Marco Rethorn aus Bahrenborstel engagiert sich für Heim in Kathmandu

Kinder schlafen in Zelten

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Vorsichtiges Nachschauen, was noch gerettet werden kann.

Bahrenborstel - Die Flugkilometer, die Marco Rethorn aus Bahrenborstel jährlich sammelt, sind enorm. Der zweifache Familienvater hat bereits 52 Länder bereist. Zwei Mal war er dienstlich in Nepal, einem der sechs ärmsten Länder der Erde – kein anderes Land hat ihn so erschüttert. Die aktuelle Lage nach zwei Erdbeben hat Rethorn, Familie, Freunde und Kollegen, die sich seit Jahren um ein Kinderheimprojekt in Nepal kümmern und es finanziell unterstützen, auf den Plan gerufen.

Marco Rethorn in Nepal.

„Hier wissen wir, dass die Spendengelder direkt ankommen,“, erklärt Rethorn. Nach dem ersten Nepal-Besuch erzählte der zweifache Vater seiner Familie von den Lebensbedingungen der Menschen in dem Land. Als kurz darauf ein erneuter Besuch in Nepal anstand, haben beide Kinder Spielzeug zusammengepackt. Kontaktpersonen haben Rethorn und seine Spende in das Kinderheim in Kathmandu geführt. Etwa 50 Mädchen und Jungen werden derzeit dort betreut, leben jetzt in Zelten. Die Häuser sind zerstört, manche liegen komplett in Schutt und Asche, bei manchen sind „nur“ die Wände eingestürzt. Mut und Kraft für einen Wiederaufbau zu finden, dazu die finanzielle Grundlage schaffen bedeutet einerseits Arbeit, andererseits hat sich die ständige Angst vor weiteren Erschütterungen tief in die Seelen der Bewohner gegraben. Sudama Karki, der mit Freunden und Spendern in Deutschland via Internet in Verbindung steht, gibt kurze Berichte durch, wie sich die Situation für die Kinder und ihre Betreuer darstellt. Aktuell sieht es so aus, als könnte eines der „Bottle Houses“, Häuser, die aus Flaschen gebaut wurden, wieder neu errichtet werden, da das Fundament zu gebrauchen ist.

Doch bis Baumaterial vor Ort ist, bis die Arbeiten beginnen können, sammeln Marco Rethorn und Freunde, insbesondere die Kollegen, für das Kinderheim Geld. In Nepal steht die Monsunzeit bevor und es kann nicht gebaut werden. Große Zelte dienen als Küche, die Kinder schlafen in kleinen Gruppenzelten. Manche Wände des ehemaligen Heims will man aber provisorisch mit Sperrholzplatten befestigen – das geht aber nur, wenn die Statik es zulässt.

Jedes Geräusch ängstige die Kinder, sogar die Wasserspülung einer Toilette erscheine unheimlich, berichtet Surama Karki. Eigentlich ist er Gästeführer, kümmert sich aber ehrenamtlich um das Kinderheim und engagiert sich derzeit fast ausnahmslos hier. Gerade erst hat er einen Reporter der ARD begrüßt zu Dreharbeiten. Der Bericht ist online in der ARD Mediathek verfügbar.

Karki engagiert sich seit über zehn Jahren für das Kinderheim und hat die beschwerliche Suche nach Unterstützern von Anfang an begleitet.

Die nächste Reise nach Nepal hat Marco Rethorn noch nicht geplant. Für seine Firma hatte er gerade ein neu errichtetes Werk in Pokhara, westlich von Kathmandu und nahe des Epizentrums des Bebens, inspiziert. Inwiefern es zerstört wurde, Rethorn und Kollegen beim Aufbau helfen könnten, ist nicht bekannt: „Wir bekommen keinen Kontakt“, ist Marco Rethorn besorgt über das Schicksal der Menschen, die ihn bei seinen Aufenthalten so herzlich in ihren Alltag eingeführt haben.

Wer dem Kinderheim in Nepal helfen möchte: Die für Deutschland gültige Bankverbindung lautet DE73 7002 0270 0036 3191 19, Empfänger ist die Alpinschule Innsbruck, Kennwort: Erdbebenhilfe.

sis

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