Dr. Gisela Salje-Wolff feiert 25-jähriges Jubiläum in eigener Praxis

Lust aufs Landarztleben

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Dr. Gisela Salje-Wolff mit ihrem Team (v.l.) Claudia Plate, Karin Wege, Katrin Münch, Nadine Wortmann und Jennifer Wessels.

Kirchdorf - Die Antworten sind immer schnörkellos, auf den Punkt. Da wird nichts schön geredet oder gar verklärt. Und wenn viele Kollegen abwinken beim Thema Hausarzt: „Ich finde, es ist ein toller Beruf“, sagt Dr. Gisela Salje-Wolff. Man glaubt es sofort,

„Frau Doktor“ genießt in der Region hohes Ansehen. Wer sie nicht als Ärztin kennt, ist vielleicht der leidenschaftlichen Reiterin und Kutscherin begegnet. Ihr, die Mitte der 1970er Jahre im Junioren-Kader Deutschlands geritten ist.

Oder hat sie im Einsatz bei einem der Speichersonntage im Wohnort Barenburg gesehen. Dr. Gisela Salje-Wolff feiert ihr 25-jähriges Praxisjubiläum. Das als Allgemeinmedizinerin in eigener Praxis.

In der Gemeinschaftspraxis mit Mutter Dr. Margarete Salje war die Jubilarin bereits seit dem 1. Januar 1988 tätig, führte ab 11. Januar 1991 die Praxis alleine, am Hasenkamp und in der Langen Straße in Sulingen und ist seit dem 1. Mai 2011 in Kirchdorf in der Praxisgemeinschaft mit Dr. Herbert Huth tätig.

Sie könne sich nichts Schöneres vorstellen, sagt Dr. Salje-Wolff über die Arbeit in ihrer Landarztpraxis und weiß dennoch genau die Dinge zu benennen, die eben nicht so wunderbar sind. Zu viele Dienste, die zu leisten sind, weil zu wenige Ärzte im Dienstbereich angesiedelt sind. Der zunehmend umfangreichere „schriftliche Kram“. Und dennoch: Die Vielfalt der Arbeit fasziniere. Man betreue im Idealfall die ganze Familie, Kinder ab der „U 2“ bis zur Omi, kenne die Krankengeschichte aller, da falle die Diagnose leichter. Das Kind stottere wohl, weil Oma so streng ist... Man kriege sowas raus, wenn man mit den Menschen spreche, auch wenn die Gebührenordnung die Minuten pro Patient vorschreibe.

Gravierende Änderungen in den zurückliegenden 25 Jahren? Die gäbe es eigentlich nicht. Aber: „Junge Frauen bringen ihre Kinder eher zum Arzt“, sagt Dr. Salje-Wolff. Sie führt das darauf zurück, dass die Großfamilie von einst, in der auch Wissen und Hilfe weitergereicht werden, nicht mehr existiert. Krankschreibungen würden weniger – die Menschen hätten Angst um ihren Arbeitsplatz.

Hausarzt auf dem Land oder Facharzt in der Stadt: Für Dr. Salje-Wolff keine Frage, was sie nehmen würde. Die Landarztpraxis auf dem schönen Land, die Teilhabe am Dorfleben, man kenne sich.

Die Jubilarin wirft keine verklärten Blicke zurück, sondern lieber nach vorne. Erlaubt ist die Erinnerung an die Zahl der ausgebildeten Arzthelferinnen in 25 Jahren (sechs), insgesamt 28 Praktikanten (darunter zwei männliche) schnupperten Praxisluft bei Dr. Salje-Wolff, die EDV möchte Frau Doktor definitiv nicht mehr missen, Fortbildungen stehen von jeher regelmäßig im Kalender. Ihre hausärztlichen Themen hat Dr. Gisela Salje-Wolff um die Themen Gynäkologie und Palliativmedizin ergänzt.

Aber: Urlaub ist Urlaub. Liegengebliebene Fachzeitschriften dürfen zwar mit ins Gepäck, müssen aber damit rechnen, an einem der ersten Rastplätze entlang der Route entsorgt zu werden.

Fünf Mitarbeiter umfasst das Team von „Frau Doktor“ heute. Eigentlich zählt auch Ehemann Bernd dazu. Denn: Hätte er nicht sein berufliches Engagement um ein Viertel reduziert zugunsten der Familie, hätte Ehefrau Gisela die Praxis nicht in Vollzeit stemmen können.

„Wenn der Ehepartner nicht mitzieht, geht das nicht“, lautet die klare „Diagnose“ zur Landarztpraxis. Andererseits: Ehemann Bernd, Wasserbauingenieur, hätte selbst kein Arzt sein dürfen. Das wird nicht näher erklärt, vielleicht liegt der Grund darin, dass sonst zu viel über Krankheiten gesprochen würde...

sis

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