Tischler und Zimmerer machen Station in Kirchdorf

Pass für den Wandergesellen

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Die Wandergesellen Bastian Rudloff (links) und Sigmund Siegmund (das „e“ im Nachnamen steht für „Ende“) mit Ute Vogt und Heinrich Kammacher im Rathaus in Kirchdorf.

Kirchdorf - Bastian Rudloff war vor einem Jahr schon einmal in Kirchdorf: Er hat, zusammen mit anderen, Michael Vogt abgeholt. Der Kirchdorfer Bootsbauer brach auf zur drei Jahre und einen Tag andauernden Zeit als Wandergeselle. Seitdem steht das Haus der Familie Vogt auf der „Liste“ der möglichen Übernachtungsstationen für die Wandergesellen, die, wie Michael Vogt, mit den „Freien Vogtländern Deutschlands“ unterwegs sind.

In Deutschland unterwegs sind, wie auch im Ausland – und für Stationen im Ausland brauchen die Wandergesellen ebenso einen ganz regulären Ausweis.

Was aber, wenn der bei der Heimatbehörde beantragt werden muss (eigentlich) und man als Wandergeselle aber bis auf 50 Kilometer nicht an seinen Heimatort heranreisen kann? „Für diesen Ausnahmefall gibt es die Amtshilfe“, sagt Ute Vogt.

Handwerker sehen die Welt

Michaels Mutter ist Standesbeamtin im Rathaus In Kirchdorf und erklärt das Prozedere: „Wenn beide Meldeämter kooperieren, gibt es die Option der Passermächtigung.“ Und dann kann also auch Ute Vogt einen Pass ausstellen für Sigmund Siegmund, gebürtig aus Schlierstadt / Osterburken in Baden-Württemberg. Der Zimmerer ist seit zwei Jahren und drei Monaten unterwegs. Er bereiste bisher Deutschland, Österreich, die Schweiz, Dänemark, Schweden, Frankreich, Spanien und Luxemburg. Siegmund und Rudloff (gebürtig aus Haimar im Landkreis Sehnde in Niedersachsen) sind oft zusammen unterwegs, Bastian Rudloff ist Tischler und seit zwei Jahren und neun Monaten auf Wanderschaft. Er bereiste bisher Deutschland, Österreich, die Schweiz, Dänemark, Lichtenstein, Spanien, Hongkong und die Philippinen.

Verbotszone: Während der Wanderschaft nicht näher als 50 Kilometer an den Heimatort

„Dank der Mutter von Michael Vogt hat man als Wandergeselle nämlich einen sehr guten Kontakt zu den Behörden und auch jederzeit eine wohlige Herberge“, erklären Rudloff und Siegmund. Für die Zeit der Wanderschaft gelte ein Bannkreis im Radius von 50 Kilometer um den Heimatort. Diesen Bannkreis dürfe man nicht betreten und auch nicht durchfahren, erklären die beiden Wandergesellen, die auch von Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher im Rathaus begrüßt wurden, als Siegmund seinen neuen Reisepass beantragte. Nächste Station des Duos soll Suhl sein.

Mutter Ute Vogt hat ihren Sohn Michael derweil bereits zwei Mal besucht: in Kiel und in Berlin. Zwischendurch machen Wandergesellen Station in Kirchdorf, mancher mit Informationen von Michael. „Ich freue mich über jeden, der vorbeischaut“, sagt Ute Vogt.

sis

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