Trio „art deco“ lässt in Varrel Stücke der „goldenen Zwanziger“ und Artverwandtes erklingen

Künstlerinnen beweisen musikalische Vielseitigkeit

Das Trio „art deco“ –  Ursula Daues, Nicola Köweker und Kathleen Reetz (von links) – wurde vom Publikum nicht ohne Zugaben entlassen. Foto: Kropf

Varrel - Von Gerhard Kropf. 2020 prangte in großen silbernen Ziffern über der Bühne, und mit einem Glas Sekt wurden die Besucher des Neujahrskonzertes des Vereins Kultur im Küsterhaus Varrel am Sonntagabend in den Zwanzigerjahren dieses Jahrhunderts willkommen geheißen – der Musik dieser Dekade im vergangenen Jahrhundert, oft als „goldene Zwanziger“ bezeichnet, hat sich das Trio „art deco“ verschrieben, den beschwingten Melodien mit oft frech-frivolen Texten.

Aber nicht jedes vorgetragene Stück war auch tatsächlich in den 1920-er Jahren entstanden. Bereits 1911 komponiert wurde „Die Braut des Alexander, die geht so auseinander“, damals gespielt und gesungen vom Blamu Jatz Orchestrion Weimar, ein Ensemble, das heute kaum noch jemand kennt. Nicola Köweker aus Hannover (Sopran und Klavier), Ursula Daues aus Nienburg (Alt und Klavier) und Kathleen Reetz aus Waren an der Müritz (Klarinetten und Saxofon) stellten ihre musikalische Vielseitigkeit mit wechselnden Stimmlagen und verschiedenen Instrumenten unter Beweis, wobei Nicola Köweker auch Gedichte rezitierte – etwa „Wie kann man denn bloß so neugierig sein?“, ein Couplet von Otto Reutter, auch Texte von Kurt Tucholsky.

Die Stimmung im voll besetzten Saal des Küsterhauses stieg bei dem Song „In der Bar zum Krokodil“, mit Tanzeinlage herrlich vorgetragen von Ursula Daues, weiter an, und gut gelaunt gingen die Gäste in die Pause, wo sie sich mit kleinen Leckereien wie einer Waldpilzsuppe oder einem vitaminreichen Wintersalat für die zweite Konzerthälfte stärken konnten.

Die sollte mit „Für Frauen ist das kein Problem“ und „Down in Bom-Bombay“ aus dem Jahre 1915 enden, aber das begeisterte Publikum forderte Zugaben, und zwei gewährten die drei Künstlerinnen: Das Tucholsky-Couplet „Fang nie was mit Verwandtschaft an“ und den Schlager „Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht“, den der Komponist Hugo Hirsch 1920 für seine Operette „Die Scheidungsreise“ komponierte. Der Komponist und die Operette sind weitgehend vergessen, der Schlager jedoch wurde zum Evergreen. Den während des Konzertes gesungenen melancholischen Text „Was einmal war, das kehrt nicht wieder“ nahm eine Zuhörerin zum Anlass, ins Gästebuch zu schreiben, sie hoffe, dass die drei Musikerinnen doch noch einmal wiederkommen – und damit sprach sie wohl sehr vielen Besuchern aus dem Herzen.

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