Bauarbeiten rund um die Ortsdurchfahrt in Varrel sollen zwei Jahren andauern

Die Lebensader wird saniert

Bürgermeister Heinrich Hustedt eröffnete den Info-Abend zur Sanierung der Ortsdurchfahrt in Varrel. Foto: S. Wendt

Varrel - Von Sylvia Wendt. 6,4 Millionen Euro sind veranschlagt an Kosten. Die Bauzeit wird mit zwei Jahren angegeben. Die Bauphasen sind von Fachleuten so abgestimmt, dass so viele Arbeiten, wie möglich zeitgleich erfolgen könnten. Und doch: „Man kann viel planen, aber oft kommt es anders“, sagt Stephan Lüchau. Der Bau der Ortsdurchfahrt in Varrel steht bevor, eingeteilt in drei Bauphasen (wir berichteten). Baubeginn sei der 14. Oktober. Die Einzelheiten stellten Planer, Bauleiter, Auftraggeber und Finanziers am Donnerstagabend vor.

Feuerwehreinsätze

Hartjes großer Saal bot ausreichend Platz, auch für eine Lange-Straße-Papierschlange, die, an die Wand geklebt, im Anschluss die Chance bot, das eigene Haus und die eigenen Einschränkungen im Detail zu erörtern. Wichtiges wurden klargestellt: Die Planungen der Bauarbeiten sind so gefasst, dass die Feuerwehr jederzeit ausrücken kann.

Busverbindungen

Die Schule findet statt – sie ist jederzeit von den Schulbussen zu erreichen. Von anderen Bussen ebenso. Der Bereich als „Busbahnhof“ genutzt, etwa für die Grundschüler, die nach Kirchdorf gefahren werden. Und auch der ÖPNV werde während der Bauphase bis Herbst 2021 anders geleitet.

Müllentsorgung

Der Müll wird abgeholt, wie sonst auch. Die Tonnen werden bis an die Grundstücksgrenze gerollt. Dort werden sie abgeholt, zu einem zentralen Sammelplatz gebracht, vom zuständigen Unternehmen entleert und wieder zurückgebracht. Eine Kennzeichnung für die anschließende korrekte Zuordnung sei empfehlenswert.

Anliegerbeiträge

Was noch nicht feststeht: Anliegerbeiträge. „Die Straße ist bezahlt“, betonte Stephan Lüchau von der Niedersächsischen Straßenbauverwaltung in Nienburg. Auch die geplanten neuen Trinkwasser- und Regenwasserkanäle seien abgegolten durch die Beiträge, erklärt Andreas Geyer, Geschäftsführer der Wasserversorgung Sulinger Land. Was die Straßenausbaubeitragsatzung angehe, werde sich der Gemeinderat nach Vorlage der Schlussabrechnung mit dem Thema befassen, kündigte Varrels Bürgermeister Heinrich Hustedt an.

Erreichbarkeit

Grundsätzlich beschäftigt das Thema Erreichbarkeit die Bürger: Geschäftsleute, Landwirte, Anwohner gleichermaßen. „Wenn Sie jetzt schon Termine kennen, sprechen Sie uns an, je früher wir Termine kennen, desto besser können wir Einschränkungen abstimmen“, wirbt Lüchau um Kommunikation. Gülleabtransport, Ernte, Arztpraxis, Viehhandel, Leichenhalle, Lieferanten: Die Liste zeigt, wie komplett der Alltag betroffen ist, wenn die Hauptlebensader einer Ortschaft für einen längeren Zeitraum nicht tickt, wie gewohnt.

Während der Bauarbeiten sei die Umleitung ausgeschildert. Umgeleitet werde, da es sich um eine Landesstraße handele, über gleichwertige Straßen. Das führt dazu, dass die offizielle Ausschilderung für den übergeordneten Straßenverkehr aus Norden von Sulingen über die B 214, die Kreisstraße 42 nach Wagenfeld und die 349 nach Ströhen sowie dann auf die 347 nach Varrel beziehungsweise drumherum geleitet wird. Die Verkehr aus dem Süden wird ab Ströhen über die L 349 nach Kirchdorf und dort auf die B 61 gebracht.

Umleitungen

Die Planer wissen um andere Optionen ebensogut wie die Einheimischen. Würden Straßen gesperrt („Nur für Anlieger“) seien Lieferanten natürlich als „Anlieger“ zu werten.

Die Sperre sei gemeldet. Wie sie in die einzelnen Navigationssysteme eingepflegt werde, könne man nicht beeinflussen, erklärt Uwe Schindler, Leiter der Straßenbauverwaltung in Nienburg. Und warb um Verständnis für diesen baulichen „Rundumschlag“: „Das ist ein Kraftakt, aber dann ist auch für viele Jahre Ruhe.“

Die Oberbauleitung hat Jens Wiesemann (Firma Sweco, Bremen) inne, bei ihm laufen die Fäden zusammen für die Fahrbahnerneuerung, die Erneuerung der Trinkwasser- und Regenwasserwasserkanalisation (inklusive neuer Einleitstelle in die Flöthe, eines neuen Dükers und eines Rückhaltebeckens, das gemäß aktueller Vorschriften gebaut werden muss) sowie die Erneuerung der Nebenanlagen und der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen. Die Kosten teilen sich, wie berichtet, das Land, die Kommune und die Wasserversorgung Sulinger Land.

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