Oldtimerfreunde Kirchdorf absolvieren 1500 Kilometer auf Norwegen-Fahrt

Schnauferl auf großer Tour

+
Mediengruppe Kreiszeitung

Barenburg - Und wenn dann ein Borgward Isabella Coupé von 1960 vorbeigleitet, dann guckt man halt. Auch das Mercedes SL Cabrio von 1977 ist ein flotter Flitzer für fröhliche Fahrten. Hätte die Achsmanschette des R 16 aus dem Jahr 1978 nicht am Tag vor der Abfahrt signalisiert, dass sie reißt, wären Gisela und Bernd Wolff aus Barenburg mit ihm gefahren. So war es der Saab 900 aus dem Jahr 1989, der sich als Youngtimer zu den beiden Oldtimern gesellte. Keine reguläre Ausfahrt hatten die drei Paare Brokate, Freer und Wolff vom Oldtimerstammtisch Kirchdorf auf dem Plan, sondern eine Norwegenreise. Ob die historischen Fahrzeuge wohl auch die Steigungen dort bewältigen würden?

Taten sie. 1500 Kilometer, ohne Murren. Manch Oldtimerbesitzer lässt sein Vehikel nur bei Sonnenschein an die Luft, der norwegische Regen taufte alle drei Fahrzeuge der Gruppe ausgiebig.

Inge und Helfried Freer aus Mallinghausen mit ihrem Borgward, Inge und Wilhelm Brokate aus Kirchdorf mit dem Mercedes sowie Wolffs aus Barenburg mit dem Saab hefteten sich in Deutschland auf die rechte Spur der Autobahn und genossen die Schiffspassage von Kiel nach Oslo auf der großen Fähre. Die norwegische Hauptstadt wurde erkundet, bevor den Schnauferln die Bergetappen zugemutet wurden.

Was Bernd Wolff über die einzelnen Etappen erzählt, wird zu einem wunderbaren Strauß an Erlebnissen zwischen Barockkirchen, Silberminen, schwerem Wasser, Rosenmalerei und Wasserkraftwerken. Ausgearbeitet hatte die Route Helfried Freer, der etliche Kontakte in die Telemarkregion hat. Über Drammen, Kongsberg und Heddal führt die Fahrt nach Rjukan, das weltberühmt wurde, weil Sonnenspiegel auf dem Berg im Winter das Licht ins dann finstere Tal werfen.

Die heldenhafte Tat norwegischer Partisanen am Tinn-See hört die Gruppe zum ersten Mal: Man hat im Zweiten Weltkrieg ein Schiff mit „schwerem Wasser“, notwendig für die Herstellung von Atombomben, nicht in die Hände von Hitlers Truppen fallen lassen wollen – und zerstörte Wasserwerk sowie Schiff mit Sprengstoff.

Unterwegs trifft die Gruppe auf Oldtimerfahrer aus Norwegen. Schnee am Raulands Fjell am Rande der Hochebene Hardangervidda beeindruckt ebenso, wie die Wasserfälle, die mit ohrenbetäubendem Lärm in die Tiefe stürzen.

Die Einkehr in eine Hütte, nach Wandertouren und Angel-Erfolg, bildet den Abschluss einer eindrucksvollen Rundfahrt mit vielen Sehenswürdigkeiten abseits der großen Touristikrouten. Witzig: Eine Nachbarin bemerkt den Saab – und bietet vier Reifen mit Spikes und einen Auspuff als Ersatzteile an. Doch dafür ist leider kein Platz im Auto.

Am ersten Mittwoch im Monat ist Oldtimer-Stammtisch, um 19.30 Uhr, in Kirchdorf. Ausfahrten im Umkreis von 100 Kilometern stehen öfters auf dem Plan – und die große Reise nach Norwegen soll nicht die letzte lange Tour gewesen sein. Oldtimerfreunde sind herzlich eingeladen, sich der Gruppe anzuschließen.

sis

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Reitturnier in Wechold bei Familie Bösche

Reitturnier in Wechold bei Familie Bösche

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Meistgelesene Artikel

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Fahrt in den Straßengraben endet glimpflich

Fahrt in den Straßengraben endet glimpflich

Kommentare