Wasserversorgung Sulinger Land geht mit Sanierungsstau ins neue Jahr

Hoffen, dass die Leitungen halten

Das Wasserwerk Sulingen fördert seit 1964 Trinkwasser. Es muss ersetzt werden.
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Das Wasserwerk Sulingen fördert seit 1964 Trinkwasser. Es muss ersetzt werden.

Varrel – Fragen gab es keine, aber Kritik von Helmut Denker. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Schwaförden monierte das Finanzgebaren der Wasserversorgung Sulinger Land: Der Zweckverband, dem auch die Samtgemeinde angehört, habe einen laufenden Etat von 7,6 Millionen Euro vorgestellt, zeitgleich aber auch einen Kreditbedarf in Höhe von 8,1 Millionen angemeldet. „Das passt nicht.“

Zur Verbandsversammlung war in den großen Saal des Gasthauses „Lindenhof“ nach Varrel eingeladen worden. Ohne Bewirtung, deshalb dankte Verbandsvorsitzender Reinhard Meyer insbesondere für die Gastfreundschaft der Wirtsfamilie Melloh. Dass es nicht mal ein Glas Wasser gab, lag indes nicht an fehlendem Geld in der Schatulle des Zweckverbandes, sondern an den Coronavorgaben.

Millionenschwere Investitionskosten werden erwartet, weil „aufgrund des Alters der Wasserwerksanlagen, der Kläranlagen, der Trink- und Schmutzwassernetze samt Pumpwerken“ für eine nachhaltige Ver- und Entsorgung die „Sanierungsanstrengungen“ zu intensivieren seien, erklärte Verbandsgeschäftsführer Andreas Geyer.

Im Klartext: Anlagen und Rohrnetze sind veraltet, müssen ersetzt werden. Das kostet Geld. Wie anfällig die Leitungen sind, bekamen in diesem Jahr besonders Sulinger Bürger zu spüren. Der jüngste Rohrbruch (im Bereich „Vor dem Büchenberg“/Goethestraße) datiere aus der 50. Kalenderwoche.

Rohrbrüche wirken sich auf den Sanierungsplan aus

Vorgabe für die Sanierungseinsätze: Die notwendigen Arbeiten sollen die Anwohner zeitlich möglichst gering beeinträchtigen. Deshalb seien die Pläne für Wasser und Abwasser aufeinander abgestimmt.

Da gibt es besonders im Sulinger Stadtgebiet eine Vielzahl an sogenannten AZ-Leitungen und PVC-Leitungen, die ersetzt werden müssen. Zuletzt war an der Nienburger Straße ein größerer Schaden entdeckt worden, der laut Geyer in kurzer Zeit behoben werden konnte.

Auf der Arbeitsliste 2021 stehe der rohrbruchgebeutelte Hasenkamp. Goethe vor Schiller heißt es jetzt neu, denn: Nach dem jüngsten Rohrbruch habe die Kanalbefahrung ergeben, dass die Rohre in der Goethestraße stärker beschädigt sind, als angenommen. Stärker zudem als in der Schillerstraße – das Leitungsnetz hier sollte eigentlich zuerst saniert werden. „Aufgrund der deutlich stärkeren Schäden in der Goethestraße haben wir die vorgezogen“, erklärte Andreas Geyer. Die Ausschreibungen würden derzeit vorbereitet, er hoffe, die Aufträge bis Mitte Februar vergeben zu können damit, wenn das Wetter es erlaubt, Anfang/ Mitte März die Arbeiten beginnen könnten.

„Wir müssen hier hoffen, dass wir die Zeit bis zur geplanten Sanierung überstehen“, heißt es seitens der heutigen Geschäftsführung zum Sanierungsplan. Im Klartext: In den zurückliegenden Jahrzehnten sind deutlich zu wenig Maßnahmen durchgeführt worden. Personell müsse aufgestockt werden, heißt es, aufgrund des hohen Arbeits- und Sanierungsbedarfes.

Die laufenden Sanierungsarbeiten im Heideweg, an der Diepholzer Straße sowie „rund um die alte Grundschule“, alle in Sulingen, gingen in die Endphase. Im Bereich rund um die ehemalige Schule an der Schmelingstraße könnten die Arbeiten im Bereich des Hauptkanals zum Jahresende beendet werden – wenn das Wetter mitspiele. „Die Hausanschlüsse sowie Teile der Oberflächenarbeiten können erst im neuen Jahr fertiggestellt werden.“

Großbaustelle: Wasserwerk Sulingen

Zweite Großbaustelle werde das Wasserwerk Sulingen, in Betrieb seit 1964. Die aktuell bewilligte Fördermenge wird mit 1,25 Millionen Kubikmetern pro Jahr angegeben. Laut Zweckverbands-Geschäftsführer Andreas Geyer sind die Vorplanungen für einen Neubau „grob abgeschlossen“. Aufgrund des Investitionsvolumens sei eine EU weite Ausschreibung notwendig. Vergabe und Detail-Planung eingerechnet, sei ein möglicher Baubeginn in etwa einem Jahr anzusetzen und der Neubau werde Zeit benötigen. „Das Wasserwerk muss noch etwa vier Jahre durchhalten“, sagte Geyer.

Sanierungsarbeiten sind zudem an den Wasserwerken in Schwaförden (Inbetriebnahme 1974) und Kirchdorf (Inbetriebnahme 1966) geplant.

Die Investitionen für die Kläranlagen Varrel und Ehrenburg seien auf ein Minimum beschränkt, da diese Anlagen nach Fertigstellung der Erweiterung der Kläranlage Sulingen geschlossen werden sollen. In der Kläranlage Kirchdorf müsse die mechanische Abwasserreinigung erneuert werden.

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