1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Kirchdorf (NI)

Heimat- und Verschönerungsverein Kirchdorf: Kein Herbstmarktstand

Erstellt:

Von: Sylvia Wendt

Kommentare

Vergangenheit: Der Heimatverein Kirchdorf (hier 2019) wird keinen Stand beim Herbstmarkt 2022 anbieten.
Vergangenheit: Der Heimatverein Kirchdorf (hier 2019) wird keinen Stand beim Herbstmarkt 2022 anbieten. © S. Wendt

Kirchdorf – Es kommt nicht überraschend, wenn Joachim Hölzchen, seit 30 Jahren Motor im Heimat- und Verschönerungsverein Kirchdorf, auch in der jüngsten Jahreshauptversammlung ein düsteres Bild zeichnet für die Zukunft des Vereins. Als Hobbymaler frönte er einem eher farbenfrohen Steckenpferd, wie die aktuelle Ausstellung zeigt, mit der der Verein in die Museumssaison 2022 gestartet ist. Doch Hölzchen hat die Pinsel längst beiseitegelegt, löst mit einem Bücherflohmarkt seine Kunstbuchsammlung auf. Der Erlös ist für die Ukraine-Hilfe gedacht.

Die Museumssaison sei ohne die 17 „Fliedigen Deerns“ nicht denkbar, die die hauseigene Kaffeestube „schmeißen“. Die Ausbauarbeiten der beiden Museumshäuser an der Ihloge haben Hölzchen und sein Team aus Helfern, der inzwischen verstorbene Heinrich Mackenstedt, Peter Runge, Wilhelm Hormann, Karl-Heinz Hillmann und Hannes Osterkamp, abgeschlossen. Hölzchen listet etwa 2 500 Stunden auf, ehrenamtlich geleistet, allein, um die Räume im zweiten Haus herzurichten.

Doch: Wer kommt, um sie anzuschauen? 370 Besucher in der Saison 2020/2021 haben die Gesamtbesucherzahl seit der Eröffnung im Jahr 2005 auf 6 926 erhöht.

Die Teilnahme am Kirchdorfer Herbstmarkt, wo der Verein die vielen Besucher jährlich mit Blicken in die abwechslungsreiche Dorfgeschichte an den Stand lockte – hat der Vorstand abgesagt. Zu personalintensiv. Und es ist kein Personal da. Ausstellung, Geldpreisrätsel: „Der doch erhebliche Aufwand lässt sich mit den wenigen aktiven Mitgliedern nicht mehr bewältigen“, sagt Joachim Hölzchen. Wie andere Vereine auch, leide der Heimat- und Verschönerungsverein Kirchdorf an seiner „ungünstigen Altersstruktur“.

Laut Hölzchen sind von den 54 Mitgliedern aktuell gut zehn aktiv. „So wird es immer schwieriger, das Vereinsleben abwechslungsreich zu gestalten. Oder den in den Statuten aufgeführten Ziele gerecht zu werden“, sagt der Vorsitzende, nicht zum ersten Mal. Und nicht zum ersten Mal mahnt er, dass der Verein nur dann noch Aussicht habe auf Bestand, wenn es gelingt, jüngere Mitglieder zu gewinnen. Das gelte insbesondere auch für die Museumsarbeit.

Verein könnte 50-Jähriges 2024 feiern

Wird der Verein sein 50-jähriges Bestehen noch feiern können? Das Jubiläum würde 2024 begangen werden. „Über die Gestaltung sollte man sich schon jetzt Gedanken machen“, schlägt Joachim Hölzchen vor.

Er wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt und kündigte an, diesen Posten nur noch bis zur nächsten Wahl, 2025, zu halten. Dann wolle er aus Altersgründen nicht mehr an der Spitze des Vereins stehen.

In den Ämtern bestätigt wurden zudem 2. Vorsitzender Karl-Heinz Hillmann, Schriftführer Uwe Sprick und Rechnungsführerin Christa Fritzsche. Weitere Termine und Aufgaben: Das Jahrestreffen der „Fliedigen Deerns“ beginnt am 11. Juni um 10 Uhr im Gasthaus Koopmann; eine Radtour wird geplant; die Aufsicht am Papiercontainer steht an – und das Aufstellen von Weihnachtsbäumen.

Hölzchen dankte allen Helfern, insbesondere den „Vereinigten Chören“, die nach ihrer Auflösung eine Spende in Höhe von 260 Euro überwiesen haben.

Auch interessant

Kommentare