„Müssen präsent sein in der Region“

Claus Freye ist seit gut 100 Tagen Geschäftsführer von Bethel im Norden

„Freistatt ist ein Teil des Landkreises und nicht unser alleiniger Schwerpunkt “, erklärt Claus Freye. Foto: S. Wendt
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„Freistatt ist ein Teil des Landkreises und nicht unser alleiniger Schwerpunkt “, erklärt Claus Freye.

Freistatt – Dienstbeginn als Teil der Geschäftsführung von Bethel im Norden war im Oktober, nach etwas mehr als 100 Tagen nachgefragt bei Claus Freye, wie es sich im Chefsessel so macht. Kommt man da auf falsche Schlüsse, wenn man das Bild über seinem Schreibtisch als Metapher für seine Arbeit sieht? Da hat Partnerin Andrea fröhliche Schweine beim Fliegen durch die Wolken kunstvoll auf Leinwand gebannt.

Aber nein: Es klingt nicht nach einem unmöglichen Unterfangen, Bethel im Norden durch das Leben und seine Vorschriften zu führen, wenn Freye davon berichtet. Im Klartext: Claus Freye versteht sich als Teil eines Teams, das gemeinsam agiert. Und: Die Expertise des Unternehmens beruht nicht allein auf dem Wissen der Chefetage. Das Stichwort „Wissenstransfer“ umfasst alle Mitarbeiter.

Es umfasst, im Falle der Diskussion um den Standort eines neuen Zentralklinikums, auch, dass Bethel im Norden seine Expertise auf allen Feldern anbietet. „Wenn wir dadurch einen Standort stärken können, würden wir den Prozess unterstützen.“ Das Gleiche gelte auch dafür, eine Nachnutzung für einen aufgegebenen Standort zu entwickeln, etwa gemeinsam Ideen zu suchen. „Wir wollen den Prozess nicht stören, denn die Diskussion um das zentrale Klinikum ist ein relevantes Thema, auch für Bethel im Norden und seine Klientel“, erklärt Claus Freye, der die Hand reichen möchte, um jene Ideen zu entwickeln oder auch konkrete Projekte.

Das gilt ebenso für ein anders Thema, das für Bethel im Norden von zentraler Bedeutung ist – aber nicht Bestandteil der eigentlichen Satzung: der soziale Wohnungsbau. Eine Wohnung zu schaffen, nicht nur ein Zimmer. Wohnlichkeit, Behaglichkeit, möglichst barrierefrei und gerne auch behindertengerecht: „Wir möchten unserer Klientel ein Zuhause bieten, mittendrin, nicht in einem gesonderten Raum“, erklärt Freye.

Nicht erst Freye gibt als Credo des Unternehmens aus: „Wir sehen Freistatt als unverzichtbaren Bestandteil im Unternehmen an, der Ort stellt einen besonderen Sozialraum dar. Bethel im Norden ist aber auch viel mehr als Freistatt. Wir müssen präsent sein in der Region. Wir wollen nicht stehen bleiben“, bekräftigt Claus Freye im Gespräch.

Die Präsenz in der Fläche belegen eigene Klinikstandorte, Fertigungsstandorte und Wohnprojekte im Landkreis. Das Nächste wird Anfang März in Sulingen eröffnet. „Unsere Nachbarschaft muss aber kein Malus sein“, betont der Geschäftsführer. Das Umfeld solle auch profitieren.

Spätestens wenn die Seniorenwohnungen in Freistatt (wir berichteten) fertiggestellt sind, wolle man einen ambulanten Pflegedienst gründen. Die Dienstleistungen können nicht nur die eigenen Klienten buchen – auch alle anderen Bürger. Die ambulante Versorgung sei wichtig: „Wir wollen die Menschen dort versorgen, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben.“ 

Sozialer Wohnungsbau sei jedoch nicht Stiftungszweck von Bethel im Norden – allerdings seien die Bethel-Klienten gemeinhin nicht diejenigen, die das Wohnungs-Casting gewinnen, sagt Freye. Investoren finden, Partnerschaften schließen, um passenden Wohnraum anbieten zu können, mit dem Ziel des inklusiven Wohnens, stehe daher immer auf der Agenda. Der Wohnraummangel sei ein zentrales Thema, bekräftigt Claus Freye.

Sein Thema der ersten 100 Tage sei auch das Zusammenfinden der drei Geschäftsführer als Team gewesen. Viele Gespräche habe es zudem mit den Bereichsleitern und Mitarbeitern gegeben. Letzteres rückt Freye in den Vordergrund, Stichwort Fachkräftemangel: „Wir müssen ein attraktiver Arbeitgeber sein. Da müssen wir ganz viel tun, müssen viel kreativer sein als bisher.“

Faire Bezahlung, ein betriebliches Gesundheitsmanagement, gute Ausbildung nennt Freye als Stichworte, wohlwissend, dass alle Angebote nicht nur ein Dach brauchen, sondern die erforderlichen geschulten Mitarbeiter.

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