Historischer Göpel erhält neues Dach

Lehrbaustelle Göpelscheune

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Für das Foto klettern alle, natürlich, gemeinsam aufs Dach der Göpelscheune.

Varrel - Der historische Göpel am Ortseingang von Varrel mausert sich: In nur einer Woche erhält er aktuell ein neues Dach – fachgerecht aufgebracht von Dachdecker-Auszubildenden aus dem gesamten Landkreis Diepholz und Verden. Denn: Eingerichtet wurde hier eine sogenannte Lehrbaustelle.

„Das machen wir nicht jedes Jahr, aber immer wieder mal“, erklärt Karsten Kröff, Obermeister der Dachdeckerinnung Diepholz. Für die Auszubildenden ergibt sich auf diesen Baustellen die Chance, eine nicht alltägliche Dachform einzudecken. Und für die „Auftraggeber“ die Möglichkeit, ein Projekt zu realisieren, das sonst vielleicht nicht hätte durchgeführt werden können. Wie in Varrel.

 Der Verschönerungsverein mit Vorsitzendem Wolfgang Böer suchte bereits seit langem nach einem Weg, das sanierungsbedürftige Dach irgendwie auszubessern – allein die finanziellen Mittel des Vereins reichten dafür nicht. Wie berichtet, war der Göpel bis vor kurzem noch mit einem Reetdach bestückt. Das Göpelhaus, 1800 gebaut, hatte bis zum Jahr 1981 auf dem Hof Renzelmann in Brümmerloh gestanden. Über 500 Arbeitsstunden hatten freiwillige Helfer zusammen mit den Mitgliedern des Verschönerungsvereins und der Gemeinde investiert, um das Haus am Oberdamm in Varrel neu aufzubauen.

In einer erneuten Gemeinschaftsaktion wurde kürzlich das Reetdach abgetragen, so dass die Dachdecker jetzt eine gut vorbereitete Baustelle vorfanden. Vor Ort betreut und das Projekt eingereicht zur Prüfung durch die Innung hatte Ernst-Christian Gerbes vom gleichnamigen Dachdecker-Familienbetrieb in Varrel. Da das Haus eines mit historischem Wert und öffentlich zugänglich ist, zudem die besondere Dachform vorweise – fiel die Entscheidung, hier eine Lehrbaustelle einzurichten. Die Firma Meyer-Holsen aus Hüllhorst, die die speziellen Hohlfalzziegel nach historischem Vorbild herstellt, sponserte das Material.

Verschönerungsverein kümmert sich um Handwerker

Das alte Reetdach wurde bereits entsorgt.

Der Verschönerungsverein kümmert sich nun seit Montag um das Wohl der Dachdecker. Die Auszubildenden haben zusammen mit ihren Berufsschullehrern Bernd Prigge, Jörg Brockhoff und Arndt Röpke die Arbeiten in der Theorie vorab komplett durchgespielt: Zeichnungen, Materialberechnungen und -bestellungen. Nun bleibt das Projekt keines für die Schulstunde, sondern eines, dass in der Praxis durchgeführt wird. Das sei ein besonderer Ansporn für die angehenden Dachdecker, das motiviere besonders, wissen Karsten Kröff und Ernst-Christian Gerbes aus dem Alltag als Firmenchefs. Vor Ort sind neben den Berufsschullehrern und den Auszubildenden auch die pensionierten Dachdecker-Altmeister Wilhelm Hilbers und Hans-Jürgen Eggers. Die achten dann darauf, dass das Gradband passgenau verlegt wird, vorschriftsmäßig eingerichtet ist die Baustelle mit Gerüst und Auffangnetz sowie gekennzeichnet als Lehrbaustelle.

Mittags bei Bratwurst vom Grill und Salat bleibt Zeit für den Blick zurück. Auf früher, als pro verarbeiteter Glaspfanne ein Schluck aus der Buddel gereicht wurde. „Heute herrscht auf der Baustelle striktes Alkoholverbot“, betont Karsten Kröff. Es ist auch Zeit für einen Blick auf Aktuelles: Die Dachdecker plagen, wie andere Metiers ebenso, Nachwuchssorgen. Sowohl Kröff, als auch Gerbes vermelden offene Stellen...

sis

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