, Nachbarn, ehemalige Mitarbeiter, Freunde – und natürlich Familie eingeladen auf einen Sekt.

Renate Renzelmann ist zwischenzeitlich eingetaucht in die Friseurgeschichte ihrer eigenen Familie – deshalb wird eine Bilderausstellung die Jahrzehnte in Erinnerung rufen. Gesungen wird an dem Tag wohl auch, denn die 65-Jährige ist ebenso als versierte Sängerin in der Region wohlbekannt. 

sis

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