Elias Saranpää ist Praktikant in der Kirchdorfer Firma Diesel Technic

Junger Finne löst IT-Probleme

Elias Saranpää erkundet im zweimonatigen Auslandspraktikum die IT-Welt bei Diesel Technic.

Kirchdorf - Da hat manch Mitarbeiter bei der Kirchdorfer Firma Diesel Technic gestaunt: Der Kollege aus der IT-Abteilung, der das PC-Problem lösen soll, ist ein 19-jähriger junger Mann aus Finnland. Und er will auf Englisch wissen, wo das Problem ist. Elias Saranpää ist seit drei Wochen Praktikant in der IT-Abteilung der Kirchdorfer Firma. Der erste in diesem besonderen Austauschprogramm.

Die eigenen Auszubildenden können während ihrer Lehrzeit auch an anderen Standorten der Firma „schnuppern“, eine Gelegenheit, die Azubis der aktuellen Jahrgänge in die Niederlande, nach Frankreich, Spanien und Dubai führte.

In Finnland habe man keine Niederlassung, sagt Volker Brinkmann, Abteilungsleiter Kommunikation. Mit Elias Saranpää begrüße die Firma dennoch den ersten Praktikanten aus dem Norden.

Elias absolviert dort eine dreijährige schulische Ausbildung in Sachen IT, in etwa vergleichbar mit einer deutschen Berufsschule. Er konnte wählen zwischen einem Praktikum daheim oder international. Über das europäische Austauschprogramm „Erasmus“ fand sich in der BBS Nienburg eine Partnerschule für Elias und zwei seiner Mitschüler. Die anderen beiden Schüler sind in Nienburger Firmen, Elias erhält in Kirchdorf Einblicke in die Soft- und Hardware-Welt bei Diesel Technic. Der junge Finne spricht Englisch, kein Deutsch. Darauf müssen sich die Mitarbeiter der Firma einstellen. Dafür hat Elias keinerlei Ahnung von Lkw und ihren Ersatzteilen – Arbeitsfeld der Kirchdorfer Firma. „Aber ich habe Freunde, die kennen sich mit Autos und Lkw aus“, sagt Elias und muss lachen. Nein, im Bereich IT sei er gut aufgehoben.

Er möge die Erfahrung, mal im Ausland zu leben und dank der modernen Kommunikationsmittel ist er auch mit der Heimat verbunden. Ein Unterschied zu Finnland ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung: Das finnische Trio nutzt öffentliche W-Lan-Zugänge, nicht überall zu haben, nicht immer schnell.

Die ersten drei Wochen haben die drei Jungs damit verbracht, sich in Nienburg, wo sie gemeinsam in einem Ferienappartement wohnen, umzuschauen. Zwei Besuche in Hannover bescherten Großstadtfeeling und demnächst wird Familie aus Finnland erwartet, mit der es nach Hamburg gehen soll.

Unterschiede hat Elias Saranpää auch im Alltag feststellen können: Bargeldzahlungen sind eher rar in Finnland, hier musste sich das Trio erst einmal Euroscheine besorgen – die Kreditkarte ist in Deutschland, gerade auf dem Land, kein gängiges Zahlungsmittel. Sowohl in Finnland als auch in Deutschland ist die junge Generaton IT-affin, im Freundeskreis haben fast alle ein Smartphone oder einen PC. „Aber es gibt auch jene, die das Ganze für Teufelszeug halten“, sagt Elias.

Für das zweite zu leistende Praktikum werde er wohl nicht erneut per Stipendium ins Ausland reisen dürfen. Wäre denn ein Job bei einer Firma im Ausland eine Option? Darüber hat sich der 19-Jährige noch keine Gedanken gemacht – konkret stehen der Abschluss der Ausbildung, ein anschließender Militärdienst und danach die Weiterqualifizierung als IT-Spezialist auf der Agenda. Ob in Finnland oder sonstwo auf der Welt.

„Wir bieten nicht nur Praktika, sondern auch die Option, für eine Bachelor- oder die Masterarbeit bei uns zu arbeiten“, erklärt Brinkmann, der selbst für seine Bachelorarbeit bei Diesel Technic recherchiert hatte –  und mit dem Abschluss auch ein Jobangebot in der Tasche.

sis

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