Handwerkermarkt bleibt überschaubar – aber sorgt für neue Museumsexponate

Sammler bringen Schätze mit

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Wilhelm Köster (links) mit einigen der Aussteller beim Handwerkermarkt.

Wehrbleck - Leider spielte das Wetter nicht mit: Auf den großen Ansturm potentieller Käufer warteten die Aussteller des Handwerkermarktes vergeblich. Wer allerdings den Weg zum Malermuseum auf dem Hof Witte in Wehrbleck-Nordholz fand, war interessiert und nicht abgeneigt, seine eigene Werkzeug-Sammlung aufzustocken.

„Ich habe schon einige Sachen verkauft“, sagte Tischlermeister Reinhard Hansemann aus Heiligenfelde. Gleich am Morgen konnte er eine Oberfräse und eine Stanze „an den Mann“ bringen. Ebenso wie Handwerkerkollegen hatte er entbehrliche Werkzeuge aussortiert, um Platz in der Werkstatt zu schaffen. Das fachkundige Publikum teilte die Erkenntnis von Marktbeschicker Bernd Radzei (Sulinger Bruch), dass gebrauchte Industriemaschinen Schnäppchenangebote aus dem Baumarkt in puncto Qualität weit in den Schatten stellen: „Da lohnt sich im Fall der Fälle die Reparatur...“

Wilhelm Köster, Gründer und „Chef“ des Malermuseums, hatte über die Kreishandwerkerschaft 703 Berufskollegen aller Gewerke zu der Veranstaltung eingeladen, nur zwölf von ihnen fanden sich am Samstag als Händler ein. „Die meisten hatten offenbar kein Interesse. Oder ihre alten Schätze bereits entsorgt“, sagt Köster. Die Idee zum Handwerkermarkt sei ihm gekommen, da das Malermuseum aus allen Nähten platze. Auf 120 Quadratmetern stehen Material und Werkzeug dicht gedrängt und mitunter in mehreren Reihen hintereinander. Köster: „Ich habe vieles doppelt, und zum Wegwerfen sind die Sachen zu schade.“ Einige Ausstellungsstücke hat er bereits an andere Museen weitergegeben, weitere wechselten am Samstag den Besitzer.

Aus einer ähnlichen Motivation heraus waren Mitarbeiter des Technikmuseums Diepholz-Heede vor Ort. Wie ihre Standnachbarn präsentierten sie ihre Kostbarkeiten, unter anderem eine Parade an historischen Bügeleisen, wetterbedingt unter Plastikfolie. Alles in allem war der Handwerkermarkt jedoch ein Dorado für Sammler, Bastler und Heimwerker. Und für Liebhaber des Besonderen. Ein „Hingucker“ waren etwa die Glasobjekte und Reliefmalereien von Konrad Morgenthal aus Bremen.

Trotz der enttäuschenden Resonanz war Initiator Wilhelm Köster zufrieden: „Wir haben Luft im Museum bekommen.“ Einige Lücken konnte er gleich wieder füllen: Die Ankündigung in der Presse hatte auch Sammler auf den Plan gerufen, die Schätze abzugeben hatten. Köster: „Das Schöne ist: Die Leute bringen interessante Bilder, Werkzeuge oder Geschäftsbücher, vor allem aber die dazugehörigen Geschichten.“

Unter den neuesten Errungenschaften, die er stolz präsentierte, war unter anderem eine Werkstoffkomposition aus Glas, Kupfer, Holz und Kunststoff, (Maler-)Meisterstück aus dem Jahr 1970. Oder ein Gruppenfoto der Studentenverbindung „Ornament“ (Buxtehude, Wintersemester 1920/21) samt Verbindungsmütze von Malermeister Brüggemann. Im Malermuseum gibt es also künftig Neues zu entdecken. Geöffnet ist es immer sonntags, in der Zeit von 14 bis 18 Uhr

mks

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