Neuer Rat wählt drei statt zwei Stellvertreter: Krickemann, Lohmeier und Albers

Kirchdorf: Könemann bleibt Bürgermeister

Der neue Rat mit, vorne von links, Gerd Kemmann, Holger Könemann, Frauke Lohmeier und Christoph Albers; hintere Reihe, von links, Katrin Nordbrink, Patrick Plate, Reiner Nachtigall, Florian Buchholz, Mathias Falldorf, Carsten Backhaus, Björn Meyer und Dennis Meyer (es fehlt Helko Krickemann).
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Der neue Rat mit, vorne von links, Gerd Kemmann, Holger Könemann, Frauke Lohmeier und Christoph Albers; hintere Reihe, von links, Katrin Nordbrink, Patrick Plate, Reiner Nachtigall, Florian Buchholz, Mathias Falldorf, Carsten Backhaus, Björn Meyer und Dennis Meyer (es fehlt Helko Krickemann).

Kirchdorf – Wenn zwei Bewerber die gleiche Stimmenzahl haben – wer wird dann Bürgermeister? Der neue Gemeinderat in Kirchdorf hat sich vorab in der Besetzung der wichtigsten Posten geeinigt. Einstimmig in die dritte (und letzte, wie er ankündigte) Amtszeit als Bürgermeister gewählt wurde Holger Könemann.

Er wurde auch als Verwaltungsvertreter gewählt. Gerd Kemmann, der bei der Kommunalwahl ebenfalls 355 Stimmen erhalten hatte, wurde zum stellvertretenden Verwaltungsvertreter gewählt. Der Rat hat sein Gesicht fast komplett verändert: Neun der 13 Mitglieder sind neu in der Kommunalpolitik. Und verjüngt, äußeres Kennzeichen: Reiner Nachtigall, der die Sitzung bis zur Bürgermeisterwahl leitete, war mit knapp 60 Lenzen bereits der dazu bemächtigte „Alterspräsident“.

Dass die Wähler vermehrt jüngeren Kandidaten die Stimme gaben, dem wurde bei der Wahl der stellvertretenden Bürgermeister Rechnung gezollt: Mit Frauke Lohmeier und Christoph Albers wurden zwei neue Mandatsträger jeweils einstimmig gewählt. Der Rat hat sich entschieden, drei statt zwei Stellvertreter zu benennen. Das gleichberechtigte Trio komplettiert Helko Krickemann. Bei dessen Wahl (der Kuppendorfer fehlte entschuldigt) enthielt sich Neu-Ratsherr Dennis Meyer, ebenfalls aus Kuppendorf, demonstrativ.

Der Rat entschied sich gegen die Bildung eines Verwaltungsausschusses. Und überhaupt gegen die Bildung von Ausschüssen. Das Gremium will aber, wie bisher, Gruppen formieren, die sich besonderer Themen annehmen – die Zusammenstellung wollen sie noch beraten und festlegen. Der Rat gab sich dafür einstimmig eine Hauptsatzung und eine Geschäftsordnung. Hauptsächliche Änderung: Die Veröffentlichungen werden jetzt ausschließlich digital erfolgen, über das neue eigene Amtsblatt der Samtgemeinde auf deren Homepage (www.kirchdorf.de). Ebenso einstimmig beschlossen wurde die Satzung über die digitale Ratsarbeit: Alle Mandatsträger haben sich für einen papierlosen Sitzungsdienst entschieden.

Holger Könemann nutzte die konstituierende Sitzung, um die Arbeit des Rates in der vorangegangenen Wahlperiode zu rekapitulieren – Schwerpunkte und Ziele der neuen will der Rat gemeinsam erarbeiten. Und hat, laut Könemann, dabei wieder besondere Hürden zu meistern. Darunter die, den Herbstmarkt als Traditionsveranstaltung wieder aufleben zu lassen.

Die verabschiedeten Ratsmitglieder mit Bürgermeister (von links): Horst Koopmann, Angela Ruräde, Manfred Schmidt, Hannes Plate, Ingelore Eickhoff, Bürgermeister Holger Könemann, Thorsten Wege, Christina Harzmeier und Jan Henrik Heuermann. Die Gruppe überraschte den neuen Rat mit der Einladung zum Essen nach der Sitzung.

Verabschiedet wurden neun Ratsmitglieder – und damit insgesamt 102 Jahre Erfahrung und Kompetenz, erklärte Könemann. Jan Henrik Heuermann, Ratsmitglied von 2016 bis 2021, sei ein ruhiger Vertreter mit guten Verbindungen zur Feuerwehr gewesen, dankte ihm Holger Könemann. Der Bürgermeister hatte für jeden eine individuelle Laudatio vorbereitet. Auch die für Christian Thiermann (2016 bis 2021) las er vor, obwohl Thiermann selbst fehlte. Könemann hofft, dass dieser „bemerkenswerte junge Mann“ den Weg zurückfindet in die Kommunalpolitik. Angela Ruräde (2016 bis 2021) sei ein sehr engagiertes Ratsmitglied gewesen – im neuen Rat fehle nun jemand aus dem Ortsteil Heerde. Hannes Plate (2016 bis 2021) wechselte mit dem beruflichen Ruhestand privat in die Kommunalpolitik, sei sehr engagiert gewesen.

Horst Koopmann, im März 2015 als Nachrücker in den Rat gekommen, vorher bereits über sieben Jahre Ratsmitglied, sei ein Aktivposten gewesen, mit ehrlichen, offenen und pragmatischen Beiträgen. Christina Harzmeier (2011 bis 2021) habe wichtige und wertvolle Ratsarbeit geleistet, mit ihr verliere der Rat eine Expertin für den Herbstmarkt. Manfred Schmidt (2006 bis 2021) haben die Diskussionen immer geerdet – und als Experte für landwirtschaftliche Themen fungiert. Thorsten Wege (2001 bis 2021), sei immer eine verlässliche Stütze gewesen und habe sehr viel Zeit in die Ratsarbeit gesteckt. Ingelore Eickhoff (1991 bis 2021, in der Zeit durchgehend stellvertretende Bürgermeisterin), „kleine Frau mit großer Wirkung“, erhielt eine besonders launige Laudatio, die sie gerne und gewohnt frohgemut zurückgab. Alter und neuer Rat sowie die Zuschauer spendierten ihr stehend Applaus.

Von Sylvia Wendt

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