Gemeinde Barenburg: Deutlicher Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen wird erwartet

Kredit über 400 000 Euro notwendig

An der neuen Ortsdurchfahrt fehlt es noch an Asphalt.
+
An der neuen Ortsdurchfahrt fehlt es noch an Asphalt.

Barenburg – Und dann sind bei der „Haushalts-Ratssitzung“ in Barenburg 25 Bürger anwesend. So viele wie selten, ausgerechnet dann, als Abstands- und Hygieneregeln aufgrund der Corona-Pandemie ein Zusammenrücken verbieten. Doch der Saal im Gasthaus Maschmann reicht für alle Teilnehmer und den geforderten Abstand um sie herum. Aufgrund der Vorgaben unterbleibt auch Frischgezapftes.

Bürgermeister Hermann Dencker ist, wie die Ratskollegen, überrascht über diesen starken Zuschauerzuspruch – und dann umso erfreuter, als deren Anwesenheit ihren Wunsch nach Bauplätzen im Flecken bekräftigen soll. „Wir sind da auf einem guten Weg, können aber noch nichts abschließend sagen“, erklärt Dencker den interessierten Bauherren.

Bauwillige machen auf sich aufmerksam

Grundstücksverhandlungen sind mitunter heikel und erfordern ein gewisses diplomatisches Geschick. Und was ist mit Lückenbebauung in der Ortsmitte? „Da ist auch schon einiges passiert“, erklärt Dencker, der selbst mittendrin wohnt. Und anhand seines Grundstücks erklärt, wo die Problematik liegt: Die innerörtlichen Grundstücke seien von der Quadratmeterzahl her durchaus groß – allerdings eher lang und schmal. Da müsste man vielleicht mehrere nebeneinanderliegende Grundstücke nehmen. Und neu zuschneiden. Und die darauf befindlichen abgängigen Gebäude abtragen. „Und dann sind die Grundstücke unverhältnismäßig teuer“, sagt Dencker.

Weiteres Problem: Die Flächen liegen, wie Denckers Grundstück, in Teilen im Überschwemmungsgebiet. Die Entwicklung der innerörtlichen Bereiche bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit. Für den Kauf von Bauerwartungsland sind 110 000 Euro im Haushaltsplan 2021 eingestellt.

Auf der Tagesordnung des Gemeinderates: etliche verwaltungstechnische Themen bezüglich der Jahresabschlüsse aus vergangenen Jahren. Formalien, die einstimmig beschieden werden.

Kämmerer Michael Kopecki erläutert den Haushaltsplan 2021, der nicht wirklich rosig aussieht. „Ein schwieriger Haushalt“, beschreibt ihn Hermann Dencker. Die Zahlen, die Kopecki dem Gemeinderat und seinen Zuschauern präsentiert, umfassen den Abschluss des Großprojektes in der Fleckensmitte: die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt. Konzipiert als Rückbau der ehemaligen Bundesstraße 61 mit tausenden Fahrzeugen täglich hin zur Gemeindestraße, an der Anwohner mit der Adresse „Im Flecken“ sich wieder wohlfühlen.

Und sie wird um weitere 200 000 Euro teurer, obwohl bereits seit 2019 insgesamt 1,75 Millionen Euro an Mitteln bereitgestellt wurden. Kopecki erklärt das mit einer Diskrepanz zwischen Planungssummen und „tatsächlichen Auftragssummen“. Bürgermeister Dencker erinnert daran, dass in den Maßnahmen die Einrichtung der zentralen Bushaltestelle in der Ortsmitte enthalten sei. Mit Unterstellmöglichkeiten für die Schulkinder, die dort auch ihre Räder parken können. „Das alles war in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen“, stellt er fest.

Da aber auch in Barenburg zeitgleich mit einem Rückgang von Einnahmen (insbesondere bei der Gewerbesteuer, aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie) hohe Umlagezahlungen anfallen, kann die Gemeinde die notwendigen Ausgaben nicht allein mit dem Ersparten zahlen. „Eine Kreditaufnahme ist notwendig: Wir kommen nicht umhin, 400 000 Euro aufzunehmen, um die Investitionen finanzieren zu können“, erklärt Michael Kopecki. Umgerechnet auf die Bürger im Flecken bedeute das eine Pro-Kopf-Verschuldung von 325,47 Euro. Laut Kopecki hätten einige der Gewerbebetriebe eine Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlung erwirkt, aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie: „Nach jetzigem Stand ist mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von etwa 250 000 Euro zu rechen. Damit ist der Haushaltsansatz von 2019 nicht einmal zur Hälfte erreicht.“

Aus dem kommunalen Hilfsprogramm von Bund und Ländern könnte die Gemeinde einen Betrag von knapp 290 000 Euro erhalten – wenn der Rettungsschirm zu 100 Prozent greift.

Zeitgleich behält die Gemeinde die Infrastruktur im Blick: Mit 22 000 Euro beteiligt sich der Flecken an Kosten im Freibad und will für Anschaffungen des TuS die Sportler mit 6 000 Euro unterstützen, damit auch die Sportanlagen gepflegt und genutzt werden können. Die Samtgemeinde überweist auch künftig 90 000 Euro, um die unterdeckten Kosten des Freibades aufzufangen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

FCB und RB siegen mit Mühe - Schalke verliert Kellerduell

FCB und RB siegen mit Mühe - Schalke verliert Kellerduell

Berliner Fashion Week mit Angeln und Tanz

Berliner Fashion Week mit Angeln und Tanz

Dacia Sandero: Was der kleine Billige zu bieten hat

Dacia Sandero: Was der kleine Billige zu bieten hat

Biden wird als Präsident vereidigt - Trump ist nicht dabei

Biden wird als Präsident vereidigt - Trump ist nicht dabei

Meistgelesene Artikel

Sattelzug verunglückt auf B51: Vollsperrung aufgehoben

Sattelzug verunglückt auf B51: Vollsperrung aufgehoben

Sattelzug verunglückt auf B51: Vollsperrung aufgehoben
Schreckliche Erfahrung: Weyherin im Taxi sexuell belästigt – Bewährungsstrafe für Fahrer

Schreckliche Erfahrung: Weyherin im Taxi sexuell belästigt – Bewährungsstrafe für Fahrer

Schreckliche Erfahrung: Weyherin im Taxi sexuell belästigt – Bewährungsstrafe für Fahrer
Fitnessstudios: Unterschiedliche Wege im Lockdown

Fitnessstudios: Unterschiedliche Wege im Lockdown

Fitnessstudios: Unterschiedliche Wege im Lockdown

Kommentare