Besuch im Tierheim

Oberschüler engagieren sich für den Tierschutz

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Die Oberschüler aus Varrel erkundeten das Tierheim in Lindern.

Sulingen/Varrel – Das hatten sich Maira Plate, Michelle Wilkens, Laura und Lisa Busse und Thalia Mbah eigentlich ein bisschen anders vorgestellt. Die jungen Schülerinnen der Oberschule Varrel waren unterwegs in ihren Heimatgemeinden Barenburg, Varrel und Bahrenborstel: Die Haussammlung erfolgte im Rahmen der Kooperation zwischen der Oberschule Varrel und dem Tierschutzverein Sulingen und Umgebung.

Doch nicht immer trafen die Schülerinnen auf Unterstützung, manchmal nicht einmal auf Verständnis: „Einige Bürger haben uns die Tür vor der Nase zu gemacht“, sagt Lisa Busse, immer noch empört. Tierheimleiterin Marita Görges versucht, zu beschwichtigen: „Ihr habt doch eine tolle Summe zusammengesammelt.“ Genau 1 034 Euro. Die Oberschüler dürfen tatsächlich stolz sein. Die Haussammlung folgte als zweites Projekt auf den Verkauf von Hundekeksen, die in der Schulküche eigens hergestellt worden waren und die die Schüler erfolgreich beim Nikolausmarkt verkauft hatten.

Finden sich erneut Oberschüler für Haussammlungen? Die vier Schülerinnen haben zwar nicht nur negative Erfahrungen beim Gang von Tür zu Tür gemacht, doch die Ablehnung mancher Mitbürger lässt sie betroffen zurück. Ausreden, warum ihnen keine Spende mitgereicht wurde, haben die Schülerinnen schnell als solche erkannt. Die Summen, die mitgegeben wurden, reichten von 50 Cent bis zu 50 Euro. Die 50 Cent haben Lisa Busse geärgert. „Muss es aber nicht, wenn vier Personen jeweils 50 Cent geben, sind das schon zwei Euro“, rechnet Görges vor und anschließend in Tierfutter um. Erklärt, dass nicht jeder mit der Arbeit der Mitglieder des Tierschutzvereins Sulingen und Umgebung zufrieden ist. Speziall jene, denen Tiere entzogen wurden, versuchten, in ihrem Umfeld den Einsatz der Tierschützer schlecht zu reden. „Ja, aber die Tiere können doch nichts dafür“, sagt Lisa. Eine große Gruppe engagierter Schüler hat sich auf den Weg nach Lindern gemacht, begleitet von Lehrerin Elke Bier und Schulsekretärin Yvonne Kosten. Der Besuch im Tierheim zeigt den Schülern lautstark und fluffig, wofür sie sich engagieren: Cesar, weißer Flokati auf vier Beinen, hüpft von einem zum anderen. Doch das ist nur eine Seite.

Neue Tiere, die sich akklimatisieren, haben sich heiser gebellt, weichen in ihren Zwingern zurück, sind misstrauisch. Der Rundgang führt an den Katzenhäusern vorbei über das Areal, deren Aufbau Marita Görges gerne erklärt.

Zwischendurch bleibt Zeit für viele individuelle Fragen rund um die tägliche Arbeit der Tierschützer im Tierheim in Lindern. 20 Hunde, 35 Katzen gilt es aktuell zu versorgen. Im Jahr 2018 haben die Tierschützer insgesamt 180 Hunde und 550 Katzen aufgenommen. Außerdem Kaninchen, Meerschweinchen und Igel - die wiederum in eigenen Pflegestellen untergebracht sind. Finanziert durch Spenden und Beiträge der Stadt Sulingen sowie den Samtgemeinden Schwaförden, Siedenburg und Kirchdorf sind drei bis vier Mitarbeiter im Tierheim beschäftigt. Gerade auch wieder ein Auszubildender zum Tierpfleger. Ein Beruf, der wohl nicht mehr so nachgefragt ist, sagt Görges im Hinblick auf die heutige Jugend, die so... so... „digitalisiert ist“, ergänzt Yvonne Kosten. „“Genau“, sagt Görges.

Komplett digitalisiert sind zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Oberschule Varrel dann doch nicht: Inwieweit im Rahmen der Kooperation zwischen Schule und Tierschutzverein weitere Projekte durchgeführt werden können, stehe noch nicht fest, sagen Elke Bier und Yvonne Kosten.

Unterstützung für den Tierschutz solle es weiter geben. Die nächste Backaktion ist fest gebucht, der Verkaufsstand beim Nikolausmarkt in Varrel für den 6. Dezember bereits bestellt.

Marita Görges weiß, dass sie und ihr Team für Veranstaltungen der Tierschützer immer ehrenamtliche Helfer unterstützend an ihrer Seite haben. Und dann ist ja noch der tägliche Einsatz: Alles säubern und neu vorbereiten, Wäsche waschen, Tierarzttermine wahrnehmen, Futter abholen...

Der Tierschutz bedarf täglich einer ganzen Schar an Helfern. In die haben sich etliche Varreler Oberschüler jetzt eingereiht.   

sis

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