Informationsveranstaltung zum Thema Flurbereinigung in der Gemeinde

„Riesenchance“ für Kirchdorf

Christian Schönfelder informierte in Kirchdorf. - Foto: Kropf

Kirchdorf - Viel habe sich in Kirchdorf in den letzten Jahren verändert, rief Bürgermeister Holger Könemann den rund 50 Einwohnern in Erinnerung, die am Montagabend zur Informationsveranstaltung ins Gasthaus Koopmann gekommen waren.

Könemann nannte die Schließung der ehemaligen Anbindung an die B 61 den Umbau der Kreuzung Brassers und die Verkehrsberuhigung der Straße Am Glockenberg sowie die Ansiedlung eines Ärztezentrum mit zusätzlichen Angeboten in den Bereichen Physiotherapie, Schuhorthopädie und Fitness. Im Rahmen der Dorferneuerung seien der Umbau der Kreuzung Lange Straße/Rathausstraße sowie eine neue Gemeindeverbindungsstraße von Kirchdorf nach Scharringhausen auf gutem Wege.

Nun gelte es, weiter in die Zukunft zu planen und der Verlagerung des Schwerlast- und landwirtschaftlichen Verkehrs aus den Bereichen Brinkstraße und Uchter Straße Rechnung zu tragen. Der Dorferneuerungsplan habe dazu auch eine Vision entwickelt: Eine nördliche Entlastungsstraße solle den Ortskern beruhigen und Gewerbebetriebe sowie landwirtschaftliche Nutzflächen besser an die B 61 und die Landesstraße Richtung Steyerberg anbinden.

Der Gemeinderat sehe in einer Flurbereinigung eine „Riesenchance“ zur Realisierung des Vorhabens und habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, so Könemann. Man wolle das Projekt anschieben und dabei die Grundstücksstruktur und das Wirtschaftswege- und Gewässernetz verbessern. Ob und wie eine Flurbereinigung dabei helfen könne, sollte der Info-Abend klären.

Christian Schönfelder von der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser ist Dezernatsleiter Landmanagement und Flurbereinigung und gab einen grundsätzlichen Überblick über Ziele und Zwecke von Flurbereinigungsverfahrens, an dessen Anfang immer ein solcher Info-Termin stehe. Neben Verbesserungen für die Einwohner und Kostenreduzierungen führe die Flurbereinigung immer zu einem ökologischen Mehrwert. Eine Enteignung schloss Schönfelder aus, die Dauer des Verfahrens schätzte er auf zehn bis zwölf Jahre; es könne aber auch schneller gehen.

„Die Planungen müssen die Bürger durchführen“, sagte Schönfelder. Am besten sei ein Arbeitskreis, den sein Amt unterstützen würde – kostenlos, auch wenn Gutachten oder ähnliches erforderlich würden. Er empfahl, sich nicht auf den nördlichen Bereich Kirchdorfs zu beschränken, sondern das gesamte Gemeindegebiet im Blick zu haben.

Inwieweit auch Scharringhausen einbezogen werden könne, müsse man sehen. Das Projekt dürfe nicht zu groß und damit zu teuer werden, weil dann die Genehmigungschancen sinken würden. Besser seien zwei getrennte Projekte.

Bei Genehmigung würden das Land Niedersachsen, der Bund und die EU 75 Prozent der Kosten tragen, der Rest bliebe den Grundstückseigentümern. Könemann zeigte sich überzeugt, dass sich auch die Gemeinde angemessen beteiligen würde.

Sofort erklärten sich zwölf Eigentümer bereit, im Arbeitskreis mitzuwirken und (möglichst) bis zum Ende des Jahres in einer weiteren Versammlung die Bürger entscheiden zu lassen, ob ihre Planungen, Überlegungen und Entwürfe weiter verfolgt werden sollten und ob ein Verfahren beantragt werde sollte.

Bis dahin, bestärkte Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher, sei alles für die Bürger kostenlos und damit völlig ohne Risiko. Dem Arbeitskreis wollen neben Bürgermeister Holger Könemann folgende Personen angehören: Christoph Ahlers, Ludolf Becker, Gerd Kemmann, Frank Meier, Dieter Meier, Udo Nordloh-Dreyer, Manfred Schmidt, Bernd Thiermann, Ralf Windhorn, Sven Wolter und Claus Zwick. Wer darüber hinaus Interesse am Mitwirken im Arbeitskreis hat, sollte sich zeitnah mit Bürgermeister Holger Könemann in Verbindung setzten. - gk

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