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Pläne für Tourismuswerbung ändern sich laut Rolf Hedemann täglich

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Von: Sylvia Wendt

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Tourismusexperten unter sich: Gerd Walsemann, Rolf Hedemann (hier als Kirchdorfer Symbolfigur Heideschäfer Arthur) und Thomas Human (von links) freuen sich auf den nächsten Messetermin.
Tourismusexperten unter sich: Gerd Walsemann, Rolf Hedemann (hier als Kirchdorfer Symbolfigur Heideschäfer Arthur) und Thomas Human (von links) freuen sich auf den nächsten Messetermin. © Samtgemeinde Kirchdorf

Update, 7. Februar 2022: Als mitten im Interview der neue Messetermin für die Freizeitmesse „abf“ in Hannover bei Rolf Hedemann einläuft, weiß der Tourismusexperte der Samtgemeinde Kirchdorf sofort: „Wir sind nicht dabei“. Die Messe in der Landeshauptstadt Hannover war eigentlich für Anfang Februar im Kalender notiert, sollte pandemiebedingt nachgeholt werden – doch für den neuen Termin gab es nicht genügend Anmeldungen, erklärt Projektleiterin Klaudia Kohl in einer Pressemitteilung. Daher werde die „abf 2022“ nun komplett abgesagt. Der neue Termin hätte Sonntag, 3. April umfasst – für den Tag haben die Samtgemeinde Kirchdorf und ihre Kooperationspartner bereits für den Garten- und Pflanzenmarkt am NIZ im Goldenstedter Moor zugesagt, hatte Hedemann berichtet. Ein Termin unter freiem Himmel, der die Touristiker begeistert, auch wegen der sehr guten Organisation unter den Pandemieauflagen. Für die Messe in Hannover steht ein Termin, zur gewohnten Zeit, im kommenden Jahr fest: „Notieren Sie sich schon heute den 1. bis 5. Februar 2023. Alle Aussteller mit denen wir gesprochen haben, haben versichert, dass sie im kommenden Jahr wieder mit dabei sind“, kündigt Klaudia Kohl an. Derweil hat Rolf Hedemann gerade die Bestätigung für eine andere Messe bekommen: Die „HanseLife“-Messe in Bremen bereichern die heimischen Touristiker vom 14. bis 18. September in der Halle 2 auf dem „Messe-Marktplatz“ – wenn es die Umstände zulassen. „Ein echter Lichtblick in dieser Zeit“, freut sich Hedemann.

Kirchdorf – Gerade beendet ist die Videokonferenz mit 17 Teilnehmern – zu viele Teilnehmer, findet Rolf Hedemann. Der Tourismusexperte der Samtgemeinde Kirchdorf schätzt diese Online-Konferenzen eher in kleinerem Kreis. Gefragt, was er als Touristiker derzeit macht: Telefonieren, E-Mails beantworten. „Es ändert sich fast täglich was“, sagt Hedemann.

Wie zur Bestätigung dieser Aussage kommt eine Mail rein: Hedemann wird für die Freizeitmesse „abf“ in Hannover, eigentlich geplant für den 2. bis 6. Februar, ein neues Datum angekündigt. Hedemann guckt in den Kalender. „Ach, schade, aber nee: Da können wir nicht.“ Neuer „abf“-Termin ist der 30. März bis 3. April. Für den 3. April ist aber der Garten- und Pflanzenmarkt am NIZ in Goldenstedt geplant. Die Kooperationspartner und Hedemann schätzen diese eintägige Veranstaltung sehr – und werden ihn nicht für die Messe in der Landeshauptstadt absagen.

Ob die „abf“ wirklich stattfindet, wer kann das heute schon sagen? Tatsächlich aber gab es den Markt im Goldenstedter Moor 2021. „Das ist toll da: Drei Seiten Moor und nur ein Zugang, den man wunderbar kontrollieren kann. Die Organisation klappt super. Es gab 1 000 Chips. Wer das Areal verließ, gab seinen wieder ab – und dann konnten neue Besucher auf das Gelände“, schildert Hedemann.

Für die „abf“ hatte er vergangenes Jahr bereits 40 Seiten an Formularen ausgefüllt, als sie dann doch ins Wasser fiel. Auch die Messe „Caravan Freizeit Reisen“ in Oldenburg, 21. bis 23. Januar, wurde abgesagt: „Aber erst drei Tage vor dem Aufbau“, kritisiert Rolf Hedemann. Er stemmt die Messetage nicht alleine, immer hat er Vertreter der Kooperationspartner an seiner Seite. Auch sie müssen dann kurzfristig umdisponieren.

Zurück zur Ursprungsfrage für das Gespräch mit Hedemann: Was machen die Touristiker eigentlich in dieser Zeit? „Wir sind alle motiviert. Aber es fällt manchmal schwer, motiviert zu bleiben.“ Dass Planungen ständig umgeschmissen werden müssen, ist eigentlich normal – Hedemann ist Flexibilität gewöhnt aus dem Messealltag. Und so ist der Kalender bunt, statt unifarben, wie sonst, ohne Pandemie, zu dieser Zeit: Schwarz für gebuchte, rot für abgesagte und grün für noch mögliche Termine.

Schwarz ist allerdings nur ein einziges Datum: Der Termin der „Touristik“ in Bad Salzuflen. Quasi in der „Nachbarschaft“, ist die Messe schon traditionelles Ziel der heimischen Touristiker, die dort für einen Besuch im „Flachland“ bisher schon zahlreiche Radler begeistern konnten. Die Planer in Bad Salzuflen haben den Auftritt neu strukturiert – auch das eine Auswirkung der Pandemie. Nicht nur reine Touristik ist nun das Thema, es dürfen auch Aussteller zum Thema „Genuss“ dabei sein.

Veränderungen in den Messegesellschaften

Und die großen Messeplaner? „Da hat es Veränderungen gegeben“, berichtet Hedemann. Viele junge Mitarbeiter hätten die ausrichtenden Unternehmen verlassen – aufgrund der mangelnden beruflichen Perspektiven. Wie will man sich empfehlen, wenn es keine Veranstaltung gibt, die man organisieren könnte? Neue Messen hätten sich deshalb, natürlich, nicht aufgetan. Und ob, trotz aller Planungen anhand der Vorgaben, eine Messe stattfinden kann, bleibe bis zuletzt eine Überraschung. Manche Messegesellschaft habe Kräfte in die Kurzarbeit geschickt.

Was auch die Touristiker immer wieder vor Probleme stellt, ist die unterschiedliche Auslegung, je nach Bundesland. Rolf Hedemann berichtet von Klagen aus der Hotel- und Gastrobranche, die eben noch hätten zusagen dürfen, aber dann doch den Kunden anrufen mussten, weil der nicht alle – neu – geforderten Bedingungen für eine Beherbergung erfüllen konnte. Gerade in Grenzregionen sei es schwierig gewesen.

Hedemann steht im ständigen Austausch mit den Kooperationspartnern, etwa Gerd Walsemann, Gebietsleiter der Barre Bräu Brauerei aus Lübbecke, oder Thomas Human, Verkaufsleiter bei der Auburg-Quelle. „Beide Grund dafür, dass es bei uns am Stand immer was zu trinken gibt“, scherzt Hedemann. Und meint es dennoch bierernst: Kooperation heiße, dass man auch in schweren Zeiten zusammenhält, gegenseitig vermittelt. Die Getränkeproduzenten machten derzeit schwere Zeiten durch. Das Miteinander aber solle bleiben: Touristiker, das umfasse neben den Experten aus Verwaltung und Freizeitorganisationen die Hoteliers, Gastgeber, Gastronomen der Region. Alle gleich wichtig, findet Hedemann.

Vorbereitungen vor Ort auf die Gäste 

Bei aller Werbung für den Besuch in der Region – was wird an Vorbereitungen vor Ort für die Gäste getroffen? Der eine will selbst die Gegend erkunden, andere genießen die (Geheim-)Tipps der Gästeführerinnen und Gästeführer. Aktuell läuft ein neuer Kursus, um weitere Kräfte auszubilden, organisiert über das Büro der Ländlichen Erwachsenenbildung in Barnstorf und geleitet von Richard W. Bitter aus Diepholz und Rolf Hedemann. Die künftigen Gästeführer absolvieren satte 135 Stunden, akkumulieren Wissen zwischen Kunst, Kultur und Kirche, Siedlungsgeschichte, Architektur und Haftungsfragen – garniert mit Führungen durch die schönsten Gebiete des Landkreises Diepholz zum Abschluss sowie eigenen ersten Versuchen. „Bestandteil ist auch ein Seminar über die Umsetzung eigener Konzepte.“Laut Hedemann seien bereits Gästeführungen mit Pferden oder Hunden gewünscht worden, in historischen Kostümen, mit anderen besonderen Themenschwerpunkten. Und oft genug haben die Gästeführer, die bereits gebucht werden können, sich flexibel um diese Sonderwünsche gekümmert. Ein Termin zur Werbung für einen Besuch in der Region könnte der 17. Juli sein, denn zum „Tag der offenen Gärten“ soll in die Samtgemeinde Kirchdorf eingeladen werden. Interessenten können sich gerne an Rolf Hedemann (Tel. 01 52 / 08 89 76 62) wenden.

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