Wehrblecker Gemeinderat leitet einstimmig „Repowering“-Verfahren ein / Neue Gesamthöhe: 220 Meter

Künftig sollen zwei Windkraftanlagen in Buchhorst stehen

Abendstimmung im Windpark Wehrbleck/Groß Lessen.
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Abendstimmung im Windpark Wehrbleck/Groß Lessen.

Wehrbleck – Das kommt nicht oft vor: Da werden Standorte für Windkraftanlagen im öffentlichen Teil einer Ratssitzung thematisiert – und ein Bürger fragt nach, warum da nicht mehr von den Dingern aufgestellt werden können. In der Regel melden sich eher die Kritiker. So herum gefragt gelten allerdings dieselben Vorgaben, Auflagen und Einschränkungen, etwa der Mindestabstand zur Wohnbebauung.

Aktuell arbeitet die Samtgemeinde Kirchdorf an der Flächennutzungsplanänderung „Windenergie“, befindet sich am Anfang des Verfahrens. Festgelegt werden sollen Bereiche, die nach den derzeit gültigen Auflagen als Standorte für Windkraftanlagen in Frage kommen. Der Bau von einzelnen Anlagen außerhalb dieser Areale soll damit ausgeschlossen werden.

In Wehrbleck geht es nun darum, den bestehenden Windkraftpark, in dem seit 2004 drei Anlagen stehen, auf den neuesten Stand zu bringen, neudeutsch: ein Repowering durchzuführen. Das Areal bleibt in der neuen Planung als Standort erhalten, wird, zusammen mit einem angrenzenden Bereich auf Sulinger Stadtgebiet, als Windkraftpark angesehen.

Was das konkret bedeutet, erklärte Diplom-Ingenieur Matthias Desmarowitz vom IPW-Planungsbüro aus Wallenhorst bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Er erinnerte daran, dass die drei Wehrblecker Anlagen seinerzeit „aufgrund einer Vorrangstandortplanung“ genehmigt worden seien. Der Rat war für diesen Tagesordnungspunkt übrigens dezimiert: Bürgermeister Heinrich Schwenker sowie die Ratsmitglieder Volker Witte und Marion Langhorst durften nicht an der Beratung und Beschlussfassung teilnehmen. Ratsherr Heiner Traemann fehlte krankheitsbedingt. Für diesen Tagesordnungspunkt leitete stellvertretender Bürgermeister Markus Kellermann die Sitzung.

Laut Desmarowitz sind die derzeitigen Anlagen jeweils insgesamt 140 Meter hoch und haben eine Leistung von zwei Megawatt. Geplant seien nun nicht drei neue Anlagen, sondern zwei. Die werden derzeit mit einer Nabenhöhe von 150 Metern und einer Gesamthöhe von 220 Metern sowie mit einer voraussichtlichen Leistung von etwa 4,2 Megawatt geplant.

Eine neue Zuwegung zu den beiden Anlagen sei notwendig, erklärte Desmarowitz. Die Standorte der Anlagen ändern sich, sie stehen künftig am Rand der fast 14 Hektar großen Fläche im Ortsteil Buchhorst. Für den Bau dürfe eine Grundfläche von 800 Quadratmetern versiegelt werden, lautet eine Vorgabe. Die bisherigen drei Anlagen werden, inklusive Fundament, zurückgebaut (was binnen sechs Monaten nach Inbetriebnahme der neuen Anlagen abgeschlossen sein muss).

Für die Gemeinde bleibt die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich, die „planerische Feinsteuerung“, nennt es Desmarowitz. Für die Vorhabenträger, die Nachbarn und die betroffene Öffentlichkeit solle so Planungssicherheit hergestellt werden. Im B-Plan sollte die maximale Anlagenhöhe definiert werden, ebenso sollten detaillierte Regelungen für die Lage sowie Art und Umfang der erforderlichen Erschließungsflächen getroffen werden.

Einstimmig (also mit den fünf Stimmen der Ratsmitglieder, die abstimmen durften)  wurde dem B-Planentwurf zugestimmt und das Verfahren zum „Repowering Buchhorst“ eingeleitet, das eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange umfasst.

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