Ministerin Otte-Kinast lobt Engagement

Landfrauen feiern in Varrel 20 Jahre „Kochen mit Kindern“

Landfrauen unter sich: Ministerin Barbara Otte-Kinast (Zweite von rechts) mit (von links) der Präsidentin der Landfrauen Elisabeth Brunkhorst, der Kreisvorsitzenden Martia Eschenhorst und Ideengeberin Edda Mühlenhof-Schumann.
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Landfrauen unter sich: Ministerin Barbara Otte-Kinast (Zweite von rechts) mit (von links) der Präsidentin der Landfrauen Elisabeth Brunkhorst, der Kreisvorsitzenden Martia Eschenhorst und Ideengeberin Edda Mühlenhof-Schumann.

Varrel – „Die Aktion ,Kochen mit Kindern‘ der Landfrauen ist ein Vorzeigeprojekt, das landesweit Nachahmer gefunden hat.“ Lobende Worte richtete die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast an die über 110 Landfrauen des Landfrauenkreisverbandes Grafschaft Diepholz, die im Gasthaus „Lindenhof“ in Varrel „Jubiläum“ feierten: Vor 20 Jahren hatte die Beraterin für Ernährung und Hauswirtschaft bei der Landwirtschaftskammer in Sulingen und aktive Landfrau, Edda Möhlenhof-Schumann, die Idee, über Kochaktionen an Schulen Verständnis für eine gesunde Ernährung und für die landwirtschaftliche Produktion von Lebensmitteln zu wecken.

„Die Schüler sind die Verbraucher von morgen und daher die perfekte Zielgruppe“, nannte Möhlenhof-Schumann die Idee hinter dem Projekt. Die traf bei den Landfrauen auf offene Ohren. „Es braucht nicht nur eine Idee, es braucht auch immer viele, die mitmachen und sie umsetzen“, betonte die Kreisvorsitzende der Landfrauen, Marita Eschenhorst. Daher erhielten 40 aktive Landfrauen, die in zurzeit 22 Schulen im Diepholzer Südkreis mit den Kindern kochen, vom Landfrauenverband ein Präsent sowie vom Sponsor Volksbank Niedersachsen-Mitte einen Theatergutschein.

In den ersten fünf Jahren wurde das Projekt mit staatlichen Geldern unterstützt. „Wir hatten gehofft, danach würde sich das Thema Ernährung und Alltagskompetenzen im Lehrplan wiederfinden“, erinnerte Edda Möhlenhof-Schumann. „Doch noch heute fordern wir Landfrauen dies ein. Bislang vergeblich.“ Nach den ersten fünf Jahren fand man im Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz einen Unterstützer. „Ohne diesen Hauptsponsor geht es nicht“, befand Marita Eschenhorst. Zudem finanzieren die Volksbank Niedersachsen-Mitte sowie die AOK die Utensilien und den Druck der Kinderkochbücher. Für das Landvolk Diepholz würdigte stellvertretender Vorsitzende Jürgen Langhorst die ehrenamtliche Arbeit der Landfrauen: „Man sagt, Liebe geht durch den Magen und die Aktion hat den Ansatz: Wertschätzung geht durch den Magen. Das ist genau die richtige Idee, um den Verbrauchern klar zu machen: Lebensmittel wachsen nicht im Supermarkt.“ Dem schloss sich Elisabeth Brunkhorst, Präsidentin des Niedersächsischen Landfrauen-Verbandes an.

Als besonderer Ehrengast würdigte die Niedersächsische Ministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz die 20-jährige Arbeit der Landfrauen. „Da kann man schon von einer ganzen Generation sprechen, die davon profitiert“, so Ministerin Otte-Kinast mit Blick auf die 25 622 Schülerinnen und Schüler, die in diesem Zeitraum teilgenommen haben. „Glückliche Kinder zu sehen, ist sicherlich für die Landfrauen eine besondere Belohnung.“ Otte-Kinast, von Beruf selbst Hauswirtschaftsleiterin, verwies darauf, wie wichtig es sei, dass Kinder und Jugendliche Alltagskompetenzen, Wissen über Ernährung und Verständnis für moderne Landwirtschaft in der Schule vermittelt bekommen. In vielen Familien fehle diese Vermittlung leider. „Kochen mit Kindern“ kombiniere kompakt und mit Spaß Inhalte wie Hygiene, gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, Lebensmittelproduktion, Landwirtschaft, Tischsitten und Freude am gemeinsamen Essen. Otte-Kinast dankte den Schulen und Lehrerinnen und Lehrern, die die Aktion unterstützen, erneuerte ihre Forderung in Richtung Kultusministerium, dass es ein Fach Alltagskompetenzen in der Schule brauche. Um diese Kompetenzen zu fördern verwies die Ministerin auf das vor zwei Jahren gegründete Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft in Niedersachsen (ZEHN).

Dessen Leiterin, Rike Detjen, stellte den Landfrauen anschließend die Arbeit des Zentrums vor. Sowohl Barbara Otte-Kinast als auch Jürgen Langhorst sprachen von einer zurzeit schwierigen Situation auf den landwirtschaftlichen Betrieben, aufgrund stark gefallener Erzeugerpreise bei steigenden Kosten und immer mehr politischen Auflagen. „Jeder redet von Regionalisierung, aber wenn wir so weiter machen, gibt es bald keine Lebensmittel mehr aus der Region. Gegessen wird weiterhin, aber die Nahrungsmittel kommen dann nicht mehr aus Deutschland“, mahnte Otte-Kinast.

Die Landfrauen überraschten die Gäste mit zwei eigens produzierten Filmen, in denen Gerichte mit Kindern zubereitet werden und Landwirtinnen aus der Region zeigen, wie die Zutaten auf den Betrieben produziert werden. Marita Eschenhorst dankte der Familie Kortenbruck aus Brockum und der Familie Campe aus Staffhorst für die Möglichkeit, Einblicke in die Betriebe mit Schweine- und Milchviehhaltung zu bekommen. Marita Eschenhorst brachte etwas Wehmut in die Feierstunde, kündigte an, nach zwölf Jahren im Amt der Kreisvorsitzenden im November nicht wieder zu kandidieren. Die Anwesenden würdigten ihr Engagement mit großem Applaus.  sme

40 engagierte Landfrauen wurden für ihren Einsatz bei „Kochen mit Kindern“ geehrt.

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