Kirchdorf: Kampf gegen Käfer und Kiefern in der Heide / Maßnahmen nötig

Pflege durch Kahlschlag

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Ortstermin in der Kirchdorfer Heide, in der kurzfristige Maßnahmen zur Instandsetzung durchgeführt werden müssen.

Kirchdorf - Ohne Moos wäre da viel mehr los: Die Heide in der Kuppendorfer Böhrde leidet unter Moosbewuchs, der sich in ihre angestammte Fläche gedrängt hat. Die hellgrünen jungen Gewächse überall sind Kiefern, die sich rasant ausbreiten. Und als hätte man damit nicht schon genügend Arbeit, hat sich auch der Heidekäfer eingenistet. Im Gegensatz zur Heidelerche ist er aber ein Schädling. Samtgemeinde Kirchdorf, BUND Diepholzer Moorniederung und Landkreis Diepholz haben deshalb im Sauseschritt gemeinsam Maßnahmen erarbeitet.

Mit Sondergenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde wird auch über den 29. Februar hinaus Baumschnitt durchgeführt, werden Einzelbäume, die der BUND genau markiert hat, gefällt, um die Heidefläche wieder herzustellen. „Überalterte Heideflächen einschließlich des Roh-Humuses und der Mooslagen“ sollen laut Friedhelm Niemeyer vom BUND bis auf den Sanduntergrund entfernt werden – man nennt das schoppern. Größere Einzelbäume werden aus der Heidefläche entnommen und die Entfernung der Jungkiefern nennt der Fachmann „schlegeln“. Die Heide liegt im EU-Vogelschutzgebiet, daher erfolgen die Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Landkreis. Beim Ortstermin erläutert Landrat Cord Bockhop die Finanzen: Bisher habe man 241992,97 Euro in der Samtgemeinde für Naturschutz-Pflegemaßnahmen ausgegeben – die jetzige Maßnahme werde rund 50000 Euro kosten. Die Gelder stammen aus dem „Topf“, in den einzahlt, wer Ausgleichsmaßnahmen aufgrund von Bauvorhaben leisten muss. Statt immer neue Flächen für den Ausgleich der Landschaftsversiegelung auszuweisen, sollen bestehende Flächen instandgesetzt und unterhalten werden, erklärt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher.

Die Heidefläche in der Samtgemeinde muss stetig gepflegt werden, die aktuelle Überprüfung durch Fachleute hat ergeben, dass große Teilflächen überaltert sind und verjüngt werden müssen. Gegen den kontinuierlichen Birken- und Kiefernanflug könne auch die 1000-köpfige Schafherde der Familie Teerling nicht anknabbern – daher erfolgt dazu ebenso ein großer Arbeitseinsatz. Die Ausschreibungen laufen bereits, die Arbeiten sollen kurzfristig beginnen. Weitere Pflegemaßnahmen schultert die Samtgemeinde Kirchdorf auch künftig, Informationen vor Ort sammelten die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung unter Leitung ihres Vorsitzenden Matthias Stelloh. Festzulegen bleibt, welchen Umfang die jährlichen Arbeiten haben können.

Mit dem jetzt geplanten eher radikalen Abtragen der Heide auf einem besonders vom Heidekäfer befallenen Bereich wird ein gewisser Kahlschlag verursacht: „Das ist gewollt“, erklärt Friedhelm Niemeyer vom BUND. Die Heide könne sich dann auf dem frischen Sandboden aussähen und neu wachsen. Man wolle die Ausbreitung des Schädlings Heidekäfer verhindern. Die Maßnahmen werden bereits vom Heideparkplatz aus gut zu sehen sein: Die direkt angrenzende Fläche, bis hoch zum ersten „Aussichtshügel“, ist Teil des Maßnahmenbereichs.

Abgetragene Heidefläche, gefällte Bäume und entfernte Jungkiefern sollen stets zügig entsorgt werden, damit kein weiterer Schädlingsbefall erfolgt.

sis

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