Neu: Mit Beratungszentrum

Eingangsbereich im Pflegezentrum Kirchdorfer Heide wird umgestaltet

Pflegedienstleiterin Nicole Koteras steht, wo später ein Empfangstresen Anlaufstelle sein soll für Besucher, Bewohner, Gäste. Hinter Verbundleiter Wolfgang Klee werden Glastüren das „Café Sammeltasse“ abtrennen.

Kirchdorf - Wer auch immer die Fliesen ausgesucht hat, die vor zwölf Jahren im Eingangsbereich des Pflegezentrums Kirchdorfer Heide verlegt wurden, hat einzig die Funktionalität im Blick gehabt. Alle anderen das Muster. Sie werden jetzt entsorgt. Der neue Fußboden ist einer der vier Bauabschnitte, die aus dem bisher unzusammenhängenden Eingangsbereich ein strukturiertes Areal machen sollen. Nach zwölf Jahren haben sich Bedarfe ergeben, denen Bethel im Norden Rechnung tragen möchte.

Die Mitarbeiter um Pflegedienstleiterin Nicole Koteras und Verbundleiter Wolfgang Klee sehen sich etwa immer häufiger um Beratungsgespräche gebeten. Die dauern im Schnitt eine Stunde, oft länger. Besprochen werden intime Fakten, finanzielle Details, oft genug flankiert von Sozialhilfe und Altersarmut. Bisher gab es dafür keine geschützten Räume.

Umzug aus dem eigenen Zuhause geschieht immer später

Das Foyer wird daher umgestaltet als Beratungszentrum. Am Tresen können kurz Fragen beantwortet, im dahinter liegenden Raum die intensiveren Gespräche geführt werden. Die Beratung bleibe auch künftig kostenlos, erklärt Klee. Oft genug sei für vorbereitende Gespräche übrigens keine Zeit: Pflegende Angehörige, meist selbst Senioren, stünden aufgrund von akuten Notfällen ihrer Pflegebedürftigen oft vor einem Haufen Fragen.

Eine Situation, die sich vor Jahren bereits abgezeichnet hatte: Immer später erst wird ein Wechsel aus dem eigenen Zuhause in ein Heim überlegt. Dann ist oft sofort eine intensive Pflege notwendig. Und geklärt werden müssen zig Fragen rund um die Finanzierung. Laut Klee geht es zudem schnell nicht mehr um Kurzzeitpflege, sondern zügig weiter über die Verhinderungs- hin zur Dauerpflege: „Und jeweils sind neue Anträge notwendig“, sagt Klee. Immer öfter müssen die Mitarbeiter um Koteras und Klee Sofortlösungen finden, auch am Wochenende – dafür werde mit den geplanten Umbaumaßnahmen eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen.

180.000 Euro Kosten

Die Maßnahmen (neue Beleuchtung, neue Tresen im Eingangsbereich und im Café Sammeltasse, Malerarbeiten und neuer Fußboden sowie räumliche Abtrennungen) sind mit Kosten in Höhe von 180.000 Euro berechnet, die Arbeiten sollen demnächst beginnen und bis Ende November abgeschlossen sein. Aus einem EU-Fördermittelprogramm für „Basisdienstleistungen“ (wie etwa das Beratungszentrum im Erdgeschoss) werden 89.000 Euro erwartet. Der Restbetrag wird durch Bethel-Spenden finanziert. Ohne Förderung oder Spenden könnte man die Baumaßnahme nicht durchführen sagt Klee.

Der Bereich des Cafés soll, durch Glastüren und -wände abgetrennt, ein echtes Café-Ambiente bieten. Der Bereich soll Treffpunkt sein, offen für Bewohner und ihre Gäste, Besucher, die sich informieren möchten. Freundlicher, heller, mit einem Dielenbodenimitat und Wänden in Backsteinoptik, soll hier eine gemütliche Atmosphäre geschaffen werden, in der Bewohner ihren Geburtstag feiern können, öffentlich Bingo oder Skat gespielt werden kann, größere Mitarbeiterrunden zusammenkommen können. Derzeit kümmern sich über 30 Vollzeitkräfte in den Bereichen Pflege und Hauswirtschaft um die 68 Bewohner, zusätzlich gibt es über 20 Halbtagskräfte. Und zahlreiche Freiwillige, die sich engagieren. „In den letzten zwölf Jahren haben wir einen großen Rückhalt in Kirchdorf erfahren“, sagt Klee. Deshalb wolle man am Standort Kirchdorf mit dem Café einen Treffpunkt schaffen, der auch Vereinen und Gruppen offen stehe. Weitere Veranstaltungen, Lesungen oder Konzerte, für Bewohner, Gäste und Bürger sind nicht ausgeschlossen – das müsse sich entwickeln.

sis

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