Wirtschaftsplan 2022 verabschiedet

Wasserversorgung Sulinger Land: Millionen für Erneuerungen

Das Schild soll möglichst nicht im Einsatz sein, war es aber gerade erst mal wieder, in der Kiefernstraße. Archivfoto: S. Wendt
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Das Schild soll möglichst nicht im Einsatz sein, war es aber gerade erst mal wieder, in der Kiefernstraße. Archivfoto: S. Wendt

Kirchdorf – Eine Formalie: Das Rechnungsprüfungsamt kontrolliert die Buchführung der Wasserversorgung Sulinger Land seit deren Gründung. Der „Auftrag“ dazu fand sich bisher nicht in der Satzung, mit einstimmigem Votum vom Mittwoch zur Satzungsänderung jetzt doch. Nach den Kommunalwahlen ist die Verbandsversammlung mit zahlreichen neuen Gesichtern besetzt, ebenfalls neu als ihr Vorsitzender ist Gerd Göbberd im Amt.

Und auf seinen Vorschlag hin wird das Gremium im kommenden Jahr ein Treffen mit einem Ortstermin im Nechtelser Wasserwerk verbinden.

Den versammelten Vertretern der vier Kommunen des Sulinger Landes gab Andreas Geyer kurze Erläuterungen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten.

Die, wie berichtet, aufgrund der „Generationengerechtigkeit“ notwendige Änderung der Verbrauchsgebühren passierte in allen notwendigen formalen Schritten sowohl für den Trinkwasser- als auch den Schutzwasserbereich sowie die dezentrale Schmutzwasserbeseitigung.

Lieferengpässe

Andreas Geyer erinnerte an die aktuellen Probleme im Alltagsgeschäft des Wasserversorgers. Zum einen sind es gestiegene Kosten für jedwede Art von Kanalbau (Geyer: „100 Meter kosten heute etwa 100.000 Euro), zum anderen sei es schwierig, Ersatzteile zu beschaffen. Als Beispiel diente ein für die Kläranlage in Kirchdorf notwendiges Teil, das der erste Anbieter avisierte für die Kalenderwoche 22 – im Jahr 2023. Der zweite wollte, angefragt an einem Freitag, am Montag darauf liefern. „Vielleicht müssen wir bestimmte Ersatzteile besser selbst lagern“, sinnierte Geyer.

Angesichts des bestehenden Anlagevermögens, also der Brunnen, Wasserwerke, Kläranlage und allem was dazugehört, das 50 Jahre und älter ist und jetzt kontinuierlich erneuert werden soll, scheint das eine sehr gute Idee. Der Wirtschaftsplan, der sämtliche in 2022 geplante Vorhaben und deren Kosten umfasst, passierte ohne Diskussionen und einstimmig. Er sei geprägt von Erneuerung und Re-Investition. Gründe laut Geyer: die fortschreitende Urbanisierung der Kommunen sowie eben jene kontinuierliche Erneuerung alter Anlagen. „Wir müssen das tun, denn Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins und Schmutzwasserentsorgung existenziell für das menschliche Dasein.“

Erhöhte Kosten verursache zudem eine Steigerung der Stromkosten um 22 Prozent. Und das, obwohl allein durch die erfolgten Arbeiten am Belebungsbecken der Kläranlage Sulingen eine „immense Stromeinsparung“ erfolgt sei, erklärte Geyer. 83 Prozent der Kosten der Wasserversorgung Sulinger Land seien – nicht zu ändernde – Fixkosten.

Darlehensaufnahme

Liquide Mittel wiederum seien nicht in der benötigten Größenordnung vorhanden – deshalb wiederum seien Investitionen über Fremdkapital zu finanzieren. Die notwendige Darlehensaufnahme für 2022 beträgt 5. 673 .000 Millionen Euro. Erwirtschaftet werde nach bisherigen Berechnungen ein Überschuss in Höhe von 893 .000 Euro, bei Erträgen in Höhe von 8.914. 000 Euro und Aufwendungen in Höhe von 8 .021 .000 Euro. Im Vermögensplan sind Einnahmen in Höhe von 11. 621. 000 Euro errechnet und Ausgaben in Höhe von 9 .906 .000 Euro. An Krediten werden 8 .553 .000 Euro als Gesamtsumme für das Jahr 2022 festgesetzt, der Betrag der Verpflichtungsermächtigungen auf 10. 820 .000 Euro. Investitionen im Wirtschaftsplan für das Jahr 2020: Minimale Arbeiten an den Kläranlagen Varrel und Ehrenburg, da diese Anlagen geschlossen werden, wenn die Kläranlage Sulingen erweitert wurde. Für die Erweiterung sind in 2022 1 .770. 000 Euro eingeplant und im Jahr 2023 weitere 3 120 000 Euro.

In der Kläranlage Kirchdorf muss die mechanische Abwasserreinigung erneuert werden. Das Pumpwerk muss von Grund auf saniert werden, bei einem Ausfall drohen „sehr hohe Kosten“, bedingt durch ein dann notwendiges Leihpumpwerk.

Kanal-Sanierungen

Die Kanal-Sanierungen werden fortgesetzt. Laut Andreas Geyer werden alle laufenden Arbeiten ab Ende dieser Woche pausieren – mit Ausnahme der Arbeiten am Lönsplatz in Sulingen. Hier beginne die Winterpause erst ab der kommenden Woche.

Ein Rohrbruch in der Kiefernstraße sei zuletzt zügig behoben worden, weitere notwendige Arbeiten am Schmutzwasserkanal würden dort zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt.

Urbanisierung

Die „fortschreitende Urbanisierung in den Kommunen“ umfasst Investitionen in neue Baugebiete. In Sulingen stehen für 2022 die Bereiche „Windmühlenweg“, „Erweiterung über der Junkernscheune“ „Stadt“, „Diepholzer Straße“ und „Innenbereichserweiterung Nordsulingen“, in Sudwalde „Östlich der Schule“, in Neuenkirchen „Cantruper Straße“, in Kirchdorf „Gewerbegebiet im Nordfeld“, in Varrel „Vor den Bensebülten“ sowie in Ehrenburg „Nienabers Mühle“ auf dem Plan.

Geyer: Rechnungseinzug erst im März, nicht im Februar 2022:

Für die eigene Betriebs- und Geschäftsausstattung der Wasserversorgung Sulinger ist ein Minimum an Ausgaben geplant. Konkret: Nur, wenn was ausfällt und ersetzt werden muss. Ersetzt wurde die Abrechnungs-Software. Mit Konsequenzen: Die Abrechnung für 2021 werde noch mit dem alten System erstellt, allerdings ohne Vorauszahlungsaufforderung für die rund 11 700 Kunden, erklärt Andreas Geyer. Die Umstellung erfolge zum 1. Januar 2022, etwa Mitte bis Ende Januar würden die Schreiben rausgehen, dann melden sich erfahrungsgemäß etwa ein bis zwei Prozent der Kunden, um Änderungswünsche rund um die Abrechnungsmodalitäten durchzugeben. Bis die eingearbeitet sind, dauere es. „Deshalb kann im kommenden Jahr der übliche Einzugstermin, 15. Februar, nicht gehalten und die zu zahlenden Beträge erst zum 15. März per Bankeinzug abgebucht werden“, kündigte Andreas Geyer an und betonte: „Diese Ausnahme gilt nur 2022.“ Betroffen sind sowohl Trinkwasser- als auch Schmutzwasserabrechnung.

Von Sylvia Wendt

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