Das 20. Jahrhundert ist Thema des Ergänzungsbandes zur Wehrblecker Chronik

180 Seiten voller Geschichte(n)

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Aus vielen Einzelteilen hat der Arbeitskreis ein Buch erstellt, das zum Jubiläum präsentiert wird.

Wehrbleck - 180 Seiten – jetzt reicht‘s. Der Arbeitskreis Dorfgeschichte Wehrbleck hat sich für die Neuauflage „nur“ das 20. Jahrhundert vorgenommen, denn eine Chronik mit Grundlagen zur 700-jährigen Geschichte der Ortschaft ist bereits zum Jubiläum 1990 erschienen. Doch diese 100 Jahre bergen soviel Veränderungen und Geschichten, auch in der Gemeinde Wehrbleck, dass die Chronisten sich entscheiden mussten.

Das Buch soll man ja auch noch halten können, beim Lesen. Das Doppelte dessen, was der Arbeitskreis nun in der Sulinger Druckerei Plenge zu einem Buch binden lässt, hätte man im Angebot. „Fotos, die nicht ins Buch kommen, werden wir bei den Feierlichkeiten zum 725-jährigen Jubiläum ausstellen“, kündigt Arbeitskreisleiter Markus Kellermann an. Vom 25. bis 27. September feiert die Gemeinde ihr 725-jähriges Bestehen, wie berichtet.

Der neue Band der Chronik erzählt eine Vielzahl an Geschichten, die Festansprache des ehemaligen Samtgemeindearchivars Werner Böckelmann aus dem Jahr 1990 führt in die Historie ein. Ungezählte Zeitungsausschnitte und alte Alben wurden gesichtet. 200 Bilder finden nun Platz in dem neuen Buch, dessen Preis noch nicht festgelegt ist. 400 Exemplare im DIN A 4 Format habe man bestellt, sagt Kellermann.

Etliche der 384 Wehrblecker Haushalte haben ihre Türen geöffnet und Erinnerungen geteilt. So ist das Buch ein lebendiger Querschnitt durch den Alltag der Gemeinde, der geprägt ist von Landwirtschaft; und die immer schon durchschnitten wurde von der Bundesstraße 214, die früher sehr viel kurviger durch das Wohngebiet führte. Die Trasse wurde verlegt, denn „die Kurven waren für Kraftfahrer ein Ärgernis“, heißt es in der Zeitungsmeldung vom 19. März 1945.

Bereits 2009 haben die Mitglieder des Arbeitskreises angefangen, Zeitungsartikel herauszusuchen, haben dazu verschiedene Archive aufgesucht und Blatt für Blatt nach der Ortsmarke Wehrbleck durchforscht. So sind sie vielen kleinen und großen Ereignissen auf die Spur gekommen. Die Nachkriegszeit bestimmt der Aufbau, der Straßenbau. Bis in die 1950er Jahre sind die wachsenden Ortschaften ein Thema – die Ausweisung von Bauplätzen, nicht zuletzt bedingt durch den Zuzug von Flüchtlingen. In den 1960er Jahren sind Wasserversorgung und Abfallbeseitigung kommunales Hauptaugenmerk. Die 1970er Jahre bescheren den Wehrblecker Kickern den Meistertitel in der Kreisliga – und den Bürgern die Gemeindereform. Hier endet der neue Blick in die Wehrblecker Historie. 20 Personen haben fast kontinuierlich mitgewirkt, so Kellermann. Der Arbeitskreis wird sich mit der Fertigstellung der neuen Chronik nicht auflösen: Weiterhin sammle man Geschichte – und vor allem Material.

Gerne sichten die Mitglieder alte Fotoalben, bevor diese entsorgt werden. Künftig trifft sich der Arbeitskreis monatlich einmal, will weitere Geschichten aufarbeiten. „Dann aber mit mehr Zeit“, heißt es, also ohne Druck, ein Buch herzustellen. Nun gut, in 25 Jahren vielleicht das nächste, wenn die Gemeinde den 750. feiert.

sis

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