Belastung für Kommune wird steigen

Neuerungen bei Kiga und Schulpflicht: Geplant wird später

Das Archivfoto zeigt spielende Kinder und Leiterin Silke Bornkamp (l.) bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Kindergartens „Sonnenstrahl“ in Barenburg im Sommer 2017.

Kirchdorf - 1,65 Millionen Euro schultert die Samtgemeinde Kirchdorf derzeit, um die Betreuung der Kinder im Alter unter sechs Jahren in Kindergärten und Krippen gegenzufinanzieren – um die Elternbeiträge gering zu halten. Dieser Millionenbetrag wird steigen, da auch das dritte Kindergartenjahr künftig kostenfrei sein soll.

Noch steht allerdings nicht fest, wie viel mehr die Kommune schultern wird. Die Planungen für das neue Kindergartenjahr hängen aber auch durch eine weitere Neuerung bezüglich der Schulpflicht derzeit etwas in der Luft.

Die Niedersächsische Landesregierung wolle das Einschulungsalter flexibilisieren, heißt es. Ob Kinder, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, eingeschult oder noch ein Jahr zurückgestellt werden, sollen künftig die Eltern entscheiden. Bis wann sie sich festgelegt haben sollen, steht noch nicht fest, im Gespräch ist der 1. Mai. Dann könnten die Planungen beginnen und danach stünde fest, ob genügend Kindergartenplätze – auf die Eltern einen Rechtsanspruch haben – in der jeweiligen Kommune zur Verfügung stehen.

Nachgefragt in der Samtgemeinde Kirchdorf: „Wir nehmen derzeit noch die Anmeldungen entgegen. Ob es in der Abwicklung zu Engpässen kommen kann bezüglich des Wunschplatzes, lässt sich deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher. Nicht alle Kindergartengruppen in der Samtgemeinde seien ausgebucht, obwohl etwa 95 Prozent der Kinder im entsprechenden Alter die Kindergärten besuchen. Etwa die Hälfte der unter Dreijährigen besuche aktuell eine Krippe in der Samtgemeinde.

Hoffnung auf genug Kapazitäten

Wie es sich auswirke, wenn nun Kinder ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben sollen, das sei noch nicht abzusehen. „Wir hoffen, dass wir genügend Kapazitäten haben – sonst müssen wir nach intelligenten Lösungen suchen“, sagt Kammacher. In diesem Jahr seien es etwa zwölf Kinder, bei denen der Schulstart um ein Jahr aufgeschoben werden könnte.

Die Mitarbeiter der Verwaltung in Kirchdorf hoffen – wie wohl alle Kollegen landesweit – auf eine Festlegung des Stichtages. Denn erst danach könnte die eigentliche Planung beginnen. Wieviele unter Dreijährige werden in die Krippen gegeben? Für wieviele Mädchen und Jungen wird um einen Ganztagsplatz statt einer bisher vierstündigen Betreuung gebeten, angesichts der Tatsache, dass der Besuch künftig kostenfrei ist? „Wir lassen da keine Hysterie aufkommen“, sagt Kammacher. Die Kommune verfüge über „ein bisschen Luft“ in der Planung. 

Etwa 200 Kinder werden derzeit in den Einrichtungen in Barenburg, Bahrenborstel, Scharringhausen und Wehrbleck betreut. Die Spitzenverbände der Kommunen verhandeln derzeit mit der Landesregierung um die Kompensation für die Städte und Gemeinden, angesichts der kompletten Befreiung der Eltern von den Kindergartengebühren. Noch ist keine Einigung erzielt darüber, wer welchen Anteil übernimmt. Wunsch der Kommunen sei, dass das Land zwei Drittel der zusätzlichen Kosten übernehme, sagt Kammacher.

sis

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