Goldenes Jubiläum: Bläserchor Varrel begeht sein 50-jähriges Bestehen

Für die flotteren Klänge

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Diese Aufnahme des Bläserchores Varrel stammt aus dem Jahr 1994.

Varrel - Zwei Blasmusikformationen gibt es seit vielen Jahren in der Gemeinde Varrel. Die ältere ist der Posaunenchor, mittlerweile 118 Jahre alt ist – daraus ging der Bläserchor hervor, der in diesem Jahr „goldenes“ Jubiläum hat.

1952 trat Werner Kluge dem Posaunenchor bei, und bald übernahm er auch dessen Leitung, die er bis 1996 inne hatte. Ungefähr 1965, so erinnert sich Kluge in dem Buch „Varrel – seit Urzeiten besiedelt“, wollten die Bläser des Posaunenchores auch gerne mal „etwas flotteres“ spielen. So wurde 1966 der Bläserchor gegründet, dessen Leitung ebenfalls Werner Kluge übernahm und dessen Mitglieder zum größten Teil auch weiter im Posaunenchor mitspielten.

Kluge legte Wert auf eine klare Trennung zwischen beiden Klangkörpern. Der Bläserchor schloss sich dem Schützenverein Varrel an, der sich am Kauf von Instrumenten und Uniformen beteiligte. Bald wollte der Bläserchor aber nicht nur Märsche spielen, sondern auch anspruchsvollere Musik. Neue Instrumente wie Saxofone und Klarinetten wurden angeschafft und gemeinsam mit dem Posaunenchor begeisterte man das Publikum bei den ersten Kirchdorfer Musikwochen mit Opernmelodien. Weitere Höhepunkte waren die Aufführung von Melodien aus der Operette „Der Vogelhändler“ und ein Auftritt auf der grünen Woche in Berlin, der vom Rundfunk übertragen wurde.

2008 legte Werner Kluge den Taktstock des Bläserchores aus der Hand, ohne dass es einen Nachfolger gab. Aber mit der Formation ging es weiter, die Leitungsaufgaben wurden aufgeteilt. Ulrike Stegmann übernahm die Organisation, Marlis Rohlfs kümmerte sich um die Finanzen und Joachim Schwenker, gemeinsam mit Stephan Witte, um die Musik. Aber neue Stücke konnten so nicht eingeübt werden, ebensowenig beim Spielmannszug, der zu dieser Zeit ebenfalls keinen musikalischen Leiter hatte.

Bald jedoch war dieses Problem gelöst. Es gelang, Jürgen Wehrse zu verpflichten, der Varrel von seinen Auftritten als Schlagzeuger der Intercity-Band kannte. Beide Musikgruppen übten nun mit diesem Profi gemeinsame Stücke ein und gaben bald Kostproben ihres neuen Könnens. Unter der Stabführung von Christa Schwenker spielte man mehrere Musikstücke gemeinsam, wobei besonders das „Abba-Medley“ vom Publikum begeistert gefeiert wurde. Gerne erinnern sich alle auch noch an den gewaltigen Klangkörper, den der Bläserchor gemeinsam mit dem Spielmannszug und der Feuerwehrkapelle Schulenburg bei einem Platzkonzert anlässlich des Schützenfestes 2012 bildete.

Leider erkrankte Jürgen Wehrse und musste seine Arbeit niederlegen. 2013 übernahm Pascal Maizer die musikalische Leitung des Bläserchores. Dieser ist nach wie vor fester Bestandteil der Varreler Musikszene, nicht nur beim Schützenfest, bei dem er das Wecken, die Ausmärsche und das Festessen begleitet und dabei immer wieder aufs Neue beweist, auf welch hohem Niveau er zu spielen in der Lage ist. Wie gefragt die Formation ist, das beweisen 17 Auftritte im Vorjahr, wobei einige Anfragen abschlägig beschieden werden mussten, berichtet Marlis Rohlfs. Bei größeren Auftritten hilft man sich mit dem Posaunenchor immer noch gerne gegenseitig aus.

Das Jubiläum möchten die Bläser nicht mit einem Konzert begehen, sondern sich, mit ihren Partnerinnen und Partnern, zwei schöne Tage machen. Hierfür sind schon Spenden eingegangen. Willy Schröder, Ehrenpräsident des Schützenvereins, hat die Bläser nach Bad Salzuflen eingeladen, wo er ihnen die Stadt zeigen und in seinem Garten mit ihnen eine Grillparty feiern möchte.

gk

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