Reinhard Thies ist seit 100 Tagen Pastor im Pfarramt Barenburg / Varrel

„Es ist der Mix, der mir gefällt“

Reinhard Thies lädt ein zu Gottesdiensten in Varrel (Foto) und Barenburg. Foto: S.WENDT

Varrel - Von Sylvia Wendt. Das verbundene Pfarramt Barenburg und Varrel ist seit dem 1. Mai in der Obhut von Reinhard Thies. Und der neue Pastor hat in der Zwischenzeit nicht nur etliche Gemeindemitglieder kennengelernt, sondern auch neben den beiden Gotteshäusern weitere Schauplätze für einen Gottesdienst, etwa Freibad und Schützenhaus.

Der 57-Jährige hat bereits einige Veränderungen in Gang gesetzt, anderes muss sich noch finden. Nach gut 100 Tagen ist es Zeit für eine erste Bilanz.

Herr Thies, wie spielt Ihre Erfahrung als Trauerredner und Küster in die Arbeit als Pastor rein?

THIES: Das nutzt mir viel. Ich weiß, worauf der Küster Wert legt, weiß um die Sachen, die im Hintergrund getätigt werden. Als Trauerredner ist mir der Kontakt mit Menschen vertraut. Dass man fremd ist, wenn man an der Tür klingelt, damit kann ich umgehen. Als Pastor lerne ich die Menschen eben nicht nur in der Trauer kennen, sondern auch in anderen Zusammenhängen, etwa bei Geburtstagen oder in Gottesdiensten.

Wie ist die Beteiligung in den Gottesdiensten in Barenburg und Varrel?

(Thies lacht) Luft nach oben ist immer. Aber bei besonderen Gottesdiensten sind die Menschen schon da.

Wie haben sich die Termine eingespielt in beiden Kirchengemeinden?

Es ist jeden Sonntag ein Gottesdienst. Aber nicht in jeder Gemeinde. Eine Ausnahme ist der Volkstrauertag, dann habe ich aber Unterstützung. Das gilt ebenso für Heiligabend, an dem in beiden Kirchengemeinden je zwei Gottesdienste stattfinden. Ohne Unterstützung wäre das schwierig zu leisten. Weitere Hilfe leisten die Mitglieder der Kirchenvorstände.

Haben Sie bereits eine Lieblingsaufgabe als Pastor gefunden?

Nein, nicht in dem Sinne. Aber ich mache den Gemeindebrief gerne, bin gerne bei Hausbesuchen und halte Gottesdienste. Ich glaube, es ist der Mix, der mir gefällt. Predigten zu schreiben fordert, ich brauche lange dafür, brauche meine Zeit.

Ist es ein Unterschied, jetzt als Pastor mit eigener Gemeinde zu wirken?

Ich wollte ja Pastor werden. Ich war lange weg und als es sich endlich ergab, musste ich kurz überlegen, ob ich das noch will, nach 20 Jahren. Und ich wollte.

Nun als Pastor, vorher selbstständig: Bedeutet der Posten eine Einschränkung, im Vergleich zu vorher?

Nein. Gerade als Pastor habe ich viele Möglichkeiten zur Gestaltung. Ich bin hier noch dabei, auszuprobieren, was möglich ist, lerne die Kirchengemeinden kennen.

Was würden Sie denn gerne ändern?

Es ist jeden Sonntag ein Gottesdienst, wechselnd in den beiden Kirchengemeinde. Regulär um 10 Uhr – nun auch mal nachmittags oder abends. Man muss probieren, wie es am besten passt.

Wie etwa die Liedauswahl. Traditionell oder modern?

Traditionell immer, modernes Liedgut gerne, das ist eine Organisationsfrage: der Organist braucht die Noten, die Gemeinde die Texte.

Gibt es weitere konkrete Neuerungen?

Ein erstes kleines Projekt ist unsere neue Homepage (www.barenburg-varrel.wir-e.de). Dann möchte ich die Arbeit mit Kindern beleben. Etwa den Kindergottesdienst, den es in Varrel derzeit nicht mehr gibt und in Barenburg nur ein paar Mal im Jahr. Interessenten können sich gerne melden.

Bleibt zwischen Pendeln und der Arbeit in zwei Kirchengemeinden noch Zeit für Hobbies?

Nein, im Moment nicht. Fotografieren bei Veranstaltungen, das mache ich noch, aber für Fotoausflüge in die Natur fehlt mir die Zeit. Aber Zeit bleibt zu Hause für Gespräche mit meiner Ehefrau Angela. Wir tauschen uns fachlich aus, vieles weiß sie, weil sie als Diakonin gearbeitet hat, aus dem Alltag in den Kirchengemeinden.

Besondere Gottesdienste

Reinhard Thies kündigt zwei besondere Gottesdienste an: Für 20. Oktober (17 Uhr, Varrel) aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Besuchsdienstes, für den 10. November (17 Uhr, Varrel) einen Hubertusgottesdienst. Gemeinsam laden die Kirchengemeinden der Samtgemeinde für 31. Oktober (Reformationstag) um 10 Uhr nach Kirchdorf ein.

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