„Mok da wat ornlichet drut“

Hans-Joachim Marhold plant Um- und Neubau am „Fritz“ in Barenburg

Es gibt Pläne für das „Fritz“ in Barenburg.
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Es gibt Pläne für das „Fritz“ in Barenburg.

Barenburg – Es ist Juni 2018, als der Barenburger Viehhändler Fritz Weber stirbt, wenige Wochen vor seinem 84. Geburtstag. Zehn Jahre zuvor hatte er im Flecken ein markantes Haus gebaut: das runde Einkaufszentrum, das seinen Namen trägt, das „Fritz“. Doch es läuft nicht rund.

Die unterschiedlichen Geschäftsräume wechseln die Betreiber, die Kundschaft bleibt aus. Hans-Joachim Marhold, Geschäftsführer der gleichnamigen Immobilienfirma aus Steyerberg, lernt die Familie, auch noch Fritz Weber, 2018 kennen, weil die ihn fragt: Kann man da eine Lösung finden?

Seit drei Jahren arbeiten Marhold und die Familie von Fritz Weber nun an eben jener Lösung. Marhold überlegt, plant, verwirft, plant neu – der Kaufmann hat zwar ein Faible für die Nordseeküste, aber Seemannsgarn ist nicht sein Ding. Zahlen lügen nicht.

Eine Idee, die sich jetzt herauskristallisiert und bis zur finalen Planung neu konzipiert werden kann, wie Marhold gleich mehrfach betont, ist ein Wohnhaus. Mehrstöckig, mit insgesamt 58 Wohneinheiten in Größen von 38 bis 55 Quadratmetern. Für Singles und Paare, nicht nur für Senioren, aber barrierefrei, mit Fahrstuhl, das Haus hat drei Etagen. Viel Glas soll ihm die Wuchtigkeit nehmen.

Hans-Joachim Marhold auf dem Baugrund.

Gerade erst erfolgte die Vertragsunterzeichnung, vorher schon ebnete der Gemeinderat mit einem Beschluss zur notwendigen Änderung des Bebauungsplanes den Weg für das Bauprojekt.

Warum das Projekt in Barenburg?

Was hat Marhold bewogen, sich einem Projekt in Barenburg zu stellen? „Der Zuzug aufs Land hat zugenommen, schon vor Corona, aber jetzt richtig. Resthöfe etwa werden uns aus der Hand gerissen“, sagt Marhold. Im Klartext: Die ehemaligen Bewohner jener Höfe, meist alleinstehend, suchen neue Wohnungen mit modernen Annehmlichkeiten – gerne im Heimatort. Deshalb sind Wohnprojekte auf dem Land derzeit nachgefragt, weiß Marhold.

Der Neubau, geplant parallel zur Ortsdurchfahrt hinter dem „Fritz“, solle nicht aussehen wie ein Altenheim – und ist auch nicht als solches gedacht. Zubuchbar sein sollen Dienstleistungen, aber es solle keine stationäre Einrichtung geben. Wohl aber ist die Idee, einen Bereich zu schaffen, in dem 15 Bewohner in einer Form des „betreuten Wohnens“ leben können, weiterhin Bestandteil der Planungen.

Auf dem Grünstreifen (bis zum Graben vor dem Maisfeld) soll der neue „Wohnpark Fritz Weber“ entstehen, hinter dem jetzigen „Einkaufszentrum Fritz“ (rechts).

Wie der markante Rundbau des „Fritz“ künftig genutzt wird, kann Hans-Joachim Marhold noch nicht abschließend benennen. „Wir sind da in der Entwicklungsphase: Geplant ist, dass die Verwaltung des Wohnparks hier Büroräume bezieht. Was wir uns vorstellen können sind etwa eine Landarztpraxis, Friseur, Physio, Fitness, Fußpflege, ein öffentlicher Bereich – und gerne weiterhin die Bäckerei, vielleicht mit Außengastronomie. Hier müssen wir noch Gespräche führen.“

Seine Ideen hatte Marhold bereits in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates vorgestellt, mochte aber, aufgrund der erst in dieser Woche erfolgten Vertragsunterzeichungen, diese Ideen nicht schwarz auf weiß in der Zeitung lesen. Gleichwohl aber habe er bereits Anfragen vorliegen, von möglichen Mietern und Wohnungskäufern.

3 000 Quadratmeter Wohnfläche würden geschaffen (nach neusten energetischen Vorgaben des KfW-55-Standards, mit Photovoltaik, mit Fußbodenheizung), mag Marhold eine Zahl nennen. Alles Weitere stehe noch nicht fest.

Auch nicht die Investitionssumme. Die ist siebenstellig, oder? Marhold zuckt die Schultern: An dieser Stelle Kosten zu nennen, sei eine Wundertüte.

Blick auf Pläne zu den ersten Ideen.

Der Immobilienspezialist verfügt nach eigenen Angaben über ein gutes „Baunetzwerk“, deshalb seien bereits erste Absprachen getroffen – für den Fall, dass es losgehen kann. Und wann ist das der Fall? „Wenn die Baugenehmigung vorliegt.“ Die werde gerade beantragt, er hoffe, dass das Verfahren zügig durchlaufen werden kann. Und dann rechne er mit einer reinen Bauzeit von zwölf, maximal 15 Monaten.

Das ist sportlich. Zumal da noch eine „Kleinigkeit“ zu bedenken ist: Das Areal liegt im sogenannten „HQ 100“-Überschwemmungsgebiet. Wie halb Barenburg. Ein Hochwasser, das die nahe Große Aue auf einen Pegelstand hebt, der nur alle 100 Jahre vorkommt, so die Theorie, die in den letzten über 100 Jahren aber nicht eingetreten ist. Eine Situation, die im Ahrtal aktuell anders bewertet wird.

Warum Bodenproben notwendig sind

In der kommenden Woche stehe deshalb aber die Entnahme von Bodenproben an. Danach könne der Statiker entscheiden, ob das Haus auf Pfählen gebaut werden muss oder das nicht notwendig ist. Einen Keller wird der Wohnpark in Barenburg nicht haben.

Gespräche stehen ebenfalls noch aus, um die Oberflächenentwässerung zu regeln: „Da müssen wir ein Konzept finden, müssen klären, ob wir ein Regenrückhaltebecken bauen müssen, einen Graben oder eine Zisterne.“ Die fachliche Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Samtgemeinde Kirchdorf lobt Marhold ausdrücklich: „Das ist eine richtig gute Unterstützung aus dem Rathaus, da wird professionell gearbeitet.“ Geklärt werden müsse zudem das Leitungsnetz, das sich über das Grundstück zieht.

Für Marhold ist das Projekt „ein Erfolgskonzept“ – die frisch umgebaute Ortsdurchfahrt beschere eine ruhige ländliche Idylle. Und wie diese ergänzt werden könnte, diese Ideen gelte es zu entwickeln. Hat das Projekt eigentlich einen Namen? „Wohnpark Fritz Weber“, antwortet Marhold, der Name bleibe erhalten. „Dass es weitergeht, das hätte ihm bestimmt gefallen. Sein Auftrag lautete: ,Mok da wat ornliches drut‘.“

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