Stehende Ovationen in Kirchdorf

Lieblingslieder aus 20 Jahren Zusammenarbeit

Sängerin Marianne Lohaus und Pianistin Leta Henderson hatten Lieder im Gepäck, mit denen persönliche Erinnerungen verbinden – und Vorschläge, aus denen das Publikum auswählen durfte.

Kirchdorf - Von Martina Kurth-Schumacher. Seit 20 Jahren stehen Marianne Lohaus (Gesang) und Leta Henderson (Klavier) gemeinsam auf der Bühne. Mit ihrem „Jubiläumsprogramm“ bezauberten sie am Sonntag in der Sankt Nikolai Kirche in Kirchdorf rund 150 Gäste, die sich für das anderthalbstündige Konzert mit stehenden Ovationen bedankten.

„Wir haben unsere Lieblingslieder aus den letzten zwei Jahrzehnten mitgebracht“, kündigte eingangs Leta Henderson an. Jedes von ihnen sei mit ihrer gemeinsamen Geschichte verbunden, die Henderson anhand von Postkarten dokumentierte. „Die Frau des Hauses singt, und dort gibt es einen wunderbaren Flügel“, schrieb sie an ihre Schwester im Jahr 1996 nach ihrem ersten Besuch im Hause Lohaus, bei dem sie gemeinsam spontan das „Postillion-Lied“ aus dem Film „Die schwedische Nachtigall“ zu Gehör brachten.

„Regelmäßige Proben mit meiner Nachbarin folgten. Sie waren begleitet von wilden Gesten – mein Deutsch war nicht so gut“, erklärte die aus London stammende Pianistin schmunzelnd. Zu den Kompositionen, denen sie sich in der Anfangszeit widmeten, gehörten Ludwig van Beethovens „Zärtliche Liebe“ (1795) und „The Rose“ von Amanda McBroom (1979). Natürlich durfte auch das Lied nicht fehlen, mit dem die Sopranistin Marianne Lohaus als Preisträgerin eines Gesangswettbewerbs des niederländischen TV-Senders NCRV international Beachtung fand: „Schlösser, die im Monde liegen“ aus Paul Linckes Operette „Frau Luna“.

Das Jubiläumskonzert bot gleich mehrere Überraschungen. „Wir haben gedacht, wir möchten mehr Menschen aktiv einbinden“, erklärte Leta Henderson. Der Auftritt des Kirchenchores unter der Leitung von Antje Zorn gehörte dazu. Der Chor beeindruckte mit sauberer Intonation, stimmgewaltigem Klang, aber auch mit seiner Liedauswahl. Die „Hymne an die Zukunft“ von Udo Jürgens sorgte für kollektives „Gänsehaut-Feeling“. Leta Henderson gab die Losung aus: „Allein zu singen macht Spaß, aber in der Gemeinschaft auch.“ Mit dem Hinweis, dass sie als „Chorleiterin“ auch textfreies Summen akzeptiere, motivierte sie das Publikum, in den Kanon „All ihr Völker, lobet den Herrn“ einzustimmen.

Der Chor der Kirchengemeinde Kirchdorf unter der Leitung von Antje Zorn war in das Programm eingebunden. - Foto: mks

Neues Element des Konzerts waren die „Wünsch-dir-was-Programmpunkte“. Per Applausometer ermittelte Marianne Lohaus die Präferenzen der Zuhörer, die aus jeweils drei Vorschlägen an Kunstliedern und Operetten-Melodien Franz Schuberts musikalische Liebeserklärung an seine Braut Clara („Widmung“) und „Es stand ein Soldat am Wolgastrand“ aus dem „Zarewitsch“ (Franz Lehár) wählten.

Marianne Lohaus beherrscht die leisen und lauten Töne gleichermaßen – ausdrucksstark und wandlungsfähig. Die Pianistin Leta Henderson, ihre routinierte und einfühlsame Begleiterin, setzt auch eigene Akzente. Wunderbar waren ihre Duette, etwa beim letzten Song ihres offiziellen Programms, den sie in leichter Abwandlung des Originals sangen: „Bis ans Ende unserer Lieder“ – eine Hommage an die Musik im Allgemeinen und Udo Jürgens im Besonderen. Und ein Versprechen für ihre weitere Zusammenarbeit.

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