Malermuseum Wehrbleck startet am Sonntag in die Saison 2016

Ab sofort barrierefrei

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Im neuen Raum bieten die Wände noch mehr Platz für alte Lehr- und Meisterbriefe.

Wehrbleck - Fast, aber nur fast, wäre es soweit gewesen, dassdas Malermuseum in Wehrbleck nach zehn Jahren nach der Winterpause nicht mehr eröffnet hätte.

Doch am kommenden Sonntag, 7. Februar, ist es um 14 Uhr soweit und „Museumsdirektor“ Wilhelm Köster verrät wieder viele kleine und große Anekdoten rund um Siebdruck, Schleifmaschine, Pinsel, Sikkativ und Co. Köster, 65 Jahre jung, Kennzeichen: markanter langer grauer Bart, ist als Oberinnungsmeister lange Jahre aktiv gewesen, in der Malerwerkstatt Freistatt noch bis Ende Februar angestellt – und ab März pensioniert. Die Zeit, die dann für das themenreiche Hobby „Malermuseum“ bleibt, dürfte sich erhöhen. Allerdings bleibt ein Problem dasselbe: Wohin mit dem Zeugs, das sich angesammelt hat?

In der Winterpause „spendierte“ Hofbesitzer Volker Witte einen weiteren Raum. Der notwendige Durchbruch bescherte Köster einen fulminanten Putzeinsatz. Tatsächlich wirken die Räume durch das andere Arrangement der Ausstellungsstücke und den weiteren Platz etwas leerer, aber Köster hat noch viele Exponate in petto.

Teils, weil er selber danach sucht, teils, weil man sie ihm bringt. Immer wieder sind es alt eingesessene Maler oder ihre Nachkommen, die schätzen, dass Wilhelm Köster um die Bedeutung der Dinge weiß, sie benennen kann: Malerutensilien von einst, die heute nicht mehr eingesetzt werden, andere, die immer noch gute Dienste leisten.

Wenn Köster die Geschichten erzählt, hängen die Besucher an seinen Lippen und gehen am Ende beschwingt, bisher zählte Köster über 25000 Gäste in dem Museum auf dem Hof Witte im Wehrblecker Ortsteil Nordholz.

Wilhelm Köster hat in der Winterpause das Malermuseum um einen Raum erweitert, es ist jetzt barrierefrei.

Für das Jahr 2016 sind bereits Absprachen getroffen, die Daten noch nicht festgelegt: Pinsel- und Bürstenmacher vom Industriemuseum in Lohne wollen ihre Kunst in Wehrbleck zeigen. Silke Möller aus Bremen will wiederkommen und ein Vergolde-Seminar anbieten. Köster hat einen Pastor kennengelernt, der gerne zum Malerpatron, dem Heiligen Lukas, erzählen möchte. Die hiesigen Pastoren Michael Herzer (Freistatt) und Norbert Preibusch (Varrel) wollen diesen Besuch gerne mit einem Open-Air-Gottesdienst verknüpfen. Ein Sammlerkollege, Professor für Architektur an der Uni Münster und Farbdesigner, hat angeboten über Farbe und Farbmischungen zu referieren.

Weiterhin bleibt das Museum sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Durch den neuen Raum ist ein neuer Zugang entstanden – und durch diesen ist das Museum ab sofort barrierefrei.

Das Herzblut, mit dem Köster am Thema, am Museum hängt, hat bisher jeder Besucher erkannt. Umso unverständlicher die Ereignisse, die fast zur Schließung geführt hätten: Das Finanzamt entpuppt sich als Schwarzmaler, sozusagen. Das Museum ist Teil des Heimatvereins Wehrbleck, bei der Gründung hatte man sich auf mündliche Infos zu Einnahmen und Käufen verlassen.

Neues Themenfeld: Alles rund um die Maler in der DDR, Köster hat erste Farbtonkarten aus Zwickau im Bestand.

Nun aber würden andere Formalien für Verein und Museum gefordert. Köster hat die zig tausend Kilometer, die er gefahren ist zu Flohmärkten, aufgelösten Werkstätten und zu Nachlassverwaltern nie abgerechnet. Mancher Flohmarktkauf sei spontan gewesen, wer denke an Quittungen? „Ich habe die Spenden nicht in die eigene Tasche gesteckt“, empört sich Köster. Vielmehr hätte er von seinem eigenen Geld, das er investiert habe, locker ein gutes Auto kaufen können. Dem Verein wurde die Gemeinnützigkeit aberkannt. Köster hat die Jahre ab 2004 aufgearbeitet, jedes Buch, jede alte Pinselrolle gelistet.

Jede Woche habe er das Museum geöffnet, bei freiem Eintritt. Wo eingenommene Spenden stecken, könne jeder nachprüfen: Man mache durch solche Aktionen viel ehrenamtliches Engagement kaputt.

Trotz Ärger hat Köster bereits ein neues Thema gefunden. Ein Malerthema, natürlich: alles zum Bereich der Maler in der DDR. Erste Dosen und Farbtonkarten aus Zwickau sind schon da.

Wer online gucken möchte: Mitglieder des „Videotreffs“ in Delmenhorst haben einen Film erstellt, eine Kurzversion ist bei youtube zu finden.

sis

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