Gergana Belyova arbeitet ab 1. Oktober in der Praxis von Dr. Gisela Salje-Wolff

Neue Ärztin in Kirchdorf

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Kirchdorfer Praxisgemeinschaft (v.l.): Dr. Gisela Salje-Wolff, Gergana Belyova, Dr. Herbert Huth und Bärbel Nordmann.

Kirchdorf - Von Sylvia Wendt. Gergana Belyova ist in der Samtgemeinde Kirchdorf keine Unbekannte. Ein Jahr hat sie bereits als Ärztin für Allgemeinmedizin in einer Praxis gearbeitet.

Für die gebürtige Bulgarin war dieses Jahr einer der Schritte auf dem Weg, in Deutschland als Allgemeinmedizinerin arbeiten zu können. Ein weiterer Schritt: 22 Monate Weiterbildung auf der Abteilung für Innere Medizin in einer Klinik. Ganz unspektakulär kam dann die Benachrichtigung über die Anerkennung als Fachärztin für Allgemeinmedizin per Post. Und tags drauf ein Anruf.

Von Gisela Salje-Wolff, Ärztin mit Praxis in Kirchdorf, und mit der Frage, was Kollegin Belyova denn nun machen wolle. Nein, sie habe nicht gewusst, dass die Anerkennung gerade im Haus Belyova angekommen war. Aber die zeitliche Nähe von Anruf und Zulassung zeige, dass die Frauen einen Draht zueinander hätten. Salje-Wolff bietet der Kollegin an, als angestellte Ärztin in ihrer Praxis in Kirchdorf mitzuarbeiten. Belyova sagt zu. Und orientiert sich beruflich damit in die entgegengesetzte Richtung wie ihr Ehemann, der als Arzt im Osnabrücker Land tätig ist.

Gergana Belyova hat zuletzt an einer diabetologischen Klinik gearbeitet. „Das wollen wir versuchen zu nutzen, wollen eine Zulassung beantragen, um die Kenntnisse von Frau Belyova auch für die Patienten der Praxis in Kirchdorf nutzen zu können“, erklärt Salje-Wolff. Es wäre eine Ergänzung zum Angebot durch Kollegen Dr. Herbert Huth, der in seiner Praxis Schulungen in Sachen Diabetes und Hypertonie anböte.

Die Praxisgemeinschaft mit Dr. Huth, Diplom-Psychologin Bärbel Neumann (Praxis für Psychotherapie) und Dr. Gisela Salje-Wolff bleibt wie bisher bestehen. Derzeit denken Salje-Wolff / Belyova nicht über eine Erweiterung der Sprechzeiten nach. Die Erfahrung beider Frauen soll den Patienten der Praxis in vollem Umfang zugutekommen. Salje-Wolff ist seit 30 Jahren als Allgemeinmedizinerin tätig und Belyova, 47 Jahre alt, hat insgesamt 17 Jahre als solche gearbeitet, zuletzt fünf Jahre in einer Klinik. Das bulgarische Gesundheitssystem habe die Entscheidung der Familie, ins Ausland zu gehen, maßgeblich beeinflusst. Gergana Belyova schildert die Situation, ohne ins Detail zu gehen, als eine, die sie als Ärztin in bald tägliche Konflikte gestürzt habe. 

Untersuchung per Ultraschall

Die Überweisung von (streng aufgeteilten) Patienten an Fachärzte etwa sei budgetiert. Doch: „Auch so kommen die Patienten, das kann man ja nicht vorhersehen“, sagt Belyova, über den Zwiespalt, einem Patienten eventuell keine der dringend benötigten Überweisungen geben zu können. Ohne Überweisung sei die Behandlung durch Fachärzte privat zu zahlen. Für die Fachärzte wiederum bedeute die beschränkte Zahl von Patienten entsprechend budgetiertes Einkommen. Das müssten sie durch andere Aufgaben, etwa Einsätze an Kliniken, wieder ausgleichen. Flapsig formuliert: Belyova kennt das Thema Budgetierung, das es auch in der deutschen Praxislandschaft gibt. 

Für diesen Monat ist noch ein besonderes Gerät nach Kirchdorf bestellt: Kollegin Belyova wird dann Bauch, Beine und Schilddrüse per Ultraschall untersuchen. Die Überprüfung der inneren Organe, der Durchblutung der Extremitäten oder das Aufspüren etwaiger Vergrößerungen der Schilddrüse gehören damit zu den (Kassen)Leistungen, die Belyova anbieten wird. Das gehöre zur Standard-Diagnostik heute dazu, sagt Salje-Wolff.

Ab dem 1. Oktober arbeitet Gergana Belyova offiziell in Kirchdorf. Die Entscheidung für eine Tätigkeit auf dem Land sei leicht gefallen – große Städte schätzt sie allein für einen Abstecher ab und an. Und Salje-Wolff, 58, hat nicht vor, ihren Platz in der Praxis zu räumen, „auch wenn die Gerüchteküche das immer gerne anheizt“.

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