Jasmin Kulke: Landessiegerin beim Leistungswettbewerb der Fleischerjugend

„Habe nicht damit gerechnet“

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Jasmin Kulke mit Seniorchef Gerhard Kollhorst.

Varrel - „Bis zur letzten Minute habe ich gehofft, mit dem ersten Platz aber nicht wirklich gerechnet“, sagt Jasmin Kulke im Rückblick auf den Leistungswettbewerb der niedersächsischen Fleischerjugend. Umso größer war ihre Freude über das Ergebnis: Die junge Frau schnitt als Beste ab und darf sich „Landessiegerin der Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk – Schwerpunkt Fleischerei“ des Jahres 2015 nennen.

In den letzten Monaten hat sie einen Titel nach dem anderen abgeräumt. Im Juli beendete sie ihre dreijährige Ausbildung in der Fleischerei Kollhorst, Varrel, als Jahrgangsbeste der Fleischerinnung Diepholz/Nienburg, beim Kammerentscheid in Hannover stand sie ebenfalls ganz oben auf dem „Treppchen“. Am Dienstag und Mittwoch letzter Woche folgte der Landeswettbewerb. Zwei Tage mussten sie und ihre drei Mitbewerberinnen um den Landestitel ihre Kenntnisse und Fertigkeiten im Berufsbildungszentrum Hildesheim unter Beweis stellen.

„Manche Leute glauben, eine Fleischerei-Fachverkäuferin schneidet Wurst in Scheiben und das war es“, sagt Jasmin Kulke lachend. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass ihre Tätigkeit nicht darauf zu reduzieren ist. Umfangreiches Fachwissen, Kreativität und nicht zuletzt Einfühlungsvermögen sind gefragt: „Oberstes Ziel ist, dass der Kunde zufrieden ist!“

Beim Landesentscheid wurden diese Schlüsselqualifikationen getestet. Zu den Aufgaben gehörten unter anderem die Bestimmung von Fleisch-Teilstücken und Vorschläge für ihre Verarbeitung. Volle Punktzahl erreichte Jasmin Kulke bei einem Verkaufsberatungsgespräch bezüglich eines kalt-warmen Büfetts für 100 Personen. Bei der Zusammenstellung einer Schinkenbraten-Platte waren Weitblick und wirtschaftliches Handeln gefragt.

„Sehr anspruchsvoll war die Entwicklung eines küchenfertigen Erzeugnisses aus einem Bürgermeisterstück“, erinnert sich Jasmin Kulke. Sie kreierte aus dem edlen Rinder-Teilstück „Ingos Lauchbraten“. „Der Hildesheimer Oberbürgermeister heißt Dr. Ingo Meyer“, erklärt sie schmunzelnd. Mit 808 von 900 möglichen Punkten erreichte sie unter dem Strich das mit Abstand beste Ergebnis: Jasmin Kulke, jüngste der Teilnehmerinnen, hatte 40 Punkte Vorsprung vor der Zweitplatzierten.

Die 19-Jährige war über ein Schulpraktikum der Oberschule Varrel an die Ausbildungsstelle als Fleischerei-Fachverkäuferin gekommen. „Die zwei Wochen haben mir Spaß gemacht“, sagt Jasmin Kulke, die eigentlich Tierärztin oder Pferdepflegerin werden wollte. Sie habe nach dem Praktikum entschieden, dass man „sein Hobby nicht unbedingt zum Beruf machen muss.“

Seniorchef Gerhard Kollhorst, der im Stammgeschäft Varrel und den Filialen Kirchdorf und Borstel insgesamt 24 Mitarbeiter beschäftigt, ist stolz auf die großartige Leistung seiner ehemaligen Auszubildenden. Nach Patrick Kollhorst, Landessieger im Jahr 1997, holte sie zum zweiten Mal den Titel nach Varrel.

Bezüglich ihrer Karrierepläne hält sich Jasmin Kulke zurück: „Ich bin rundum zufrieden an meinem jetzigen Arbeitsplatz“, sagt sie. Die nächste Herausforderung ist der Bundeswettbewerb im November. Ebenso wie beim Landesentscheid will Jasmin Kulke „100 Prozent“ geben.

mks

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