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Kataster für Kanäle und Straßen in der Samtgemeinde Kirchdorf

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Von: Sylvia Wendt

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„Die im Dunkeln sieht man nicht“: Bertold Brechts Zeile illustriert, was das Problem ist, respektive wo es liegt: Unter der Erde, nicht zu sehen, sind Regenwasserkanäle, wie hier in der Straße „Zwischen den Höfen“ in Kirchdorf.
„Die im Dunkeln sieht man nicht“: Bertold Brechts Zeile illustriert, was das Problem ist, respektive wo es liegt: Unter der Erde, nicht zu sehen, sind Regenwasserkanäle, wie hier in der Straße „Zwischen den Höfen“ in Kirchdorf. © S. Wendt

Kirchdorf – Bei Starkregen gibt es an manchen Stellen in der Samtgemeinde Kirchdorf Probleme: Hier steht das Wasser, dort schwemmt es nicht befestigte Gegenstände weg. In beiden Fällen werden Schäden verursacht. Auf 45 Kilometer Länge wird das Regenwasserkanalnetz im Untergrund der Samtgemeinde geschätzt. Wo sich genau welches Rohr befindet – und in welchem Zustand –, das weiß niemand so ganz genau.

In der Entwicklung von Baugebieten, bei der Sanierung von Straßen – und überhaupt, um für etwaige außergewöhnliche Regenereignisse gewappnet zu sein: Dafür soll eine digitale Kanaldatenbank angelegt werden. Man möchte „verlässliche Bestands- beziehungsweise Zustandsinformationen bekommen“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Ausschuss für Gemeindeentwicklung, der am Mittwoch unter Leitung seines Vorsitzenden Marlo Rethorn im Sitzungssaal des Rathauses tagte.

Ausschuss empfiehlt Erstellung einer Datenbank samt Sanierungsbedarf

Seitens der Verwaltung wird die Erstellung eines digitalen Kanalkatasters für erforderlich gehalten. Laut Bauamtsleiter Olaf Heuermann sollen die Kanäle mit einer Kamera befahren werden, um den Zustand zu erfassen und natürlich gehöre tunlichst ein Sanierungskonzept zum Auftrag. Das sei eingeteilt in fünf Schadensklassen. „Festgehalten wird so der Sanierungsbedarf – und gleichzeitig werden Kosten ermittelt.“

Warum so ein Kataster? „Wie sollen wir mit besonderen Ereignissen umgehen? Mit Starkregen? Mit anhaltender Trockenheit? Wir wollen gewappnet sein. Wir wissen heute nicht, ob wir zukünftig Regenwasser zurückhalten müssen, für die Zeiten der Trockenheit“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher den Grund des Auftrages. Den schultere finanziell die Samtgemeinde für alle Mitgliedsgemeinden, soll heißen: Für alle Mitgliedsgemeinden entsteht eine solide Grundlage für künftige Entscheidungen – denn der Zustand der Straßen, unter denen die Kanäle verlegt sind, solle mit aufgenommen werden.

Das Netz an Straßen und Wegen in der Samtgemeinde erstreckt sich über satte 600 Kilometer, rund 70 Kilometer davon innerörtlich. Es gibt noch kein digitales Straßenkataster, mit Angaben über den Straßenzustand. Diese Kenntnisse seien aber wichtig, denn die angesetzten „theoretischen Nutzungsdauern von Straßen“ werden nur dann erreicht, wenn beim sogenannten „optimalen Eingriffszeitpunkt“ auch die erforderlichen Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen wirklich durchgeführt werden. In der Beschlussvorlage heißt es, dass in einem ersten Schritt die innerörtlichen Straßen der Mitgliedsgemeinden betrachtet werden sollten, da hier im Zusammenhang mit der Erstellung des digitalen Kanalkatasters Synergieeffekte genutzt werden können. Die Erfassung der im Außenbereich gelegenen Straßen und Wege könne zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

„Das ist für alle Kommunen wichtig und gibt den Gemeinden die Kosten vor, die bei Haushaltsberatungen einzuplanen sind. Wir wüssten so, woran wir sind“, kommentierte Ausschussmitglied Matthias Stelloh. Kollege Thorsten Grewe ergänzte: „Wir müssen ja mal einen Aufschlag machen, denn eine Entscheidung baut auf der anderen auf.“

Der Ausschuss empfahl dem Samtgemeinderat (die nächste Sitzung ist für den 21. April geplant) einstimmig, den Beschluss für die Erstellung einer Kanaldatenbank samt Straßenkataster und Sanierungskonzept zu fassen. Noch sei kein Büro beauftragt, erklärte Kammacher. Der Auftrag werde ausgeschrieben, die Erstellung sei ein Ganzjahresprojekt.

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