„Straßenbegleitgrün“ an Ortsumgehung Barenburg

Neuanpflanzungen im Verlauf der Bundesstraße 61 in der Kritik

15 Lindenbäume sollen an diesem Standort heimisch werden, ausgangs der Ortschaft Barenburg.
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15 Lindenbäume sollen an diesem Standort heimisch werden, ausgangs der Ortschaft Barenburg.

Barenburg – Bäume, Sträucher und mehr, die unter dem Namen „Straßenbegleitgrün“ im Amtsdeutsch zu finden sind: Es sind elf Stellen entlang der Ortsumgehung der Bundesstraße 61 im Bereich der Gemeinde Barenburg, für die das Team der Firma „AGT Landschaftsökologie und Umweltplanung“ aus Hatten-Sandkrug „Grün-Maßnahmen“ geplant hat. Die Liste umfasst Anpflanzungen von Bäumen und Sträuchern, eine Grünlandfläche soll wiederhergestellt, eine Mahd auf einer kleineren Brachfläche durchgeführt, zur Böschungssicherung sollen 125 Quadratmeter Rollrasen verlegt werden.

Die Vorgabe der Straßenbauverwaltung Nienburg lautete, standortgerechte, heimische Pflanzen („Norddeutsches Tiefland“) zu wählen.

Zehn Seiten umfasst der umfangreiche Plan samt detaillierter Zeichnungen. Und noch bevor die letzten Pflanzen im Boden sind, ereilt die zuständigen Mitarbeiter in Nienburg ein Anruf eines Bürgers. Der beschwert sich über die Anpflanzung von Bäumen im Bereich der Einmündung der Straße Postmoor auf die B 61. Dort haben die Planer auf der östlichen Seite der Bundesstraße 15 Lindenalleebäume vorgesehen. Die Bäume folgen hier dem leicht kurvigen Straßenverlauf. Laut Planer ist ein Abstand von zwölf Metern vorgesehen. Der Abstand zur Bundesstraße betrage laut Michael Täte etwa fünf Meter. Täte ist Gartenbautechniker und der Mitarbeiter der Straßenbauverwaltung in Nienburg, der die Arbeiten im Blick hat. Er berichtet von einem Ortstermin mit dem Barenburger Bürger, der moniert habe, die Bäume würden im Sichtdreieck des Fahrers gepflanzt sein, der, aus dem Postdamm kommend, die Bundesstraße 61 überqueren möchte oder auf sie einbiegen.

Anpflanzungen hinter der „Freibad Siedlung“.

Dieses Argument bringt auch ein Anrufer vor, der sich in der Redaktion meldet. „Hätte man die Bäume weiter zurückgesetzt, würden sie kein Problem darstellen.“ Und das in gleich mehrfacher Hinsicht, argumentiert der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Er findet, dass, würden die Bäume nicht so nah an der Straße stehen, sie nicht regelmäßig beschnitten werden müssten.

Michael Täte bestätigt den regelmäßigen Baumbeschnitt: Es werde darauf geachtet, dass die Bäume stets bis in einer Höhe von 4,50 Meter über der Fahrbahn aufgeastet seien. Da sie in einer Reihe stünden und nicht versetzt, sei der Blick des Verkehrsteilnehmers eben nicht beeinträchtigt, er könne den Verkehr aus südlicher Richtung im Blick haben.

Auf Munterburger Seite, westlich der Bundesstraße 61, sind weitere 16 Lindenalleebäume gepflanzt, zusätzlich 75 „leichte Sträucher“ in „flächiger Anpflanzung“, auch um den Wendehammer herum, der auf der alten Trasse der Bundesstraße neu angelegt wurde.

Gehölze und Sträucher galt es, zu pflanzen.

Die Herstellung einer sogenannten Wiesenblänke auf 150 Quadratmetern direkt neben den 16 Lindenalleebäumen auf östlicher Seite habe sich, so erklärt es Michael Täte, schon von allein erledigt. Soll heißen: Die Wiesenblänke, gedacht, um große Wassermengen aufzufangen, die dann dosiert an das Grundwasser abgegeben werden könnten, habe sich die Natur bereits von selbst dort eingerichtet.

Die neu gepflanzten Bäume, die jetzt moniert werden, schätzt Michael Täte auf ein Alter zwischen 15 und 20 Jahren.

Im Bereich hinter der sogenannten „Freibad-Siedlung“, dem Wohnbereich östlich des Freibades, wurden inzwischen Sträucher und Obstbäume gepflanzt, als Abgrenzung zur Trasse der Ortsumgehung.

Ende der Arbeiten Ende April

Was noch fehle, seien die Einsaatarbeiten, die deutlich später im Jahr erfolgen, erklärt Michael Täte. Mit einem Ende der jetzigen Arbeiten rechne er bis Ende April. Für Oktober sei eine erste Abnahme vorgesehen. Dann werde geprüft, ob alle Leistungen erbracht seien. Bis dahin sei auch ein Anwachserfolg zu sehen - oder eben nicht.

Die Anpflanzungen erfolgten inklusive mulchen und sind fast beendet.

Laut Liste sind 74 Hochstämme, 55 Obstbäume und 1960 leichte Gehölze angepflanzt worden. Auf einer etwa 3,2 Hektar großen Brachfläche (eine ehemalige Grünlandfläche) eine mehrmalige Mahd durchgeführt worden, um die Grünlandnarbe wiederherzustellen. Etwa 120 Kubikmeter Oberboden sei auf die angrenzenden Pflanzflächen verteilt worden, inklusive nachfolgender Bodenbearbeitung. Auf fast einem Hektar Brachflächen sollen zwei Obstwiesen entstehen. 25 sogenannte Eichenspaltpfähle werden als Abgrenzung zu landwirtschaftlichen Flächen gesetzt. Die Trasse der Ortsumgehung Barenburg ist auf der gesamten Länge mit Leitplanken eingefasst.

ANGEMERKT

Jetzt noch nicht – aber später einmal?

VON SYLVIA WENDT

Ein Bürger ruft in der Redaktion an, ärgert sich über die Anpflanzung an der Ortsumgehung der B 61 in Barenburg. Auf zum Ortstermin. Die „Bäumchen“, die da jetzt stehen, bilden so keine Sichtbeeinträchtigung: Jetzt noch nicht, sie sind noch zu dünn. Aber später? Der Fachmann der Straßenbauverwaltung erklärt, Äste würden später auf konstant mindestens 4,50 Meter ab Straßenhöhe „aufgeastet“, also abgesägt; und damit nicht ins Sichtfenster ragen. Da die Bäume in einer Reihe stünden (auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite), würden sie das Sichtfenster ebenfalls nicht beeinträchtigen. Ein Argument, das nachvollziehbar ist. Anderseits hat ein anderer Fachmann der Redakteurin gerade erklärt, warum das zuständige Forstamt eine etwa zehn Meter breite Schneise zwischen Straße und Baumbepflanzung frei schneidet – um Verkehrsteilnehmern und Tieren eine bessere Sicht auf den jeweils anderen zu ermöglichen. Das klingt wie ein Widerspruch, in den sich zwei Fachleute verstrickt haben.

Fachplaner argumentieren zudem in entsprechenden Foren, dass zur Verkehrssicherheit eine sogenannte Blendschutzpflanzung vorgenommen werde könne und der Verkehrsteilnehmer so eine „optische Führung“ erhalte. Das könnte der Hintergedanke auch für Barenburg sein (im Plan steht es nicht), denn die Lindenallee an der Ortsumgehung mag mit hier erlaubten 100 km/h aus Richtung Norden kommende Verkehrsteilnehmer hinweisen darauf, dass da eine Ampel kommt. Die auch mal auf Rot steht. An der man dann anhalten muss.

Ja, irgendwann beginnt auch eine Tempo-70-Zone vor der Ampel. Der Bürger, der in der Redaktion anruft, ist sich im Klaren darüber, dass sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Vorgaben halten, zu hohe beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit sei ein allgemeines Problem – und dieses Fahrverhalten stelle dann eine Gefahr für andere dar.

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