Schützenverein muss umsiedeln und feiert im Mai 2020 am Dorfhaus

Holzhausen feiert künftig woanders

In den Jahren 1988 bis 1989 errichteten die Schützen den Schießstand neu. Fotos: Archiv Schützenverein Holzhausen

Holzhausen - Von Sylvia Wendt. Was tun, wenn man schlecht zielen kann, aber dennoch Schützenkönig werden möchte? Der Schützenverein Holzhausen fand im Jahr 1957 eine ganz famose Lösung: „Wenn es gewünscht wird, können die Königsschüsse für einen schlechten Schützen auch von einem anderen Mitglied abgegeben werden.“ Kein Wunder also, dass der Verein auch für das aktuellste Problem, das Schützenfest, eine passende Lösung fand.

Am 31. Dezember 2014 wurde das Gasthaus „Zum Hirtenhorn“, mit dessen Gebäude das Schützenhaus verbunden ist, geschlossen. Der Verein hatte hier seit der Gründung im Jahr 1908 ein Zuhause gefunden, das Gasthaus selbst hatte seit dem Jahr 1895 geöffnet.

Seit 2015 hatte der Schützenverein sein Schützenfest in Eigenregie durchgeführt. Es ist eines der ersten in der Region, in der Regel gut besucht, weil es die Schützen, insbesondere die jüngeren, nach der Winterpause nach dem gemeinsamen Feiern dürstet.

Nun aber war eine außerordentliche Versammlung notwendig, Ideen waren gefragt – denn das Fest samt Festzelt, Schießbude und Co. möge bitte nicht mehr auf dem Areal des Gasthauses stattfinden. So lautete die Vorgabe an den Verein, den Präsident Manfred Koch und sein Vize Henrik Plenge leiten.

Der Schießstand, von den Schützen in den Jahren 1988/1989 in Eigenregie fertiggestellt, könne weiterhin genutzt werden. Bei der Versammlung kam alles auf den Tisch.

Wo soll das Festzelt stehen?

Ort: Wohin können wir umziehen? Der Ortsteil der Gemeinde Bahrenborstel verfügt durchaus über Fläche, vor allem unbebaute, doch welche eignet sich auch für das Schützenfest? Schnell war ein Platz gefunden. Einer, der sich immer mehr zum Veranstaltungsareal mausert: Die Wiese auf dem Berg, flankiert vom Hof Stelloh, dem neuen Dorfhaus und dem Gebäude der alten Schule, in dem auch die Ortsfeuerwehr residiert. Hier soll das Festzelt aufgebaut werden.

Königsschießen: Aktuell werden die Majestäten der Schützen mit dem Kleinkaliber ermittelt. Das geht natürlich nur auf dem Schießstand. Doch der ist dann ja um einige hundert Meter vom neuen Festplatz entfernt. Nein, das geht nicht. Adlerschießen? Sehr aufwendig, kaum einer verleiht eine solche Anlage. An der Schießbude? Da regte sich am meisten Widerstand, heißt es aus der Versammlung.

Wo und wie erfolgt das Königsschießen?

Obwohl, beim Blick in die Vereinsgeschichte ist das gar nicht so abwegig: Der König wurde im Schützenverein Holzhausen in den ersten beiden Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Luftgewehr an der Schießbude ausgeschossen. Später sei aus einem Schuppen heraus in Richtung Gemeindestraße geschossen worden. Zur Absicherung von Passanten wurde eine weiße Fahne aufgestellt. Die wird heutigen Sicherheitsbestimmungen und ihren Kontrolleuren wohl kaum mehr ausreichen.

Tatsächlich aber haben sich die Schützen in Holzhausen nun entschieden, eine abnahmefähige Lösung zu finden, um mit dem Luftgewehr die neuen Majestäten am Festplatz zu ermitteln. Denn auch das wurde beschlossen: Man bleibe dabei, wolle am Festtag die neuen Könige ausschießen, nicht schon vorher, wie das viele Vereine im Sulinger Land tun. Es trage zur Spannung bei, heißt es seitens des Vereins.

Festwirt: Nach erfolgreichen Gespräche mit Heiner Fredrich (Gastro-Mobil) will der Schützenverein Holzhausen ihn für das Jahr 2020 als Festwirt engagieren. Fredrich kümmere sich um Festzelt, Musik, Thekenpersonal, Toiletten – beide Seiten wollen anschließend gucken, ob die Zusammenarbeit beibehalten wird.

Wer wird neuer Festwirt?

Eine Schießbude wird es dennoch geben – die gehört seit jeher zum Vergnügungsangebot. Wer mitfeiern möchte, der merke sich den 2. und 3. Mai 2020 im Kalender vor.

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