„Digitalpakt“ erreicht Grundschule Kirchdorf in Form von iPads

Neue Medien sinnvoll integrieren

Über iPads für die Grundschule Kirchdorf im Rahmen des Digitalpakts freuen sich (von links) Heinrich Kammacher, Sandra Meißner, Katrin Gerken, Nadja Kulbarsch und Lea Vahrenkamp.
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Über iPads für die Grundschule Kirchdorf im Rahmen des Digitalpakts freuen sich (von links) Heinrich Kammacher, Sandra Meißner, Katrin Gerken, Nadja Kulbarsch und Lea Vahrenkamp.

Kirchdorf – Medienkompetenz steht noch nicht als Unterrichtsfach auf dem Stundenplan, aber müsste als Konsequenz zur Digitalausstattung der Schulen folgen.

„Dreiviertel der Viertklässler besitzen ein eigenes Handy oder können frei am Handy der Eltern agieren“, antwortet Konrektorin Katrin Gerken auf Nachfrage, ob es Informationen über die Nutzung von Handy und Co. unter den Schülern der Grundschule Kirchdorf gibt. Gerade erst sei das Team der „mobilen Polizeibühne“ an der Schule gewesen, habe, gestaffelt nach Klassen, unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Den Viertklässlern haben sie gezeigt, welche Spuren sie im Netz hinterlassen – und wie leicht Menschen mit böser Absicht und Technikkenntnissen alle Informationen zusammenfinden können und so den vollständigen Namen, die Adresse, das Alter und mehr wissen. Der Elternabend, der üblicherweise die „Einsätze“ der mobilen Polizeibühne begleite, habe coronabedingt nicht stattfinden können.

Gefährliche Spuren im Netz

Der Umgang mit neuen Medien will geschult sein – und das Kollegium der Grundschule Kirchdorf arbeitet deshalb in enger Abstimmung mit dem Schulträger daran, alle Kollegen mitzunehmen. Schritt für Schritt, sagt Gerken. Wer Fragen habe, fordere Antworten von den technikaffinen Kollegen ein. Ansprechpartnerin und Koordinatorin in Sachen Digitalpakt ist Lehrerin Lea Vahrenkamp.

„Das Kollegium agiert als Team und weiß sich durch eine gemeinsame Schulung und regelmäßige Dienstbesprechungen, bei denen die Digitalisierung immer auch ein Thema ist, auf einem sehr guten Weg“, sagt Gerken.

Das der Grundschule zustehende Geld aus dem „Digitalpakt“ ist nun abgefordert worden. „Aus dem ,Topf‘ erhält die Samtgemeinde Kirchdorf 77. 664 Euro und für die Lehrergeräte standen 6 .439 Euro zur Verfügung“, erklärt Fachbereichsleiterin Sandra Meißner. Damit sei die Summe für die Samtgemeinde erschöpft, alle weiteren Ausgaben Sache der Kommune als Schulträger, erklärt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher. Die notwendigen Ausgaben nach dieser Anschubfinanzierung werde die Haushalte der nächsten Jahre beschäftigen.

Laut Gerken könne die Grundschule mittlerweile auf ein stabiles und funktionierendes WLAN zurückgreifen. Dennoch habe sich das Kollegium gegen eine Ausstattung mit „Whiteboards“ entschieden, nutze Digitalkamera und Beamer, um Inhalte, ähnlich wie einst per Overhead-Projektor, für alle sichtbar, aber von den gerade angeschafften iPads an die Tafel oder die Wand zu „schmeißen“. Im Rahmen des Digitalpaktes sind nun die ersten zwölf iPads als Lehrergeräte eingetroffen. Die sollen nun getestet werden, die Lehrer sich mit der Handhabung des Gerätes für den Unterricht vertraut machen.

Gerken erklärt, dass ein Medienbildungskonzept für die Grundschule erarbeitet werde. Dazu gehöre, dass nicht alle Klassen mit einem Tablet arbeiten werden. Vornehmlich die Dritt- und Viertklässler werden es einbinden in den Unterricht, die Zweitklässler eher im Rahmen von Thementagen und die Erstklässler dürften „schnuppern“.

Schule will weiterhin „Kernauftrag“ erfüllen

Eingerichtet habe der Landkreis Diepholz, respektive dessen IT-Spezialist Jens Scharninghausen, die Geräte. In Kirchdorf hat er das in der Mensa getan „und die Kinder meiner vierten Klasse haben das von außen durch die Fenster genauestens beobachtet“, berichtet Gerken. Klar: Neugierde ist da. Aber dennoch will „Schule“ den Kernauftrag erfüllen – die Kinder sollen rechnen, lesen – und auch schreiben lernen. Mit der Hand, nicht nur mit dem Finger tippen und übers Display fahren.

In die Entscheidung gegen die Whiteboards eingeflossen seien deren hohe Kosten von 5 000 bis 6 000 Euro das Stück, die geringe Lebensdauer (ein Austausch nach sechs bis acht Jahren sei ratsam) – „und es ist auch nicht wirklich lustig, wenn man mal eben ins Internet möchte für den Unterricht, aber das Gerät Updates durchführt – und die ganze Klasse warten muss.“

Bis zum Halbjahr sollen Vorbereitungen und Schulungen beendet sein und danach die Schüler ihre Geräte kennenlernen. Die nehmen sie nicht mit nach Hause. Hausmeister Ralf Schomburg hat bereits einen Auftrag, Lageroptionen zu klären.

Selber an dem iPad Einstellungen vornehmen, etwa Apps herunterladen, geht nicht, weder für Schüler noch Lehrer – das wird zentral beim Landkreis gesteuert. „Das können wir bei der Samtgemeinde Kirchdorf ebensowenig leisten wie andere Kommunen“, bekräftigen Kammacher und Nadja Kulbarsch, Leiterin der Stabsstelle EDV bei der Samtgemeinde.

Drängen die Eltern auf das Nutzen der neuen Medien an der Grundschule? „Nein, die Eltern haben, vielleicht auch, weil wir alle Schritte immer kommuniziert und so für Transparenz gesorgt haben, uns nicht mit Nachdruck im Nacken gesessen.“

Von Sylvia Wendt

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