Heimatverein zu Gast im Pflegezentrum Kirchdorfer Heide

Reise in die Vergangenheit

Karl Renke sorgte für den musikalischen Rahmen des Besuchs.

Barenburg - Was wird der Jugend von heute, wenn sie später einmal im Altenheim wohnt, wohl gezeigt, um sie an früher zu erinnern? Der Verschönerungs- und Heimatverein Barenburg pflegt seit einigen Jahren die schöne Gewohnheit, altes Werkzeug einzupacken und an einem Tag im Pflegezentrum „Kirchdorfer Heide“ altes Handwerk wiederaufleben zu lassen.

Etliche der älteren Bewohner erinnern sich an die Zeiten, als sie noch jung waren, als die Werkzeuge, die die Heimatpfleger heute als Ausstellungsstücke herumreichen, noch in täglichem Gebrauch waren. Vieles an Handwerk wurde einst auf den Höfen der Region selbst erledigt, die Fachbetriebe entwickelten sich erst nach und nach – andere verschwanden mit der zunehmenden Technologie und dem Aufkommen von Maschinen.

Krass, nein krassen heißt dieser Arbeitsschritt zur Wollherstellung.

„Während die Männer mit dem Binden von Besen aus Birkenreisig beschäftigt waren, wurde von den Frauen die Herstellung von gewebten Teppichen aus Schafswolle gezeigt“, erklärt Albert Düvel vom Verschönerungs- und Heimatverein. Die interessierten Bewohnerinnen und Bewohner schauten sich die einzelnen Arbeitsschritte genau an und lauschten den Erklärungen. Nachdem die Wolle gewaschen und von Fremdstoffen befreit war, begann das Krassen der Wolle. Hierbei wird die Wolle zwischen zwei speziellen Bürsten gezogen, so dass sich die einzelnen Wollfasern gleichmäßig nebeneinander legen.

„Das ist notwendig, damit beim anschließenden Spinnen an den Spinnrädern die Fasern optimal miteinander verdreht werden können“, lautete die Erklärung. Aus dem so gewonnenen Garn werden auf den Webrahmen die Teppiche gewebt. Musikalisch begleitete Karl Renke mit seinem Akkordeon das geschäftige Treiben. Er hatte passend zu diesem Termin alte deutsche Volkslieder aus ausgesucht, so dass hier und da sogar mitgesungen wurde. „Ein unterhaltsamer Nachmittag“, freuten sich die Bewohner und die Betreuerinnen gleichermaßen. „Und auch für die Männer und Frauen vom Verschönerungs- und Heimatverein war es ein schöner Tag, das endete mit dem Versprechen „Wir kommen im nächsten Jahr wieder.“
sis / ad

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