Marktmittwoch in Kirchdorf: Launige Beiträge beim Empfang der Gemeinde

Eröffnung mit Humor

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ie Stühle im Rathaus waren fast allesamt besetzt beim Marktempfang, den Bürgermeister Holger Könemann eröffnete.

Kirchdorf - Man kann nur hoffen, dass in den Plenarssitzungen von Land und Bund nicht wieder Dinge beschlossen werden, die als „Steilvorlage“ für Kriktik und Kabarett beim Marktempfang der Gemeinde zum Kirchdorfer Herbstmarkt dienen. Der Sitzungskalender orientiert sich leider nicht am Markttermin, der seit mindestens 184. Jahren feststeht.

So sind die einzigen Stühle, die am Mittwoch Morgen leer bleiben, die der Abgeordneten.

Bürgermeister Holger Könemann, seit März im Amt, hieß erstmals Gäste aus Politik („Äh, ist jemand von der CDU da?“), Verwaltung und Wirtschaft sowie aus Nachbarschaft und Schaustellerriege willkommen. Hausherr Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher vermutet hinter der Abwesenheit der Abgeordneten Angst. Einige hätten große Versprechen gemacht in der Vergangenheit, aber was sie gehalten hätten, verdiene nur ein „befriedigend“. Angesichts der Raumordnungsvorhaben von Land- und Kreispolitikern lud Kammacher zum Besuch nach Kirchdorf ein: „Wir leben hier, wir organisieren das selbst. Lasst uns unsere Bereiche selbst entwickeln, wir kriegen das super gut geordnet. Kommt her, lernt von uns.“

Werner Schneider, stellvertretender Landrat, hielt sich an sein Versprechen, für ein kurzes Grußwort: „Ich grüße euch.“ Heinrich Schwenker, Bürgermeister der jüngst 725 Jahre alt gewordenen Gemeinde aus Wehrbleck, überreichte seinem Kollegen Könemann ein Exemplar der Chronik – und dem Verwaltungsteam des Rathauses einen großen Dank für deren Arbeit.

Zum vierten Mal dabei: Pastor Wolfgang Gerdes, die Klampfe im Gepäck und ein Lied aus der Friedensbewegung. Bereit Verantwortung zu übernehmen, das sei der verstorbene Helmut Schmidt zu Lebzeiten gewesen. Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, forderte er von den Anwesenden, das sollten sie bitte singend bekunden. Taten sie. Langsam nage der Abschiedsschmerz auch an ihm, der die Kirchengemeinde im Dezember verlässt (wir berichteten). Könemanns Wunsch, zum Marktgottesdienst 2016 zurückzukehren und diesen zu halten, sollte bis dahin kein Nachfolger gefunden sein – Gerdes wolle sein Bestes tun...

Tag drei beim Kirchdorfer Herbstmarkt

Auftritt Gerd Kemmann. Die Figur „Hausmeister Krause aus Leipzig“ hat er ersetzt durch „Alois Knüpfelmeyer aus Bayern“. Die Abwesenheit der „Lieblings-Sparringspartner“, der Abgeordneten, hielt ihn nicht ab, in deren Richtung auszuteilen. Zwar entschuldigte er sich für seine bissigen Kommentare, warnte jedoch zugleich, er sei Intensivwiederholungstäter. Andere Märkte in der Region hätten eine humorfreie Eröffnung, Kirchdorf nicht. Knüpfelmeyer setzte die Gemeinde gleich mit Hamburg („Elbphilharmonie“) und Berlin („neuer Flughafen“) – hier hätte man dafür das Heimatmuseum.

Gelenke seien out, Burn-out in – der Landrat agiere in Sachen Klinken einem Hütchenspieler: „Sulingen, Bassum, Diepholz... wo isses denn?“ In der Psychiatrie könne man gleich zehn Dauertherapieplätze für Kreistagspolitiker vorhalten – und zusätzlich welche für jene mit Raumordnungsallmachtsfantasien...

Am dritten Herbstmarkttag waren Vergnügungsmeile und Gewerbezelt in Kirchdorf erneut sehr gut besucht– der Mix der Wirtschaftsschau wurde gelobt und, dass dafür kein Eintritt erhoben wurde.

sis

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