Orts-Partnerschaft zwischen Barenburg und Bessé-sur-Braye

Pandemie kappt Kontakte: „Müssen fast neu starten“

Nach drei Jahren werde es höchste Zeit für einen offiziellen Partnerstadtbesuch der Gäste aus Deutschland in Frankreich. Das Foto zeigt Hans-Jürgen Habelmann in der Gartenschau im Schloss Chaumont-sur-Loire beim jüngsten, eher privaten, Besuch.
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Nach drei Jahren werde es höchste Zeit für einen offiziellen Partnerstadtbesuch der Gäste aus Deutschland in Frankreich. Das Foto zeigt Hans-Jürgen Habelmann in der Gartenschau im Schloss Chaumont-sur-Loire beim jüngsten, eher privaten, Besuch.

Barenburg – Es besteht seit 1984 eine Partnerschaft von Bessé sur Braye mit der Samtgemeinde Kirchdorf in Niedersachsen, zusammen mit vier anderen Gemeinden im Département Sarthe. Heiß umkämpft ist das jährliche Fußballspiel zwischen den Teams aus Deutschland und Frankreich, das alle Altersklassen auf dem Rasen im Dribbelspiel um den Ball versammelt. Im jährlichen Wechsel waren die Kommunen bisher Gastgeber. Freundschaften sind entstanden, nein, leider keine Ehen. Aber Trost wird gespendet, wenn Liebste versterben. Kann eine Pandemie diese langjährigen Bindungen kappen? Wohl kaum, möchte man meinen. „Durchaus“, sagt Hans-Jürgen Habelmann. Er ist seit langen Jahren selbst Mitglied des deutschen Organisationskomitees und einer dessen Motoren.

Und er hatte lange sinniert, ob für dieses Jahr ein Besuch möglich ist. Als ganz offizieller Partnerstadtbesuch einer deutschen Delegation aus der Samtgemeinde Kirchdorf in Frankreich aber eher nicht: „Wir haben überlegt. Dass es als private Reise aber gehen sollte und daher Stammfahrer gefragt“, berichtet Habelmann. So sei eine kleine Gruppe zusammengekommen, die in privaten Wagen fast 1 000 Kilometer an die Sarthe, nördlich von Tours, reiste. „Immer unter strikter Einhaltung aller Vorgaben“, betont Habelmann.

Während der bisherigen Phasen der Pandemie war er im Austausch mit seinen Freunden in Besse-sur-Braye, daher wusste er um die wesentlich strikteren Auflagen, die lange Zeit und immer wieder in Frankreich galten.

Die 24 Reisenden aus Deutschland verstärkten über vier Tage die sich langsam lösenden Bande zwischen den Kommunen. Bei einem Picknick mit Boulespiel in St. Calais sei beraten worden, wie es in Zukunft weitergehen könne mit den Besuchen, mit der Partnerschaft.

„Meine Befürchtung war, dass, wenn wir uns mehr als zwei Jahre nicht persönlich sehen, wir die Kontakte verlieren werden“, erklärt HansJürgen Habelmann. Und? „Ich hätte Recht behalten.“ Es wären nur jene Feundschaften weiter bestehen geblieben, die seit Jahren bestehen. Wichtig aber sei immer auch der Austausch der jugendlichen Sportler untereinander gewesen. Und hier hätten die Distanz, das Wegfallen persönlicher Besuche, bedingt durch die Pandemie, einen Schnitt bedeutet. Womöglich das Ende der bestehden Partnerschaft.

Aber auch diejenigen Teilnehmer aus Deutschland und Frankreich, die sich schon lange Jahre gegenseitig besuchen und austauschen, hätten zunächst auf Abstand gestanden. Statt der sonst üblichen „Bisous“, den Küsschen auf die Wange, begrüßten sie sich mit Ellenbogen an Ellenbogen.

Nach zwei Tagen aber hätte sich die Situation wieder beruhigt.

Die Gastgeber in Frankreich hätten bewundert, dass die Gäste aus Deutschland die weitere Anreise unter den geltenden Bedingungen auf sich genommen hätten. „Für die Zukunft des Austausches zwischen den Kommunen war dieser Besuch sehr wichtig“, betont Habelmann. Beide Seiten hoffen, dass die Einladung zum Treffen in 2022 ergehen kann – mit Jugendlichen, als Gruppe, mit gemeinsamer Anreise per Bus, ganz offiziell.

Die Schwierigkeit bildete für das kommende Jahr ausgerechnet der Terminkalender. Wenn sich der mit den traditionellen Veranstaltungen füllen kann, dann besteht für den Besuch in Frankreich innerhalb der Sommerferien 2022 nur ein kleines Zeitfenster: Kreisjugendfeuerwehrzeltlager, Schützenfest in Barenburg und Lehrbeginn am 1. August würde allein die letzte Juliwoche möglich sein, mit Rückkehr am 30. Juli.

„Wir wollen die allgemeine Situation beobachten. Geplant sind Videokonferenzen alle drei Wochen mit dem französischen Komitee“, sagt Hans-Jürgen Habelmann. Drei Jahre hätte es dann keinen Austausch zwischen den Kommunen und den Vereinen gegeben. „Da müssen wir fast neu starten, aber wir werden uns kümmern.“

Von Sylvia Wendt

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