Pressetermin mit Gesang und Plauderei

Henning Scherf zum Nachtisch im „Simonshof“

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Henning Scherf (sitzend, links), Grant Hendrik Tonne und Simon Rohlfs (stehend, v.l.) mit Frieda und Rosi.

Varrel - Pressetermin mit der SPD. Grant Hendrik Tonne, Kandidat im Wahlkreis Nienburg / Schaumburg / Diepholz, wird am Mittwoch von Henning Scherf begleitet. Laut Pass ist der ehemalige Bremer Bürgermeister 2,04 Meter groß. Doch nicht nur deshalb ist der Mann in Erinnerung.

Seine Empathie, die Kunst, mit Menschen umgehen zu können, eilt ihm voraus. Und in der Tagespflege im Varreler Ortsteil Brümmerloh, die seit kurzem „Simonshof“ heißt, nach ihrem neuen Inhaber Simon Rohlfs, wird das sofort deutlich. Der 78-Jährige steckt noch in der Jacke, da hat er Helene im Arm, drückt die Seniorin zur Begrüßung. Lenchen ist heute nicht da, deshalb kann er seine Jacke an ihrem Kleiderhaken aufhängen. Gerade ist das Mittagessen abgeräumt und der Gast sozusagen das unterhaltsame Dessert.

Meist treffen sich in der Tagespflege Frauen

Henning Scherf braucht keine drei Sekunden und ist mitten im Thema. Aktiv im Alter. Scherf kennt die Knackpunkte im Senioren-Alltag: „Wer kauft ein? Wie weit ist der nächste Supermarkt? Kochst du noch selbst? Wer kümmert sich um dich? Wer macht die Wäsche? Wie kommst du zum Arzt?“ Henning Scherf und die Gäste Frieda und Rosi stecken umgehend in bester Konversation über das Leben von Senioren auf dem Land.

Der Mann, der seit 30 Jahren in einer Bremer Wohngemeinschaft ein besonderes Miteinander lebt, erfährt, dass nicht alle Gäste der Tagespflege im „Simonshof“ alleinstehend sind. Dass nicht alle täglich vorbeikommen. Dass viele Familie haben, die sich um sie kümmert. Dass gemeinschaftliche Aktivitäten aber auch nicht jedermanns Sache sind. Zumeist sind es die Frauen, die sich in der Tagespflege treffen. Nach seiner Wahrnehmung könnten sie ihren Alltag besser organisieren.

Scherf hat für das WG-Leben das Kochen gelernt

Schnell hat Scherf den Ablauf in der Tagespflege geklärt mit Simon Rohlfs. Wer die Gäste abholt etwa, wie der Tagesablauf gestaltet wird. Und ein Bauerngarten, gibt’s den hier auch? „Nein“, antwortet Rohlfs, aber man plane Hochbeete. Das gefällt dem Bremer, der die Tagespflegegäste bereits, in Rollatoren sitzend, beim Unkrautzupfen sieht.

Und wer bestimmt den Menüplan? „Wir“, antwortet Rosi. Fleisch und Fisch würden die meisten Gäste nicht haben wollen, eher Gemüse und Suppen, sagen sie. Scherf guckt auf den Wochenplan... stutzt... zählt durch, findet gleich drei Fleischgerichte auf dem Plan. Man schmunzelt.

Scherf fragt Karl-Heinz und Ernst, ob sie genauso gerne schnibbeln, wie er. Nein. Der Gast hält mit Infos über sich selbst nicht zurück. Wer in seiner Bremer WG als Gastgeber fungiere, bestimme das Essen. Deshalb habe er auch kochen gelernt. Rezepte verraten ihm die Marktfrauen. Und er singe gerne. „Wir waren mal im Chor, haben aber jetzt keine Stimme mehr“, bedauert Frieda.

„Alter ist wenn...“

Scherf fragt nach ihrem Lieblingslied. „Ach, kann ich jetzt gar nicht so sagen.“ Scherf stimmt „Geh aus mein Herz“ von Paul Gerhard an – die ganze Gruppe stimmt mit ein. Die ganze Gruppe? Nein, Grant Hendrik Tonne wiegelt ab – er sei ein schlechter Sänger.

Simon Rohlfs bittet den prominenten Gast nicht um ein Autogramm, sondern vielmehr um ein Statement vor der Abreise: „Alter ist...“ solle Scherf ergänzen. Tut er: „...wenn man viel Zeit hat und sich auf Neues freuen kann. Besonders die Kinder werden einem im Alter immer attraktiver.“

sis

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