Bauarbeiten im Bereich des alten Friedhofes an der Heilig-Kreuz-Kirche

Knochenfunde in Barenburg

Ausschachtung vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Barenburg; links die Kisten mit den gefundenen Knochen. Foto: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege / Landwehr

Barenburg – Wer auf einem Friedhof gräbt, wird Knochen finden. Das gilt auch, wenn der Friedhof seit 1866 nicht mehr benutzt wurde. Im Zuge der Bauarbeiten rund um die Barenburger Heilig-Kreuz-Kirche musste der Landesarchäologe hinzugezogen werden: Beim Aushub kamen menschliche Knochen zum Vorschein. Denn: Einst war auch in Barenburg, wie weltweit üblich, der Friedhof rund um die Kirche angelegt.

Allerdings, das schränkt Grabungstechniker Richard Landwehr vom Arbeitsbereich Archäologische Bauforschung beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege ein, sind die jetzigen Bauarbeiten nicht die ersten, die in dem Bereich stattfinden. Die Mitarbeiter stießen demnach nicht auf unberührte Grabstätten.

Dann wiederum hätte es wohl einen Baustopp gegeben, um die Stelle genauer zu untersuchen. So aber seien die Knochen „sehr vorbildlich“ aufbewahrt worden von den Mitarbeitern der Baufirma, lobt Landwehr. Frühere Baumaßnahmen hätten die Knochen bereits durcheinander gebracht, keine Grabstelle sei mehr komplett gewesen.

Nach Angaben von Rolf Röper, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Barenburg, fand die erste Bestattung auf dem neuen Friedhof im Jahr 1866 statt. Auf jenem, der auch heute noch genutzt wird, sollen die sterblichen Überreste, die rund um die Heilig-Kreuz-Kirche bei den aktuellen Bauarbeiten gefunden wurden, später beigesetzt werden.

Will man die Knochen datieren? „Nein“, sagt Richard Landwehr. Eine Datierung sei sehr aufwendig. Man müsste in diesem Fall mehrere der Knochen bestimmen, um herauszufinden, welche Überreste aus welchem Jahrhundert stammen; um so die älteren zu identifizieren, da der Bereich seit der Kirchengründung im 13. Jahrhundert als Friedhof genutzt worden war. Wollte man feststellen, wessen Vorfahren dort liegen, müssten zudem DNA-Proben der heutigen Barenburger genommen werden. „Das ist alles wissenschaftlich machbar“, sagt Landwehr. Doch welcher Barenburger würde die Kosten übernehmen, um herauszufinden, ob einer der Knochen von einem Vorfahren stammt?

Grabbeigaben oder Goldmünzen wurden übrigens nicht entdeckt, erklären Landwehr und Röper ausdrücklich. Was sie allerdings noch gefunden haben, sind Feldsteine, die den einstigen Holzturm getragen haben. Findlinge, die, ebenso wie die Knochen, bereits bei vorherigen Bauarbeiten bewegt worden waren.

Die Findlinge seien jetzt entfernt, der Bereich sei wieder aufgefüllt worden, um die Tragfähigkeit herzustellen. Und was ist mit den Findlingen passiert? „Die wurden, wie anderer Bauschutt, entsorgt“, sagt Röper.

Für Grabungstechniker Landwehr waren diese Steine, die einst den im Jahr 1952 abgerissenen Holzturm stützten, wissenschaftlich nicht von Wert, da auch sie nicht mehr an der Originalposition lagen. Durch Betoneinbringung in das Fundament und Leitungsarbeiten war ihre Lage verändert und damit aus Sicht der Historiker uninteressant.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

Ohne eigenes Auto mobil auf dem Land

Ohne eigenes Auto mobil auf dem Land

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Meistgelesene Artikel

Motorradunfälle in Okel: Zwei Männer schwer verletzt

Motorradunfälle in Okel: Zwei Männer schwer verletzt

Tödlicher Zusammenstoß mit Motorrad: Radfahrerin stirbt auf der B61 bei Sulingen

Tödlicher Zusammenstoß mit Motorrad: Radfahrerin stirbt auf der B61 bei Sulingen

Brände im Moor und Wald: Diepholzer Feuerwehren mit Quads im Einsatz

Brände im Moor und Wald: Diepholzer Feuerwehren mit Quads im Einsatz

Vandalismus am Hohen Berg: Unbekannte fällen zukünftigen Kletterbaum

Vandalismus am Hohen Berg: Unbekannte fällen zukünftigen Kletterbaum

Kommentare