Das Ende einer Konzertreihe

Musiker Gerd Langwald aus Kuppendorf will künftig kürzer treten

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Gerd Langwald im hauseigenen Übungsraum bei der Vorbereitung auf den gemeinsamen Auftritt mit Autorin Renate Folkers am 6. August um 18 Uhr im Nordpunkt im nahen Ströhen.

Kuppendorf - Da, wo sich Leonberger-Rüde Theo und Familie Reh Guten Tag sagen, wohnt Gerd Langwald: Inmitten der Kuppendorfer Böhrde, auf dem Gelände einer alten Funkstation, mit freiem Blick über die Felder. Kein Nachbar, der sich über zu laute Musik beschweren könnte. Und noch weniger, die das tatsächlich tun würden. Denn: Wenn Gerd Langwald und seine Musikerfreunde auftreten, gibt es Applaus. Satt. Doch diese Termine werden demnächst um einen besonderen ärmer.

Gerd Langwald will kürzer treten. Das Konzert, das im Spätsommer seit sechs Jahren zum festen Programm im KunstKulturForum (KKF) in Kirchdorf gehört, trägt seinen Namen – und er damit zuviel an Verantwortung. Kleinere Auftritte – gerne, einzelne Gigs – gerne. Aber das große Event in Kirchdorf, immer am letzten Samstag im August, so lieb gewonnen es auch ist, wird in diesem Jahr das letzte sein. Es beginnt am Samstag, 26. August, um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr, Tisch- und Platzreservierungen sind möglich unter Tel. 0 42 73 / 13 32).

Immer live - damals und heute

Ein Pflaster auf einer Entzündung hindert Langwald aktuell daran, die Akkorde sauber zu greifen. Geübt wird natürlich dennoch. Mit Langwald und den Musikern Siggi Lohmeier (Bass), Pete Haywood (Drums) und Scouse Burns (Gitarre) stehen Jahrzehnte an Musikgeschichte, noch mehr Auftrittserfahrung und ein Songrepertoire auf der Bühne, die ihresgleichen sucht. Die vier Musiker sind noch heute einer großen Fangemeinde als „Dominos“ bekannt, eine Band, die von 1972 bis 1982 aus einer Tanzveranstaltung ein Konzert der Extraklasse machte. Denn: „Wir spielen immer live“ – das galt damals, das gilt auch heute noch.

„Wir haben wohl mit unserer Musikauswahl einen Nerv getroffen“, sinniert Langwald darüber nach, warum bereits beim ersten der Konzerte über 300 Besucher in den Kirchdorfer Kirchgarten kamen. Das Gros des Publikums hat keinen der sechs Auftritte von G(erd), P(ete), S(iggi) und Freunden verpasst. Es sind Klassiker im Repertoire von Harry Belafonte bis Dirk Busch. Und wer sich wünscht „sing doch mal was von Freddy“, der muss nicht lange warten. Mit der Musik die Leute berühren – das ist bei diesen Konzerten unter dem lauen Sommerhimmel wohl immer bestens gelungen.

Abschieds-Platte plant Langwald nicht

Langwald ist der Musikszene nicht nur beruflich und als Musiker verbunden. Einer seine Freunde besitzt ein Musikstudio: Wird es eine Abschieds-CD geben? „Ist nicht in Planung“, sagt Langwald. Lust, eine aufzunehmen hätte er. Allein die Zeit, alle laufenden Projekte unter einem Hut zu bündeln, fehlt im Moment.

Mehr Aufwand benötigt demnach seit diesem Winter die Gesundheit: Arthrose in den Fingern ist mehr als ungünstig für einen Gitarristen. Bandscheibenprobleme lassen gerade erst ein wenig nach.

Das gesundheitliche Tal, durch das Langwald im Winter geschritten ist, hatte ihn sich gegen eine Fortsetzung der Konzertreihe entscheiden lassen. Das Tal sei zwar durchschritten, die Entscheidung aber bleibe. Und so sei es Zeit, den Wegbegleitern zu danken. Allen voran dem jüngsten Urgestein der Konzertreihe: Sängerin Vanessa Plenge aus Kuppendorf. Die heute 24-Jährige hat jedes Jahr mitgesungen. Kirchdorfs ehemaliger Pastor Wolfgang Gerdes hat einige Abende musikalisch mitgestaltet. Auftritte absolvierten auch Kalle Hespos aus Bahrenborstel, die „Keidörper Deerns“ (Antje Zorn, Marita Becker und Heike Plenge), Uli Werner, Katharina Junker (Saxofon, Klarinette, Gesang), Dudelsackspieler Kostas. Besonderer Dank gelte Friedrich Orth und Herbert Huth vom KKF Kirchdorf. „Der größte Dank allerdings gilt dem Publikum, das jeden Auftritt treu begleitet hat“, sagt Langwald.

sis

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