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Keine Feier zum Jubiläum des TSV Holzhausen-Bahrenborstel

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Von: Sylvia Wendt

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Sportkleidung in den 1950er Jahren präsentieren Herbert Meier (verstorben), Heinrich Fiedler, Wilhelm Meier (verstorben) und Gerhard Müller (von links).
Sportkleidung in den 1950er Jahren präsentieren Herbert Meier (verstorben), Heinrich Fiedler, Wilhelm Meier (verstorben) und Gerhard Müller (von links). © privat

Bahrenborstel –  Geplant war eine große Zeltfete. Da sich aber die Vorgaben, was geht und was nicht erlaubt ist, mitunter schneller ändern, als man eine Zeltfete umarrangieren kann – verzichtete der Turn- und Sportverein Holzhausen-Bahrenborstel schließlich auf eine Feier zum 75-jährigen TuS-Bestehen. Und wird sie auch nicht nachholen. „Wir haben frühzeitig ein bisschen an der Chronik gearbeitet“, erklärt Vorsitzender Tobias Sandmann.

Der Vorstand habe ein paar Informationen gesammelt – und das, was der jeweilige Vorstand sammelt, wird immer an die Nachfolger weitergereicht.

So geschehen mit alten Fotos, die der Verein auch jetzt genutzt hat. Etwa das von Herbert Meier, Heinrich Fiedler, Wilhelm Meier und Gerhard Müller. Denn, streng genommen, begeht nicht der TSV sein 75-jähriges Bestehen. Die vier Herren haben lange bequeme Hosen an, solche, die in den 1950er Jahren für sportliche Zwecke getragen wurden. Das Quartett gehörte zu den Gründern des TTC (Tischtennisclub) Holzhausen, der am 1. Oktober 1954 von insgesamt zwölf Gleichgesinnten aus der Taufe gehoben wurde. Die ersten Vorstandsmitglieder waren Wilhelm Tönsing, Herbert Meier, Heinrich Fiedler und Jürgen Reinking. Das Training fand in der, mittlerweile geschlossenen, Gaststätte Plenge („Zum Hirtenhorn“) statt.

In Bahrenborstel wiederum gab es bereits seit dem 15. März 1946 (und bis 1956) einen Sportverein. Bei der Gründungsversammlung des Sportvereins Bahrenborstel waren 28 Personen anwesend – die keinen Vorsitzenden wählten, weil noch keine Bestätigung der Militärregierung dafür vorlag. Die „Leitung“ übernahm also der 2. Vorsitzende, Lehrer Fritz Hartleif. Seit 1947 war Heinrich Ihlo 1. Vorsitzender. „1947 wurde der Spielbetrieb mit zwei Fußball-Herrenmannschaften aufgenommen. Daneben gab es Herren- und Frauenturnen. 1956 wurde der Sportbetrieb vorläufig eingestellt“, heißt es in der Chronik.

Es ist der 12. Januar 1966, als zusammenwächst, was nebeneinander wohnt und alleine kaum einen eigenen Spielbetrieb leisten kann: „Durch eine Namensänderung würden beide Orte fester an den Verein gebunden, sonst aber wäre es nicht zu vermeiden, dass sich in Bahrenborstel ein zweiter Verein bildet. Zwei Vereine könnten sich jedoch nicht lange halten. Der Antrag wurde ohne Gegenstimme angenommen“, heißt es in der Chronik zur Gründungsversammlung des TSV Holzhausen-Bahrenborstel.

Fußballspiel in Wehrbleck 1958 mit, stehend, von links, Heinz Koßmaly, Ewald Plenge, Wilhelm Meier, Fritz Ahrens und Herbert Grewe. Mittlere Reihe, von links, Wilhelm Plenge, Johann Wippenbeck und Fritz Hesterberg sowie vorne, von links, Gustav Plenge, Heinrich Plenge, Heinz Koch.
Fußballspiel in Wehrbleck 1958 mit, stehend, von links, Heinz Koßmaly, Ewald Plenge, Wilhelm Meier, Fritz Ahrens und Herbert Grewe. Mittlere Reihe, von links, Wilhelm Plenge, Johann Wippenbeck und Fritz Hesterberg sowie vorne, von links, Gustav Plenge, Heinrich Plenge, Heinz Koch. © privat

Angeboten werden Fußball und Tischtennis, es folgt 1980 die Gymnastiksparte unter Leitung von Karin Albers. Das Kinderturnen mobilisiert in Spitzenzeiten 100 Kinder zu den Übungsstunden. Die Mitglieder der Sparte Radfahren treten seit 1986 in die Pedalen bei den wöchentlichen Ausflügen (im Winterhalbjahr wird geboßelt). Die Tennissparte ergänzt seit 1992 das Angebot: „Die Tennisanlage mit zwei Plätzen, einem Geräteraum und einem Tennishaus mit Aufenthaltsraum, wurde 1994 eingeweiht. Von 1986 bis 1993 gab es eine Badminton-Sparte.“

Aushängeschild: Die Fußballer(-innen)

Das Aushängeschild, wie bei vielen Vereinen, ist die Sparte Fußball. Die Ersten Herren spielten von 1979 bis 1984 gar in der Bezirksliga Nord. Es gab zeitweise vier Herrenteams. Heute bilden die Jugendkicker Spielgemeinschaften mit Sportlern des SV Heerde und des TuS Kirchdorf – es machen besonders die Damen- und Mädchenteams mit sportlichen Erfolgen auf sich aufmerksam.

Die Bauprojekte – ob Sportanlage, Clubhaus (inklusive zwischenzeitlicher Sanierung und Erweiterung) oder Turnhalle – konnten dank großer Anteile an Eigenleistungen umgesetzt werden.

Als besonders verdiente Mitglieder des TSV Holzhausen-Bahrenborstel werden in der Chronik Herbert Meier, Karl-Heinz Niemeyer, Karl-Heinz Sandmann und Heinz Albers genannt: Herbert Meyer war 1. Präsident des TSV und tritt heute noch hin und wieder mit der 3. Tischtennis-Mannschaft an. Karl-Heinz Niemeyer war von 1966 bis 1982 Spartenleiter Fußball und „ist maßgeblich für die großen Erfolge des Vereins verantwortlich“. Er war von 1972 bis 1991 Vorsitzender. Karl-Heinz Sandmann war von 1982 bis 1988 Spartenleiter Fußball und von 1991 bis 2008 Vorsitzender. Heinz Albers war von 1966 bis 2009 43 Jahre Geschäftsführer des TSV.

Gerne hätte der Vorstand das traditionelle Sportwochenende Anfang August genutzt, um Aktive, Ehemalige und alle anderen Sportfreunde rund um das TSV-Clubhaus zu versammeln. Corona-konform natürlich, betont Sandmann. Letztlich aber habe sich der Vorstand dagegen entschieden.

Wird was nachgeholt? Nein, sagt Sandmann. Also nicht wirklich als Jubiläumsfeier, aber: Abgewartet werde die weitere Entwicklung – und ob es vielleicht im Sommer doch möglich ist, die TSV-Familie zusammenzutrommeln.

Von Sylvia Wendt

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