Haentjens und Selle

Hommage an Heinz Erhardt im Varreler Küsterhaus

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Anna Haentjens und Stefan Selle (Klavier) gaben eine Hommage an Heinz Erhardt.

Varrel - „Humor ist alles!“ So war der Abend im Varreler Küsterhaus überschrieben, der dem Multitalent Heinz Erhardt gewidmet war. Das Wort „Humorist“ beschreibe ihn nicht ausreichend, sagte Anna Haentjens im gut besuchten Varreler Küsterhaus. Erhardt war Komiker, Pianist, Komponist, Unterhaltungskünstler, Kabarettist, Schauspieler und Dichter.

So wurde der Abend denn auch mit einer Klavierkomposition eingeleitet, dem „Flohmarsch“, einem Frühwerk Heinz Erhardts, der als Kind auch einige Jahre in Wennigser Mark am Deister verlebt hat und dort das Gedicht „Wanderer am Morgen“ geschrieben hat, das Haentjens anschließend rezitierte.

Sven Selle begleitet Haentjens am Klavier

„Das Blümchen“, ebenfalls in Wennigser Mark entstanden, hat die Sängerin vertont, den Klaviersatz dazu hat Sven Selle geschrieben, der Haentjens am Klavier begleitete.

Anna Haentjens berichtete zwischen Gedichten und gesungenen Texten aus dem Leben Erhardts, der 1909 in Riga geboren wurde. Die politischen Verhältnisse zwangen die Baltendeutschen 1938 / 1939, ins Deutsche Reich überzusiedeln, und so verschlug es Heinz Erhardt nach Berlin.

Das Kriegsende erlebte seine Familie in Schleswig-Holstein, nach einer kurzen Kriegsgefangenschaft stieß auch Heinz Erhardt zu seinen Angehörigen und arbeitet als Radiomoderator beim NWDR. Mit 46 Jahren begann Erhardt seine Filmschauspielkarriere. Mit „Papis Wiegenlied“ aus dem Film „Witwer mit fünf Töchtern“ schickten Selle und Haentjens die Zuhörer in die Pause – zu Zwiebelkuchen und Federweißem.

Der Mensch Erhardt im Mittelpunkt

„Humor ist eine erste Sache“, und wie ernst Erhardt ihn nahm, darüber berichteten unter anderem seine vier Kinder, die ihn zu Hause erlebten, wo er „nicht der war, der er auf der Bühne war“. Viele Menschen erinnern sich an Heinz Erhardt als Komiker und Unterhalter, an seine Gedichte und Filme, dabei wäre er am liebsten als Komponist und Musiker anerkannt gewesen. Anna Haentjens stellte den Menschen Heinz Erhardt in den Mittelpunkt. Sie erzeugte dabei Schmunzeln beim Publikum, aber keine Lachstürme, denn viele seiner Gedichte befassen sich mit den Themen Vergeblichkeit, Vergänglichkeit und Tod.

Haentjens berichtete auch über die Hintergründe ihrer Entstehung, auch wie es zu den Worten „Noch ‘n Gedicht“ kam. Aus Verlegenheit, weil Heinz Erhardt, der sein Lampenfieber zeitlebens nicht verlor, auf der Bühne einen Blackout hatte und nun irgendetwas sagen musste.

Neues Programm wird Udo Jürgens behandeln

Oder war der Gag etwa doch geplant, denn auch was improvisiert erschien, hatte Erhardt fast immer penibel vorbereitet. Im Jahr 1971 erlitt Erhardt einen Schlaganfall, der das Sprachzentrum seines Gehirns derart in Mitleidenschaft zog, dass er zwar lesen und verstehen, aber nicht mehr sprechen konnte. 1979 starb er, und mit seinem Gedicht „Letzte Bitte“ beendete Anna Haentjens ihre Hommage an Heinz Erhardt.

Als Zugabe bot sie einen Vorgeschmack auf ihr neues Programm, dass sich mit Leben und Werk von Udo Jürgens befasst: „Es war einmal ein Luftballon“. Dieses Lied hatte Udo Jürgens beim letzten Fernsehauftritt von Heinz Erhardt gesungen.

gk

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