DRK Ambulante Pflege in Kirchdorf umfasst aktuell 20 Mitarbeiter

Manuela Struck leitet starkes Team

Gratulation für Manuela Struck (Mitte) von Ulrike Hirth-Schiller (links) und Susanne Albers (mit Hündin Mara) vor der Geschäftsstelle in Kirchdorf. Foto: Sylvia Wendt

Kirchdorf - Von Sylvia Wendt. Beispiel Kompressionsstrümpfe. Wer die Dinger jemals anziehen musste, kennt die Tücken. Das Pflegepersonal hat aktuell 90 Sekunden, um einem Patienten einen Strumpf auszuziehen. Macht drei Minuten für beide Beine. „Das klappt aber zeitlich nur, wenn der Patient bereits im Stuhl sitzt und die Hose ausgezogen hat. Und überhaupt: Wenn die Tür schon auf ist.“ Alltag in der Ambulanten Pflege in Kirchdorf ist, dass es eben nicht genau drei Minuten dauert, bis die Mitarbeiterin dem Kunden die Strümpfe ausgezogen haben. Nach drei Minuten aber klingelt der elektronische Zeitmesser.

Eine Pause in der Betreuung der Patienten machen die Mitarbeiterinnen der DRK Ambulanten Pflege in Kirchdorf am Mittwoch. Sie kommen auf einen Kaffee und ein kurzes Gespräch zusammen, weil Manuela Struck ihr 25-jähriges Jubiläum als Leiterin der Einrichtung feiert. „Jubiläum als Leiterin, nicht in Diensten des DRK“, betont Ulrike Hirth-Schiller, Geschäftsführerin des DRK im Landkreis Diepholz. Das Team in Kirchdorf sei einer der erfolgreichsten Dienste im Verband, lobt Hirth-Schiller, es sei ein starkes Team. Eines, das wenig Fluktuation aufweise und ein verlässlicher Partner für die Menschen in der Samtgemeinde Kirchdorf sei. Dass eben keine große Fluktuation unter den Mitarbeitern herrsche, zeige, dass das Team mit Struck an der Spitze auch menschlich gut harmoniere. In der Führung der Ambulanten Pflege stehen zwei Frauen: Neben Manuela Struck als Stellvertretern Susanne Albers. Das dienstliche Duo feiert im kommenden Jahr „Silberhochzeit“ wird geunkt.

Tatsächlich könne man es nicht hoch genug einschätzen, dass Manuela Struck ihr Team so führe, dass alle optimale Leistungen erbringen könnten; dass sich Struck nicht von persönlicher Eitelkeit leiten lasse, sondern dem Team Freiraum gebe für das Wirken zum Wohl der Patienten. Beim Blick in die Personalakte habe sie festgestellt, dass gar kein Bewerbungsschreiben vorliege, erklärte Hirth-Schiller. Tatsächlich sei es 1994 so gewesen, dass Kirchdorfs Pastor Joachim Kuklik angerufen habe, ob Manuela, gerade fertig mit der Ausbildung als Krankenschwester, nicht an der Seite von Schwester Hannchen in der Gemeindeschwesternstation arbeiten wollte. Die gehörte damals noch zu „Kirchens“.

Struck, in Kirchdorf aufgewachsen, wollte – und nahm am 1. Oktober 1994 ihren Dienst auf. Die kirchlich geleitete Gemeindeschwesternstation wurde 2001 dem DRK angegliedert. Derzeit umfasst das Team 20 Mitarbeiter. Die kümmern sich um etwa 150 Patienten. „Aber auch bei uns zeigt sich der Personalengpass“, sagt Manuela Struck. „Wir mussten auch schon Pflege absagen. Das tat mir in der Seele weh.“ Sie habe keine Wahl gehabt: Wenn keine Kapazitäten mehr frei sind, müsse sie zum Schutz der Mitarbeiter Absagen erteilen. Kapazitäten übrigens, die nicht allein für die Einsätze gerechnet werden, Fahrtzeiten kommen dazu – und die überaus detaillierte und penibel zu führende Dokumentation. Ulrike Hirth-Schiller freut sich über aktuell 40 Auszubildende landkreisweit im DRK und hofft, „dass die auch in der Pflege bleiben.“

Und immer wieder gebe es Diskussionen und Kämpfe mit Krankenkassen, ob Leistungen abrechenbar seien. Was heißt das? „Da wird dann gesagt, dass auch Angehörige die Leistung erbringen können, etwa Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen oder Injektionen vornehmen, etwa bei Diabetikern“, erklärt Struck.

Veränderungen habe es auf allen Seiten gegeben. Da, wo früher noch mit der Tasse Kaffee dankbar auf die Schwester gewartet worden sei, stünde heute jemand, der auf die Dienstleistung poche, für die ja bezahlt worden sei. „Aber die Mehrzahl der Patienten sei zufrieden und glücklich, über die Arbeit der Mitarbeiter in der DRK Ambulanten Pflege Kirchdorf: „Wir haben da ganz viele liebe Menschen“, heißt es seitens des Teams. Und da sind sich alle einig: Der Mensch müsse mehr im Mittelpunkt stehen, denn um den gehe es ja. Aber was sei Krankenkassen und medizinischem Dienst wichtig? „Die Dokumentation.“

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