Kirchengemeinde verabschiedet Pastor Gerdes / Noch kein Nachfolger in Sicht

Musik macht Weggang leichter

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Martina Meyer (links) verabschiedete und bedankte sich für den Kirchenchor mit einem kleinen Geschenk bei Pastor Wolfgang Gerdes und seiner Frau Natalja (links neben ihm).

Kirchdorf - Freude über die volle Kirche, aber auch Beklommenheit und kalte Hände gestand Pastor Wolfgang Gerdes, als er die Gemeinde zu seinem Abschiedsgottesdienst am Sonntagabend begrüßte. Aber viel Musik mache ihm den Abschied nach nur dreieinhalb Jahren leichter, eine relativ kurze Zeit, fast alle Vorgänger seien viel länger in Kirchdorf tätig gewesen. Dennoch habe die Zeit gereicht, viele Kontakte im gesamten Kirchspiel zu knüpfen – dabei wären allerdings Straßennamen in Woltringhausen hilfreich gewesen. Er habe einiges anstoßen können, zum Beispiel den Kinderchor, die Christmesse an Heiligabend um 22 Uhr mit Krippenspiel oder auch die Feier des Heiligen Abends in Beckers Scheune.

Stark sei man in Kirchdorf in Traditionen, so Gerdes, aber musikalisch sei man besonders stark. So wurde auch der Gottesdienst vom Posaunenchor, dem Kirchenchor und dem Gitarrenkreis mitgestaltet. Im Mittelpunkt stand die letzte Predigt des scheidenden Pastors. Christen seien zwar frei und niemandem untertan, sagte Wolfgang Gerdes, aber in der Liebe zum Nächsten diesem dienstbar und insofern doch untertan. Grundeinstellung des Christen sei es, Geduld zu üben, und die wird die Kirchengemeinde brauchen, denn ein Nachfolger für Pastor Gerdes sei nicht in Sicht, erklärte Superintendent Klaus Priesmeier. Es gebe ein Missverhältnis zwischen der Zahl der „abgehenden“ Pastoren und den jungen nachfolgenden. Er entpflichtete Gerdes von seinen Aufgaben in Kirchdorf und teilte der Gemeinde mit, dass Pastor Norbert Preibusch die Vertretung wahrnehmen wird.

„Wir schaffen das“, sagte Preibusch und übernahm die weitere Leitung des Gottesdienstes, in dessen Verlauf Alfred Ahlers im Namen des Kirchenvorstandes Pastor Gerdes mit einem Gedicht von Anette Esposito verabschiedete. Nach dem Segen dankte Kirchdorfs Bürgermeister Holger Könemann im Namen der politischen Gemeinden des Kirchspiels für „viele gute Worte“, die Pastor Gerdes bei den verschiedensten Anlässen gefunden habe. Er hob besonders Gerdes’ gelungenen Einstieg beim Schützenfest hervor und betonte die Gründung des Gitarrenkreises, der auch noch ein Abschiedsstück spielte. Gerdes hatte sein eigenes virtuoses Gitarrenspiel unter anderem bei Konzerten des Trios „GPS“ bewiesen. Gerd Langwald, Pete Haywood und Siggi Lohmeyer hatten auf die Melodie von Reinhard Mey „Gute Nacht Freunde, es ist Zeit für mich zu gehen“ einen neuen Text geschrieben („Wir wünschen Dir viel Glück, Wolfgang“) und trugen diesen in der Kirche vor. Mit genau dieser Melodie hatte sich Gerdes musikalisch verabschieden wollen, aber zwei Mal dasselbe Stück sollte nicht erklingen – er entschied sich ganz schnell für „Wonderful tonight“ von Eric Clapton, eine Liebeserklärung an seine Frau Natalja, mit der er in Zukunft wieder mehr Zeit verbringen kann.

Im Anschluss nahmen viele Gottesdiensbesucher die Gelegenheit wahr, sich bei Adventspunsch und Gebäck persönlich von Pastor Gerdes und seiner Frau zu verabschieden.

gk

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