Varreler erkennt krumme Masche

Betrug beim Onlineverkauf: Ich kaufe dein Auto, aber...

Diesen Wagen hatte Nico Kitzmann auf einer Online-Plattform angeboten. Foto: Kitzmann
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Diesen Wagen hatte Nico Kitzmann auf einer Online-Plattform angeboten.

Varrel – Wer nun statt Shopping in der City online auf der Suche ist oder Verkaufsplattformen nutzen möchte, um selbst aktiv zu werden, dem rät aktuell und aus eigener Erfahrung Nico Kitzmann aus Varrel zur Vorsicht. Der 32-Jährige wollte sein Auto verkaufen. Soviel vorweg: Mittlerweile ist es rechtmäßig verkauft, gegen Bargeld.

Was war vorher passiert: Nico Kitzmann stellt das Auto als Angebot ein, in der entsprechenden Kleinanzeigen-Rubrik. Eine Stephanie Staber schreibt ihm eine SMS, bittet um Rückmeldung per E-Mail. Was Kitzmann auch macht: „Es war ja in meinem Interesse, das Auto zu verkaufen.“ Abenteuerlich geht es aber weiter: Die Frau ist angeblich vom Auto überzeugt, könne aber nicht mit dem Varreler telefonieren – da sie taub sei. Sie werde eine Spedition beauftragen, das Auto abzuholen, da sie sich von einer Halskrebs-OP erholen müsse. „Bis dahin okay“, sagt Kitzmann. 

Er wird nach seiner Bankverbindung gefragt, damit die Frau ihm den Kaufpreis überweisen könne, noch bevor das Auto abgeholt wird. „Habe ich gemacht“, berichtet Kitzmann. Und erhält mehrere Mails bezüglich der Überweisung dieser Frau. „Zig Schreibfehler, mit dem angeblichen Auftrag zur Zahlung. Dann aber eigentlich der Oberhammer: Sie hat 590 Euro mehr als den vereinbarten Kaufpreis überwiesen“, Kitzmann wundert sich nur noch. Die Frau erklärt: Da sie krank sei und sich erholen müsse, weise sie mehr Geld an. Der Haken kommt nun: Die Summe solle erst gutgeschrieben werden, sobald Kitzmann 500 Euro an die Spedition überwiesen hat.

Neue Masche bei Online-Verkäufen

„Was dann passieren würde, war mir klar. Also habe ich ihr mitgeteilt, dass ich das Auto erst herausgebe, sobald das Geld auf meinem Konto ist. Und sie kann ja auch die Spedition selbst bezahlen, schließlich konnte sie mir mein Geld auch anweisen“, berichtet Kitzmann.

Als weitere Kennzeichen, dass das Angebot nicht seriös war, nennt der Varreler die Tatsache, dass eine Rückantwort auf die SMS der Frau nicht möglich war. Laut Nico Kitzmann rät die Verkaufsplattform davon ab, außerhalb des zur Verfügung gestellten Nachrichtensystems Verhandlungen zu führen, damit die Plattform-Verantwortlichen notfalls reagieren können. Für den Varreler, der öfters in dem beschriebenen Kleinanzeigenmarkt etwas verkauft, war diese Masche neu. Er sucht im Netz nach Hinweisen und wird fündig.

Mails sind voll mit Schreibfehlern

Dass es ein Betrugsversuch ist, wird untermauert, als er Mails von der fingierten Bank bekommt, mit dem Hinweis zur Zahlungsanweisung an die angebliche Spedition in Luxemburg. „Auch diese Mails waren voll von Schreibfehlern“, berichtet Kitzmann. Und warnt eindringlich, nie auf Vorleistungen einzugehen: „Entweder kommen die Leute persönlich oder man erhält sein Geld vor dem Versand der Ware.“ 

Auch Fachleute warnen davor, Käufer außerhalb der Verkaufsplattformen zu kontaktieren. Die sogenannten „Vorschussbetrüger“ wollen den Verkäufer dazu bewegen, die Ware zu versenden, ohne dass er Geld erhält. Für die Betrüger ist die Ware egal. Sie teilen sich sogar auf: Der eine will sich die Ware (kostenlos) sichern und anderweitig verkaufen. Ein anderer kassiert die Geld-Vorleistungen – wenn die jemand zahlt.

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