Umgestaltung in Eigenregie

Neu in Kuppendorf: Areal für Urnengräber

+
Eine Stele kennzeichnet das Areal, das Helko Krickemann, Klaus Wege und Heinrich Kammacher (von links) zeigen.

Kuppendorf - Von Sylvia Wendt. Die Dorfgemeinschaft funktioniert bestens. Wie in Kuppendorf. Im Jahr 2016 gab es zahlreiche freiwillige Helfer, die die Wege auf dem Friedhof erneuert haben. Pflasterstein für Pflasterstein. Und wer es mit dem Heben nicht mehr so hatte, der half beim Einschlämmen.

Das mit dem Einschlämmen stand jetzt wieder auf dem Plan. Wieder auf dem Friedhof.  In Form eines christlichen Kreuzes sind die Wege gepflastert in dem neuen Areal, das jetzt Urnengräbern vorbehalten ist. Etwa 120 Quadratmeter Fläche stehen zur Verfügung, es gibt Interessenten, die diese Plätze nachfragen - und ab sofort muss Heinz D. nicht mehr alleine in diesem Bereich liegen. Der 2016 Verstorbene hatte sich diese Bestattung gewünscht - und sie auch ohne das entsprechend gestaltete Areal erhalten. 

Angehörige sollen Platz nehmen können auf einet gusseisernen Bank, die um einen Baum steht. Noch ist nicht erkenntlich, was da wächst. Helko Krickemann, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde und selbst Kuppendorfer, erklärt, dass es sich um eine tiefwurzelige Dachplatane handelt. Das Astwerk ist in Form gehalten, sodass alles Wachstum auf „Sonnenschirmfunktion“ eingerichtet ist. 

Den Platz für Urnengräber auf dem Friedhof in Kuppendorf gestaltete die Dorfgemeinschaft in Eigenregie. 

Die freiwilligen Helfer aus der Kuppendorfer Dorfgemeinschaft haben den Bereich in vier Unterabschnitte geteilt, mit der Rundbank in der Mitte, einem nicht ganz kniehohen Wall drumherum, bepflanzt mit Heide - und einer Stele auf der Südseite. Die ist eine Spende der Samtgemeinde Kirchdorf. 

Auf der einen Seite eingraviert ist ein bekanntes Zitat von Pastor und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag“. Der Friedhof in Kuppendorf ist in gemeindlicher Hand. Und die Verwaltung ist dankbar für den Einsatz der Kuppendorfer. Die Bauleitung oblag Klaus Wege. Der ist begeistert, wie das Projekt stetig wuchs. 

Täglich waren mehrere Helfer zur Stelle, kümmerten sich um die anstehenden Arbeiten. Nie lehnte jemand Unterstützung ab. Aus den Reihen der Jagdgenossenschaft habe dessen Vorsitzender und Ex-Ratsherr Wilhelm Hespos immer wieder Helfer gefunden. „Jetzt ist es so, wie es sein sollte“, freuen sich Krickemann und Wege.

Dass die Friedhöfe oft eher als Treffpunkte für die Bewohner dienen, als aufwendig hergerichtete Dorfplätze, sagt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher. Täglich seien Menschen anzutreffen, die sich um eine oder sogar mehrere Grabstellen kümmerten - und dabei miteinander ins Gespräch kommen. Geschützt an der Längsseite der Kuppendorfer Kapelle finden sich seit jeher Bänke, auf denen man einen geschützten Platz zum Ausruhen findet. 

Zum Beispiel nach dem Einschlämmen: Die Ü-75-Gruppe kümmerte sich darum, dass die Steine ihren Platz fanden und ihn behalten. Sollten die Ruhestätten auf dem neuen Areal alle vergeben sein, bestehe die Option, den Bereich gen Süden zu erweitern, gar zu verdoppeln. „Das hängt ganz davon ab, wie sich die Bürger entscheiden. Die Nachfrage nach Einzel-Ruhestätten und Urnengräbern ist stark gestiegen. Große Familiengräber sind heute weniger nachgefragt“, erklärt Kammacher.

Und weist auf eine Kuppendorfer Besonderheit hin: Die Grabstellen sind einzeln eingefasst von Hecken, etwa einen Meter hoch. Familie Husmann kümmert sich darum, schneidet sie - und pflanzt sie wieder ein, wenn ein Teil für Beerdigungsarbeiten herausgenommen werden muss. Dennis Meyer ist es, der sich um die weitaus höhere Hecke kümmert, die den Friedhof insgesamt umgibt. Krickemann freut sich über dieses Engagement, das alle von sich aus anbieten.

Und das nächste Projekt in Kuppendorf? Das ist eines, dass Politik und Verwaltung stemmen müssen: Die Ausweisung neuer Baugebiete. Gerne möchte man Baulücken im Ortskern nutzen. Denn: Leben tun die Kuppendorfer auch ganz gerne in ihrer Ortschaft...

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Der Juni bricht weltweit alle Hitzerekorde

Der Juni bricht weltweit alle Hitzerekorde

Polizeigewerkschaft: Zahl von Verleih-E-Scootern begrenzen

Polizeigewerkschaft: Zahl von Verleih-E-Scootern begrenzen

Viele Lkw-Fahrer kennen ihre elektronischen Helfer nicht

Viele Lkw-Fahrer kennen ihre elektronischen Helfer nicht

Kir-Konzert mit „Manny modern Troubadours“ im Heimathaus

Kir-Konzert mit „Manny modern Troubadours“ im Heimathaus

Meistgelesene Artikel

Wenn Eigentümer ihren Pflichten nicht nachkommen: Schwarzbauten auf der Spur

Wenn Eigentümer ihren Pflichten nicht nachkommen: Schwarzbauten auf der Spur

Sicherheitskonzept für die NDR-Sommertour auf dem Marktplatz steht

Sicherheitskonzept für die NDR-Sommertour auf dem Marktplatz steht

Zusammenprall in Brinkum: Auto verhakt sich am Lkw und wird mitgeschleift

Zusammenprall in Brinkum: Auto verhakt sich am Lkw und wird mitgeschleift

Schulleiter erklärt seinen Rücktritt

Schulleiter erklärt seinen Rücktritt

Kommentare