Neues Sprachrohr

Wohnungslose gründen Verein

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Wohnungloser in Freistatt.

Freistatt – Wer weiß es besser als die Betroffenen selber? Um den Wohnungslosen und ehemals wohnungslosen Menschen in Deutschland eine neue Plattform der Selbstvertretung zu bieten, haben 28 Gründungsmitglieder bei einem Treffen in Freistatt einer neuen Vereinssatzung zugestimmt und damit den bundesweit agierenden Verein Selbstvertretung wohnungsloser Menschen ins Leben gerufen. Den neuen Vorstand bilden Hanne-Lore Schuh (Lüneburg), Lutz Schmidt (Herzogsägmühle), Corinna Lenhart (Pforzheim), Uwe Eger (Lüneburg), Karsten Dunzweiler (Mainz), Ulrich Wallheim (Herzogsägmühle) und Regina Amer (Wien).

Die Idee für die Vereinsgründung ging vom jährlichen Treffen wohnungsloser Menschen in Freistatt und im bayrischen Herzogsägmühle aus und soll dazu beitragen, „Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit effektiv zu bekämpfen“, wie Koordinator Stefan Schneider mitteilt.

Die Initiative wird vom Land Niedersachsen, von der niedersächsischen Diakonie, von der Aktion Mensch und von den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld gefördert.

Durch die Gründung habe der Verein eine Rechtsform für sich gefunden, in der es möglich ist, weitläufiger zu agieren als bisher. Dazu beitragen soll die Einteilung in die Zuständigkeitsbereiche Nord, Mitte und Süd: „Die Planung dafür laufen bereits, in der nächsten Zeit soll die Umsetzung folgen“, so Schneider. Damit soll das gesamte Bundesgebiet abgedeckt werden, sodass Betroffene in ganz Deutschland die Chance bekommen, ihren Eindrücken, Wünschen und Sorgen Ausdruck zu verleihen. Schneider betont: „Wenn nur Offizielle aus verschiedensten Institutionen über dieses Thema reden, fehlt oft der Bezug zur Realität, durch den Verein kommen die zu Wort, die selber mit den Problemen konfrontiert sind und damit leben müssen.“

Doch die Gründung von der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen soll durchaus mehr Funktionen erfüllen und nicht ausschließlich als Sprachrohr dienen: Finanzielle Angelegenheiten und die Organisation verschiedener Veranstaltungen und Aktionen können ab sofort über den Verein laufen. Auch Spenden können im Namen der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen einfacher entgegengenommen werden.

Am Ende steht für Schneider jedoch eines im Vordergrund: Man gewinne an Struktur, die es unkomplizierter machen soll in einem komplexen Thema wie der Wohnsituation vieler Menschen, die eigenen Interessen leichter vertreten zu können. „Das Ziel ist es nicht, dass jeder Mensch ohne Wohnung Mitglied in dem Verein wird, das ist natürlich unrealistisch, aber ein bundesweit agierender Verein ist die Grundlage für eine noch größere Reichweite unserer Interessen“, so Schneider.

Laut Satzung können nur wohnungslose, ehemals wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen Mitglied des gemeinnützigen Vereins werden. BJARNE KOMMNICK

Weitere Informationen  

www.wohnungslosentreffen.de

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