Silke van Doorn ist ab Februar neue Pastorin in Freistatt

„Ich bin sehr gespannt“

Silke van Doorn ist ab Februar die neue Pastorin in der Kirchengemeinde Freistatt.
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Silke van Doorn ist ab Februar die neue Pastorin in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Freistatt.

Freistatt – Premiere in Freistatt: Mit Silke van Doorn übernimmt ab Februar eine Pastorin das Ruder in der Kirchengemeinde. „54 Jahre, Pastorin, verheiratet, Mutter von mittlerweile vier plus drei erwachsenen Töchtern“ schreibt sie über sich selbst. Kann sie das bitte kurz erklären?

Silke van Doorn stammt ursprünglich aus Bochum. Sie studiert Theologie, Pädagogik und Judaistik an der Ruhr-Universtät, in Beer Sheva in Israel und in Siegen. Im Studium bekommt sie ihre vier Töchter, macht im Siegerland ihr Vikariat.

Die vergangenen elf Jahre hat sie in Siegen und Wittgenstein als Schulreferentin gearbeitet. „Israel und das Judentum, die hebräische Sprache sind grundlegend für mein theologisches Denken. Kultur ist mir wichtig“, sagt van Doorn.

Ihr zweiter Mann, Joachim Cierpka, bringt drei Töchter mit in die Ehe: „Und ich bin glücklich darüber, dass wir sie alle als ,unsere‘ Kinder sehen dürfen“, erklärt Silke van Doorn. Neben den Töchtern im Alter zwischen 23 und fast 31 Jahren komplettieren zwei Enkelkinder (zwei Jahre und fünf Monate) die Familie.

Nach elf Jahren als Schulreferentin wird Silke van Doorn wieder als Gemeindepastorin arbeiten. Darauf freue sie sich, denn: „Die Liebe zum Gottesdienst – ihn zu gestalten und alle, die ihn feiern, zu stärken, ist mir ein besonderes Anliegen.“

Die Pläne für den Einführungsgottesdienst werden an die dann gültigen Bedingungen angepasst. Soll heißen: Datum, Uhrzeit und ob mit Anmeldung oder ohne, das werde kurzfristig festgelegt. Vorab blieb Zeit für ein Interview per E-Mail.

Kannten Sie Freistatt, als Sie von der vakanten Stelle hörten?

Nein. Nicht wirklich. Tatsächlich war meine beste Freundin schon mit einer Gruppe Jugendlicher in Freistatt, als sie noch in der Ausbildung war in den neunziger Jahren. Ja, und dann war da noch der Film „Freistatt“. Der hat mich als Pädagogin und Theologin interessiert. In den letzten Jahren habe ich als Schulreferentin gearbeitet, das heißt, ich habe Fortbildungen für Religionslehrer angeboten und war für die gute Ermöglichung von Religionsunterricht in den beiden Kirchenkreisen Siegen und Wittgenstein zuständig. Pädagogik in allen Bereichen ist neben der Theologie mein wichtigstes Betätigungsfeld.

Wie ist Ihr erster Eindruck?

Ich habe vor meiner Bewerbung einen Tag in Freistatt verbracht. Dort habe ich die Einrichtungen kennengelernt. Die Arbeit dort, die Menschen – egal, ob die Klienten oder die Mitarbeiter – haben mich sehr angesprochen. Das Internat, das ein individuelles Konzept sehr einfühlsamer Pädagogik fährt, die engagierte Obdachlosen-Arbeit, die Online-Zeitung... Daneben die kleine, wohl sehr besondere Gemeinde. Ich bin sehr gespannt. Der Ort selbst hat mich auf eine Art angesprochen, die ich noch nicht in Worte fassen kann.

Auf was freuen Sie sich am meisten in der Arbeit als Gemeindepastorin?

Ich freue mich sehr darauf, wieder regelmäßig Gottesdienste zu feiern. Und: Gemeinde ist eben auch eine Gemeinschaft. Die zu erkunden, mit den Menschen nach den brennenden Fragen ihres Lebens zu suchen und Antworten zu finden – gern in der Diskussion über biblische und literarische Texte – wünsche ich mir.

Gibt es schon Schwerpunkte, die Sie setzen möchten?

Mit den so verschiedenen Menschen in Freistatt möchte ich nach der frohen, freimachenden Botschaft suchen und sie so leben und feiern, dass sie verändert, ins Herz trifft, das Leben lebenswerter macht. Dazu will ich die Menschen, die hier leben und arbeiten, kennenlernen. Das ist die Voraussetzung für alles gute gemeinsame Arbeiten hier.

Was hat Sie seinerzeit zum Studium der Theologie bewogen?

Die Suche nach dem Sinn. Die Frage: Wozu lebe ich? Die Frage, wie wir leben wollen. Die Ahnung, dass in der Auseinandersetzung mit diesem Buch Bibel etwas für mein, für unser Leben zu holen ist. Die Frage, wem wir vertrauen dürfen und was Hoffnung ist. Das scheint mir in dieser Zeit mit der Klimafrage, mit Corona, mit dem Zunehmen von radikalen Ansichten, von Hass heute fast noch wichtiger zu sein, als ich es 1985 zu Beginn meines Studiums dachte.

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